SOLA-Stafette

Bereits zum vierten Mal nahm ich mit dem schnellen Team meiner Firma an der SOLA-Stafette in und um Zürich teil. Leider hatten wir heuer ein paar Abwesenheiten zu beklagen, so dass wir nicht sicher waren, ob wir wiederum in den Bereich der Top 50 laufen würden. Zuversichtlich stimmten uns ein paar Zuzüge – teilweise sogar aus dem Ausland. Doch primär ging es nach wie vor um den Spass.

Dieses Jahr wählte ich die Strecke 2 von der ETH Hönggerberg (Science City) nach Buchlern (13,25 Kilometer). Zur Vorbereitung mussten die Streckenkarte, das Höhenprofil sowie die Vorjahreszeiten reichen. Neben dem möglichst guten Abschneiden unserers Teams war natürlich auch der Firmenstreckenrekord ein Ziel von mir. Jedoch war dieser seit 2009 auf einem äusserst guten Kilometerschnitt von 3:55 Minuten. Ich war mir somit bewusst, dass nur ein Rennen am Limit genügen würde.

Früh am Morgen reihte ich mich am Hönggerberg in die Schlang oder eher das Getümmel der Wartenden an der Übergabestelle. Da die erste Strecke nur rund 20 Minuten dauert, sind die Läuferinnen noch relativ nah beisammen. Zuerst kam die Läuferin unseres langsameren Teams, so dass ich meinen Arbeitskollegen mit den besten Wünschen ziehen lassen musste. Nach einer gefühlten Ewigkeit (gut 2 Minuten) durfte auch ich die Strecke unter die Füsse nehmen.

Ich sprintete los und überdrehte den Motor bereits auf den ersten Metern – ein Start nach Mass wie immer… Die ersten Kilometer gingen mehr oder weniger geradeaus. Zum Glück war die Sonne am Morgen noch nicht allzu kräftig, zudem liefen wir bald in den Wald hinein – das Wetter konnte als Entschuldigung nicht hinhalten. Den ersten Kilometer lief ich in 3:27 Minuten und überholte dementsprechend Läufer im Sekundentakt.

Bald ging es hinunter Richtung Schlieren. Kurz nach Beginn des Abwärtsteils überholte ich meinen Mitarbeiter und stellte somit die vorgesehene Reihenfolge wieder her. Bergab liess ich es wie gewohnt laufen und machte mächtig Tempo. Doch bereits vor Streckenhälfte machte ich mir erste Sorgen, ob ich diese Pace halten kann. Denn auf der anderen Seite sollte es ja wieder bergauf gehen…

In Schlieren im Flachteil dann die erste Krise. Mir wurde bewusst, dass ich nun ein wenig haushalten musste und besann mich darauf, vorerst den Schnitt um die vier Minuten zu halten. Entlang der Limmat konnte ich konstant laufen und überholte noch immer Läufer um Läufer. Bei der Wasserstelle verpasste ich leider den Schwamm, konnte aber ein Wasser ergattern.

Der folgende Abschnitt der Hauptstrasse entlang war gar nicht mein Teil: Die Beine liefen nicht mehr wie gewohnt und die triste Beton-Stadt-Atmosphäre vermagten meine Motivation nicht gerade positiv zu beeinflussen. Doch nach der Unterquerung der Strasse zweigte der Weg alsbald ab zurück zur Natur. Doch nun begann die Steigung.

Bereits jetzt ersehnte ich das Ziel jeden Meter herbei. Während der Kopf die schwindende Restdistanz als Motivation nutzen konnte, zollten die Beine ihren Tribut und vermochten sich fast nicht mehr voreinander zu setzen. Jeder Schritt musste erkämpft werden. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass der Streckenrekord zumindest wanken sollte. Für zusätzlichen Ehrgeiz war somit gesorgt.

Tatsächlich überlebte ich die grösste Steigung und kam auf Höhe Treibhaus Altstetten zur letzten Steigung vor dem Ziel. Nochmals sämtliche Kräfte mobilisiert folgte sogleich der langgezogene Schlussspurt zur Sportanlage Buchlern. Hinunter zum Fussballplatz, wo die Nummer via Funk in den Übergabebereich gesprochen wurde, und sogleich zur Zeitnahme auf der Höhe der Gebäude. Die Uhr stand noch immer auf Rekord, umso mehr gab ich meine letzten Kräfte zum Spurt in den Übergabebereich. Mein Nachfolger wartete bereits ziemlich am Beginn der Zone, rief laut meinen Namen, so dass einer perfekten Übergabe nichts mehr im Weg stand. Mit den besten Wünschen und dem Zeitstick entliess ich ihn auf seinem (steilen) Weg auf den Üetliberg.

Wie die Rangliste am Abend zeigte, reichte es mir um 2 Sekunden pro Kilometer zum neuen Streckenrekord innerhalb der Firma: 51:30 Minuten, was mir den 46. Etappenrang einbrachte. Unser Team lag nach Halbzeit auf dem sensationellen 29. Rang, büsste am Nachmittag jedoch noch einige Plätze ein. Der 36. Schlussrang von 770 klassierten Teams bedeutete dennoch das beste Ergebnis unserer elfjährigen SOLA-Geschichte und darf durchaus als hervorragende Leistung betitelt werden. Ich bin jedenfalls sowohl mit dem Team als auch mit mir zufrieden!

Um diese Leistung zu schlagen, müssen wir ab nächstem Jahr beginnen, mittels Statistik und komplexen mathematischen Modellen unsere Streckenzuteilung bis ins letzte Detail zu optimieren… ;)

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Zumiker Lauf

Mein diesjähriger Start in die ZLC-Saison war gleichzeitig mein Debüt in der M30-Kategorie. Da ich dieses Jahr noch nicht wettkampfmässig gelaufen bin, wollte ich den Zumiker Lauf zugleich als Formtest nutzen. Verglichen mit letztem Jahr konnte ich (vor allem durch mein Studium) nicht mehr so konsequent trainieren. Ich war also gespannt, was nun drinliegen würde.

Wie gewohnt reihte ich mir ziemlich weit vorne ein. Der Frühling war nun definitiv angekommen und Temperaturen deutlich über 20 °C mit blauem Himmel luden zum Rennen ein. Punkt 15:00 Uhr ertönte der Startschuss und das Feld setzte sich durch Zumikon in Bewegung. Ich hielt meine Position und versuchte schon früh, meinen Rhythmus zu finden. Kaum aus dem Dorf, folgte die erste Steigung. Ich lief in einer kleineren Gruppe und liess mich bergauf «ziehen». Obwohl ich das Gefühl hatte, schneller laufen zu können, hielt ich mich zurück, um nicht vorschnell mein Pulver zu verschiessen.

Ich fühlte mich gut und musste mich tendenziell bremsen, denn noch war erst knapp ein Drittel der 11,2 Kilometer vorbei. Bald danach folgte die Kehrschleife auf offenem Feld, welche mehr oder weniger eben verlief. Dort gab es das erste Mal Wasser, welches ich dankend annahm, fünf Schlucke davon trank und den Rest über den bereits auf mehr als Betriebstemparatur erhitzten Kopf schüttete. Ich schloss mich einem Paar (Frau/Mann) an und konnte es bereits kurz darauf überholen und sogar distanzieren. Noch immer fühlte ich mich ausgezeichnet.

Bereits weit nach der Hälfte folgte der zweite Verpflegungsposten. Ich war von der kaum beendeten, starken Steigung noch ziemlich ausser Atem und genoss die paar Schritte trinkend und laufend, bevor die letzte Steigung in Angriff genommen wurde. Auf dem nun folgenden Bergabstück wollte ich nochmals Tempo machen. Anscheinend war mein Akku inzwischen doch langsam zurück gegangen, denn es war mir nicht (mehr) möglich, meine Beine voll laufen zu lassen. Stattdessen musste ich kämpfen, meine Position zu halten. Vorbei am Forchdenkmal ging es zurück nach Zumikon.

In der Tat musste ich auf dem letzten Viertel noch die eine oder andere Position verschenken. Erst in der letzten Steigung hinein ins Ziel machte ich nochmals zwei bis drei Positionen gut und beendete den Lauf in einer persönlichen Bestzeit von 44:46,9. Dies brachte mir den 18. Rang von 108 Teilnehmern meiner nun neuen Kategorie M30 ein. Als weiterer Anhaltspunkt zur Qualität der Zeit hatte ich bis anhin geprüft, ob es damit bei den Frauen aufs Podest gereicht hätte. Heuer wäre ich lediglich 5. geworden. Es hat also durchaus noch Potenzial gegen oben. Trotzdem erachte ich mein Kategorien-Debüt als sehr gelungen und bin entsprechend zufrieden!

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Silvesterlauf

Als Abschluss der Laufsaison 2010 nahm ich Mitte Dezember das erste Mal als Einzelkämpfer am Silvesterlauf teil. Vor drei Jahren hatte ich in der Kategorie «Sie + Er» mit Silja teilgenommen, nun sollten es 8,6 Kilometer auf eigene Faust beziehungsweise eigenen Füssen werden.

Ich meldete mich für die schnellste Kategorie an und reihte mich in den vordersten Reihen ein, um möglichst dem Gedränge aus dem Weg gehen zu können. Dies gelang mir tatsächlich und bereits auf dem Limmatquai konnte ich mehr oder weniger komfortabel laufen. Doch zollte ich anderweitig Tribut: Wieder einmal ein viel zu hohes Tempo zu Beginn! Somit zapfte ich bereits auf der ersten von vier Runden ein Teil meiner Reserven an.

Die zweite Runde lief ich auch noch auf sehr hohem Tempo und nahm mich dann Mitte Runde bewusst ein wenig zurück. Die dritte Runde wollte ich zur «Konsolidierung» nutzen, um dann auf der Schlussrunde nochmals richtig anzugreifen. Aus Angreifen wurde dann lediglich das Durchziehen des Tempos bis zur Einmündung auf die Bahnhofstrasse. Nachdem ich auf dem letzten Rennweg-Durchlauf richtig beissen musste, begann ich den lang gezogenen Schlussspurt ab der Bahnhofstrasse.

Nachdem ich viele überholen und überrunden konnte, brauchte es auf der Zielgeraden nochmals einen herzhaften Antritt, um im Direktduell mit einem Mitsprinter im Fotofinish zu gewinnen!

Mit einer Zeit von 31.58,2 für die 8,6 Kilometer erreichte ich den 40. Rang von 842 Finishern meiner Kategorie und war damit mehr als zufrieden – die Premiere ist gelungen!

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Bilanz ZüriLaufCup 2010

Schon wieder ist eine Laufsaison vorbei. Es wartet zwar noch der Silvesterlauf, jedoch wurde mit dem ZüriLaufCup-Final am Üetliberg meine offizielle Saison beendet. Und zwar zu meiner vollsten Zufriedenheit!

In meinem letzten M20-Jahr schaffte ich es zu meiner eigenen Überraschung, als 8. in die Top-10 der Gesamtwertung zu laufen! Mit 4′912 Punkten aus sechs zählenden Rennen, wobei ich insgesamt an zehn Läufen (inklusive Zürich Marathon) teilgenommen hatte. Drei Mal gelang es mir, an Läufen die Top-10 zu knacken: Türlerseelauf (9.), Flughafenlauf (9.) und Üetliberglauf (10.).

Mit diesem Resultat durfte ich nicht rechnen und bin sehr zufrieden. Auch konnte mich die sich lange hinziehende Knieverletzung (linke Patellasehne) zumindest an den Läufen nie behindern. Im nächsten Jahr werde ich mit Sicherheit wieder den einen oder anderen ZLC-Lauf bestreiten. Ob es wie dieses Jahr wiederum für längere Wettkämpfe (Zürich Marathon, 100 km von Biel) reichen wird, muss das Zeitbudget zeigen.

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Üetliberg-Lauf

Bis zuletzt habe ich die Entscheidung hinausgezögert, ob ich den ZLC-Saisonabschluss wirklich bestreiten soll. Erstens machte ich es vom Wetter abhängig, zweitens von meiner Form inklusive Knie und drittens von den potenziellen Mitstreitern. Am Freitag hat auch die letzte potenzielle Mitstreiterin abgesagt, so dass Punkt 3 bereits wegfiel. Da aber das Wetter (fast) ideal zu werden schien und auch mein Knie den letzten Formtest am Freitagabend gut überstand, entschied ich mich am Samstagmorgen, ins Albisgütli zu fahren.

Bei etwa 10 °C und trockener Witterung (der Boden war jedoch noch nass), ging es an den Start. Der Tenüentscheid fiel kurz vorher auf kurz/kurz. Mein Ziel war, wie letztes Jahr unter einer Stunde zu laufen. Die Strecke mit ihrem anspruchsvollen Höhenprofil kannte ich mittlerweile. Nach dem Start reihte ich mich weit vorne ein, um die anfänglichen Engpässe gut meistern zu können. In der ersten Steigung besann ich mich dann darauf, die Kräfte einzuteilen. Die gesamte Steigung konnte ich konstant laufen und mich ab und zu an Gruppen oder einzelnen Läufern anhängen. Auch spielte ich – vor allem im Schlussaufstieg – oft das Zugpferd.

Am Kulminationspunkt gab es einen Becher Wasser und ab ging es auf die Kehrschleife. Bergab war ich vorerst skeptisch betreffend meinem Knie. Doch nach anfänglichem Herantasten merkte ich, dass ich keinerlei Beschwerden hatte und konnte befreit laufen. Es gelang mir gut, auch die folgenden kurzen Steigungen konstant und mit Kraft zu laufen und ich fühlte mich rundum wohl. Etwa drei Kilometer vor dem Ziel musste ich nochmals beissen (natürlich auch in der letzten heftigen Steigung kurz nach Kilometer 10), aber danach liess ich es laufen.

Im lang gezogene Schlussspurt hinauf zum Schützenhaus mobilisierte ich nochmals alle Kräfte und machte so noch einige Positionen gut. Schlussendlich erreichte ich in 57.05.04 den guten 10. Rang von 61. klassierten Teilnehmern meiner Kategorie. Mit dem Top-10-Resultat zum Abschluss der Wettkampfsaison war ich überaus zufrieden und bin nun auf die Gesamtwertung gespannt.

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Pfäffikersee-Lauf

Nachdem es am Samstag genau einmal regnete – nämlich vom Morgen früh bis Abend spät – zeigte sich das Wetter am Sonntag mit idealen Laufbedingungen – vom nassen und weichen Boden einmal abgesehen. Bei relativ kühlen 10 °C und leicht bedecktem Himmel fuhr ich zuerst Silja zum Startgelände und machte mich eine knappe Stunde darauf selber zu Fuss zum Start. Der Vorteil am Heimrennen liegt in der kurzen Anreise, die direkt als Einlaufen genutzt werden konnte.

Ich reihte mich im vorderen Teil des Felds ein und startete mit einem 3:45-Schnitt. Diesen konnte ich problemlos halten, ohne zu befürchten, bereits am Anfang zu viele Reserven anzapfen zu müssen. Bis nach Pfäffikon folgten einige kleinere Steigungen, die es einem schwer machten, seinen Rhythmus zu finden. Nach ein paar Schlucken Wasser in Pfäffikon folgte der Weg dem See, wobei vom Regen zahlreiche Pfützen zurück blieben. Drei kleinere Seen, welche ich bereits von den Trainingsläufen kannte, bescherten auch den letzten nasse Füsse, waren sie doch an gewissen Stellen knöcheltief und ein Ausweichen unmöglich.

Die Socken waren schon fast wieder trocken, als der Anstieg nach Ruetschberg folgte. Dieses Mal lief es mir sehr viel besser und ich konnte mit einem gleichmässigen Schritt in der Steigung einige Positionen gut machen. Oben nahm ich nochmals ein paar Schlucke und hetzte sofort wieder los, um die Schleife gegen den Wald hinter mich zu bringen. Auch hier konnte ich konstant knapp unter 4 Minuten laufen und nahm mir dabei vor, noch einige Reserven für den anschliessenden Anstieg zur Jucker Farmart zu meistern. Dort hatte es mich im letzten Jahr ziemlich aufgestellt und dies wollte ich heuer um jeden Preis verhindern. In der Tat konnte ich auch dort meinen Schritt behalten und fungierte somit sogar noch als Tempomacher für ein paar Mitläufer.

Danach Abstieg zum See und die letzten gut zwei Kilometer als verlängerter Schlussspurt anlaufen. Mit einer konstanten Tempoerhöhung konnte ich auch in dieser Phase Rang um Rang gut machen. Beim Einbiegen auf die Zielstrasse war mir bewusst, dass für ein wirklich herzhafter Schlussspurt nicht mehr genügend Reserven vorhanden sind. Jedoch konnte ich meine Tempoverschärfung bis ins Ziel durchziehen und verlor keinen Platz mehr. Die vielen Zuschauer im Zielbereich (inkl. Silja) gaben natürlich noch einen zusätzlichen Kick, um nicht nachzulassen.

Mit 48.01,7 verbesserte ich meine letztjährige Zeit nochmals um über eine halbe Minute und erreichte den 17. Rang von 79 Teilnehmer meiner Kategorie. Mit der Zeit war ich vollauf zufrieden, jedoch ein wenig überrascht, dass ich damit nur knapp in die Top 20 lief – starkes Feld!

48.01,7
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Greifenseelauf

Schon lange stand ein Halbmarathon auf meiner To-Do-Liste. Jedoch hatte ich es bisher nie geschafft, an einem Lauf über die 21,1 Kilometer teilzunehmen. Dies sollte sich mit dem diesjährigen Greifenseelauf ändern. Eine Woche vor dem Lauf schloss ich den Formtest am Türlersee erfolgreich ab und war somit guten Mutes, ein anständiges Resultat laufen zu können.

Als Ziel setzte ich mir den 4-Minuten-Schnitt, was in einer Zeit von gut 1:24 Stunden resultieren würde. Mit dieser Prognose wurde ich in den vordersten Startblock eingeteilt und musste somit zusammen mit der Elite starten. Musste statt durfte daher, weil in diesem Block die Brutto-Zeit genommen wurde und ich selbstverständlich im hinteren Teil des Blockes einstand. Aber auf diese paar Sekunden sollte es wohl nicht darauf ankommen.

Optimales Laufwetter herrschte an diesem Samstag. Nachdem ich den Morgen noch in der Luft verbrachte, ging es pünktlich um 14:45 Uhr auf die Runde um den Greifensee. Kurz nach dem Start bemerkte ich, dass ich unmittelbar hinter den Tempomachern für 1:30 Stunden lief. Erstens wollte ich früher im Ziel sein und zweitens herrscht bekanntermassen rund um die Tempomacher stets ein Gedränge. Somit zündete ich einen Kurzzeit-Turbo und überholte auf der Aussenbahn (Gras).

Ich nahm mir vor, bis zu Rennhälfte respektive Kilometer 10 meine Reserven nicht anzubrauchen. Dies bedeutete, möglichst gleichmässig mit einem 4er-Schnitt zu laufen. Bald nach Abbiegen auf den Kiesweg wurde es eng, so dass an ein Überholen nicht mehr zu denken war. Nach anfänglichen Rempeleien entschied ich mich, gleichmässig im Tempo der Masse zu traben und war danach erfreut, als ich mit einem Blick auf die Uhr noch immer den 4er-Schnitt bestätigt sah. Anschliessend wurde der Weg wieder breiter, mein Tempo behielt ich trotzdem bei. Bei Neuhus folgte eine kurze Steigung, an deren Ende Getränke und Schwämme gereicht wurden. Ich bediente mich mit einem Becher Wasser und einem Schwamm, ging ein paar Schritte, um zu trinken und setzte anschliessend im gleichen Tempo wieder ein.

Bald schon war Kilometer 10 erreicht und ich fühlte mich nach wie vor bestens. So durfte es gerne weitergehen. Bis nach Maur drückte ich aber nicht aufs Tempo sondern lief weiterhin gleichmässig und schonte somit meine Kräfte. Schliesslich war erst knapp die Hälfte geschafft. In Maur dann die nächste Verpflegung vor einer erneuten Steigung, nach der es jedoch ein gutes Stück bergab ging, wo ich meinen Schnitt ideal drücken konnte. Nun schloss ich mich für kurze Zeit einer kleinen Gruppe an und liess mich von ihnen bis kurz vor Kilometer 15 ziehen. Dort schafften sie es nicht mehr, das Tempo zu halten, worauf ich davon zog.

Noch immer lief ich etwa den 4er-Schnitt. Doch nun machten sich bei einigen Läufern die Kilometer bemerkbar: Ein Grossteil hatte anscheinend zu schnell begonnen und konnte nun sein Tempo nicht mehr halten. Dies war für mich eine gelungene Motivation, so dass ich in dieser Phase einige Ränge gut machte. Im Raum Chis auf der Strecke zurück Richtung Uster versuchte ich, einen weiteren Läufer zu überholen, der mein Tempo jedoch halten konnte. Und so liefen wir bis zur kleinen Verpflegung in Riedikon zusammen. Nach einer kurzen Gehpause motivierten wir uns gegenseitig und nahmen nun die Kehrschleife in Angriff.

Bei der Verpflegung im Scheitelpunkt der Schleife zog er kurz davon. Beim Einbiegen auf die Hauptstrasse nach Uster hatte ich ihn wieder eingeholt. Nun folgte die lang gezogene Steigung Richtung Kirche. Nach fast 20 Kilometern in den Beinen nochmals eine letzte Prüfung. Ich versuchte den Anschluss zu halten und blieb dran – wenn auch nur knapp. Doch gegen Ende der Steigung kam die Kraft – gemischt mit der Vorfreude aufs Ziel – zurück und ich konnte sogar noch zulegen und meine Zugpferde stehen lassen.

Nun ging es durch Uster zum… nein, nicht ins Ziel, sondern am Ziel vorbei! Es folgte nochmals eine ausgedehnte Kehrschleife im Zuschauermeer. Ich genoss diesen langen Zieleinlauf und bot sämtliche Reserven auf. So konnte ich meine Position halten und in 1:25.37,6 ins Ziel laufen. 44. Rang von 618 Läufern meiner Kategorie bedeutete klar Top 10%, womit ich bei meinem Halbmarathon-Debüt zufrieden sein darf.

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Türlerseelauf

Eine Woche nach dem verkorksten Lauf in Rüti galt es, das Selbstwertgefühl wieder anzuheben – soviel vorweg: Dies gelang mir an diesem sonnigen Samstag!

In Affoltern am Albis war ich noch nie am Start. Somit beschränkte sich meine Streckenkenntnis auf das Karten- und vor allem Höhenprofil-Studium. Die gut 14 Kilometer führen weisen ein leicht einprägsames Profil auf: 4 Kilometer Steigung, 6 Kilometer Umrundung des Türlersees und wiederum 4 Kilometer hinunter ins Dorf.

Ich nahm mir vor, mein Pulver auf keinen Fall in der ersten (und praktisch einzigen) Steigung zu verschiessen. Dies vor allem auch in Anbetracht des unklaren Formstandes nach letzter Woche. Kurz nach dem Start sah ich zu meinem Glück einige bekannte Gesichter, die aus Erfahrung in meinem Stärkenbereich liefen. So heftete ich mich schon bald an deren Fersen und trabte mit einem Kilometerschnitt zwischen 4:06 und 4:45 Minuten dem See entgegen.

Kurz nach dem Kulminationspunkt und der ersten Wasserstelle – die ich wie immer und im Speziellen wegen der brennenden Sonne nützte – konnte ich einige meiner Zugpferde hinter mir lassen und heftete mich an die ein Frauenduo. Noch vor Rennmitte erfuhr ich durch Zuschauer, dass es sich dabei um die Frauen an dritter und vierter Position handelte. Ich war hier also gut aufgehoben – nicht zuletzt wegen dem gleichmässigen Schnitt von knapp über vier Minuten.

Zu Beginn des Rückwegs gelang es mir dann, auch die beiden Frauen hinter mir zu lassen und zu weiteren Läufern aufzuschliessen. Ich realisierte erfreut, dass ich meine Kraftreserven sehr gut eingeteilt und verwaltet hatte. Jetzt galt es, die verbleibende Energie haushälterisch bis zum Beginn des Gefälles einzuteilen. Dies gelang mir ausgezeichnet, auch wenn mich die noch folgenden (bescheidenen) Steigungen arg ins Schwitzen brachten. Endlich bogen wir wieder auf die bekannte Strasse ein, um kurz darauf talwärts die Beine laufen zu lassen. Im Gegensatz zu letzter Woche konnte ich bergab Tempo machen und auch mein lädiertes Knie hielt sich ruhig.

Ich konnte meinen Schnitt merklich drücken und kurz vor dem Ziel die Pace nochmals erhöhen. Mit einem beherzten Schlussspurt überholte ich die beiden unmittelbar vor mir laufenden Mitstreitern auf den letzten Metern und machte dabei sogar noch einen Kategorienrang (um 1,1 Sekunden!) gut. Mit 58.54,1 erreichte ich den 9. Rang von 36. Klassierten und durfte mich somit einmal mehr in den Top 10 einreihen.

Mit diesem Resultat blicke ich vorerst zuversichtlich in Richtung meines ersten Laufs über die Halbmarathondistanz. Möge das Lauf- und Wetterglück am kommenden Samstag mit mir sein!

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Rütilauf

Kurz zusammengefasst: Ein Lauf zum Vergessen! Nach meinen anhaltenden Knieproblemen (Patella-Band) kam vor Wochenfrist eine Bänderverletzung im linken Fussgelenk dazu, die mich dazu zwang, eine ganze Woche auf jegliches Lauftraining zu verzichten. Extrem kurzfristig – am Freitagabend – entschied ich mich dann, den Lauf trotzdem zu bestreiten, nicht zuletzt als Standortbestimmung.

Ich setzte mir zum Ziel, in den Bereich der letztjährigen Zeit zu laufen. Dafür musste ich einen 4-Minuten-Schnitt auf den Kilometer durchziehen. Aufgrund der engen Platzverhältnissen auf dem Startkilometer versuchte ich, gut wegzukommen, um mir ein wenig Luft zu verschaffen. Dies gelang mir gut, jedoch spürte ich bereits zu Beginn, dass die Beine nicht in Form waren. Ich machte vorerst eine gute Miene zum bösen Spiel und biss mich durch. Das warme Wetter mit der brennenden scheinenden Sonne trug das Seinige zur Anstrengung bei.

Je länger der Lauf dauerte, desto mehr rannte ich meiner Form hinterher. Die erste Wasserstelle kam dann wie gerufen und ich genoss die paar Schlucke und den erfrischenden Schwamm. Mit neuer Kraft ging es auf die kommenden zwei Streckendrittel. Zwischendurch konnte ich das Tempo sogar gut gehen, jedoch merkte ich meine schweren Beine vor allem in den Bergab-Passagen: Wo ich normalerweise Zeit und Ränge gut mache, waren heute die Beine wie blockierten und liessen sich nicht laufen lassen. So musste ich stattdessen zusehen, dass ich den Schnitt bergab wenigstens knapp drücken konnte.

Vor der zweiten Verpflegungsstelle konnte ich – auch dank des negativen Höhenunterschieds – den Schnitt nochmals drücken und Zeit gutmachen. Anschliessend wurde es dann aber wirklich hart und ich musste den einen oder anderen Läufer vorbei ziehen lassen. Erst kurz vor Schluss war es mir möglich, mittels Mobilisation der letzten Kräfte nochmals einige Position zurück zu gewinnen und den Lauf einigermassen vernünftig zu Ende bringen.

Schlussendlich resultierte in 47.01,3 Minuten der 12. Kategorienrang von 40 Teilnehmern. Keine Frage – hier wäre mehr drin gelegen! Nun gilt es, bis zum Türlerseelauf in einer Woche – spätestens jedoch bis zum Greifenseelauf in zwei Wochen – meine Form wieder zu finden respektive zurück zu kämpfen und keine Gedanken mehr an Rüti zu verschwenden.

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100-Kilometer-Lauf Biel

Nach der Teilnahme 2008 wollte ich es dieses Jahr zum zweiten Mal wissen und eine durchlaufene Nacht in Biel verbringen. Wiederum konnte ich Silja davon überzeugen, als Velobegleitung mitzukommen. In Wirklichkeit war es zwar eher so, dass sie mich überzeugte…

An der Läufer-Expo im Eisstadion erstand ich noch Kompressionssocken, da ich deren Wirkung schon lange einmal ausprobieren wollte. Ob es eine gute Idee ist, dies direkt auf dem 100er zu tun? No risk – no fun. Ansonsten setzte ich auf kurze Hosen und ein kurzes Laufshirt. Regen war zwar möglich, aber die Temperaturen sollten einigermassen erträglich bleiben. Bis kurz vor dem Start wurde der Regenradar im iPhone fleissig konsultiert und es zeigte sich, dass die Regenfront nordwestlich vorbei ziehen würde. Eine halbe Stunde vor dem Start zog Silja mit dem Rest der Velokarawane unter Glockenbebimmel von dannen.

Ich war froh, als der Startschuss um 22:00 Uhr endlich erfolgte. Die GPS-Uhr wurde gestartet und im leichten Laufschritt ging es Richtung Innenstadt. Wie immer werden die ersten 25 km ohne Begleitung gelaufen, da das Gedränge zu gross wäre. Ein erstes Highlight die Party-Stimmung in Aarberg nach 20 km, die ich dieses Jahr besser fand als bei meiner ersten Teilnahme. Nach gut zwei Stunden fühlte mich noch immer gut, als ich oberhalb von Lyss Silja traf.

Anschliessend das mühsame Teilstück über Oberramsern bis nach Kirchberg (55 km). Irgendwie litt ich die ganze Zeit und konnte den Lauf nicht wirklich geniessen. Ich verpflegte zwar gut und genügend, aber trotzdem kam keine richtige Lauffreude auf. Ich glaube auch, dass ich ein ziemlich schlechter Laufpartner für Silja war während dieser Zeit. Kaum zu Gesprächen bereit und mit mässigem Sinn für Humor. Bei Kirchberg trennten sich unsere Wege und ich musste den Ho-Chi-Minh-Pfad alleine unter die Füsse nehmen. Entgegen den Befürchtungen und Erfahrungen von der letzten Teilnahme konnte ich die gut 10 km bis nach Gerlafingen durchlaufen ohne Einbruch. Noch immer war es dunkel und ich war froh, eine Stirnlampe zu tragen.

Nach dem Zusammentreffen mit Silja lief ich noch immer mehr oder weniger gut, aber der nachfolgende Abschnitt war extrem monoton und es stellte sich wieder der mühsame Trott ein. Erst als dann an der Aare die Sonne aufging kam ein Hauch von Lauffreude auf. Auch war noch immer im Rennen um eine Sub-10-Zeit. Ich mobilisierte nochmals alle Kräfte und doch musste ich ab und zu Gehpausen einschalten. Die Flüssigkeitszufuhr hielt ich bis zum Schluss auf konstant hohem Niveau.

Fünf bis zehn Kilometer vor dem Ziel begann ich, meine Zielzeit hochzurechnen. Es würde etwas um die 10 Stunden werden… Darunter oder darüber? Je näher ich dem Ziel kam, desto bewusster wurde es mir, dass es für Sub-10 knapp nicht reichen würde. In der letzten Steigung vor dem Ziel wollte mich Silja nochmals verbal antreiben, doch ich war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich fertig, so dass ich weder verbal noch physisch etwas unternehmen konnte. Schlussendlich lief ich in 10:02.51,6 ein und erreichte den 7. Kategorienrang von 40 Teilnehmern.

Übrigens: Den Kategoriensieger hatte ich bei meiner letzten Teilnahme noch im Schlussaufstieg überholt und anschliessend abgehängt…

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