SOLA-Stafette

Dieses Jahr starten wir mit zwei Firmenteams. Ich habe mir Strecke 6 von Buchlern zur ETH Hönggerberg gesichert. Ein Revival meiner ersten SOLA-Teilnahme anno 2008. Seither haben sich aber einige Strecken verändert, so auch die sechste. Und in der Vorwoche gab es wegen der Limmattalbahn-Baustelle in Schlieren nochmals eine Anpassung, so dass wir nun an einem unserer Firmengebäude vorbei rennen.

Vom Zürich Marathon vor zwei Wochen habe ich mich gut erholt, seither jedoch eher lockere Trainings gemacht. Die 10.47 km und 230 hm sollte ich dennoch gut überstehen. Meine ungefähre Startzeit ist kurz nach 11:00 Uhr morgens. Ich fahre mit dem Roller zur ETH Hönggerberg und von dort mit dem Bus hinüber zur Buchlern. Dort treffe ich auf meine beiden Fans in Form meiner Eltern. Noch bleibt Zeit für einen kurzen Schwatz, letzte Getränke sowie eine WC-Pause. Kurz vor 11:00 Uhr reihe ich mich in meinen Startsektor ein.

Marco kommt auf die Minute pünktlich gemäss Fahrplan und bei schönstem Sonnenschein nehme ich den Stafettenstab entgegen und entschwinde sogleich mit einem veritablen Startsprint. Wie immer bei der SOLA bereits von Beginn weg im nahezu roten Bereich, voll auf Tempo laufend. Das Profil sollte bis nach Schlieren eher bergab  gehen, trotzdem werde ich noch von ein paar kleineren Steigungen überrascht. Trotzdem kann ich meine Pace klar unter 4:00 min/km halten und bin ständig am Überholen – zumeist aber Läufer der langsamen Teams. Einen Rhythmus finden ist schwierig und so lasse ich meine Beine so gut als möglich laufen. Dies gelingt natürlich vorzüglich hinab nach Schlieren.

Die Strassenquerungen werden jeweils von Helfern gesichert und die Bahngleise werden mittels Brücke überquert. Dann hinab am Firmengebäude vorbei und ab Richtung Limmat. Beim Wasserposten kurz vor dem Fluss gönne ich mir ein Wasser sowie einen Schwamm und mache anschliessend Tempo der Werdinsel entgegen. Ich fühle mich gut und möchte den Motor noch nicht überdrehen – im Wissen, dass die brutale Steigung alsbald folgt. Meine Erkältung, die mich kurz nach dem Marathon getroffen hat, ist noch immer spürbar und schränkt mich leicht ein.

Nach der Querung der Limmat befinden wir uns sehr bald am Fuss der Steigung. Nach den ersten paar Höhenmetern sehe ich meine Eltern ein zweites Mal und nehme die netten Worte mit in den Anstieg. Zwischendurch mache ich kurze Gehpausen. In der Vorwoche habe ich diesen Teil der Strecke besichtigt und kenne die Steigung. So teile ich es gut ein und kann mich motivieren, einige Abschnitte zu laufen. Oben angekommen finde ich ziemlich schnell wieder das Tempo und sprinte der ETH entgegen. Kurz bevor das Gelände in Sicht kommt, werde ich das einzige Mal auf der ganzen Strecke überholt – jedoch von einem Läufer eines langsamen Teams.

Vor dem Übergabebereich wartet die letzte Steigung, um das Gelände von oben her anzulaufen. Ich setze zu den letzten Überholmanövern an, ein richtiger Schlussspurt will mir aber dann erst im flachen Teil kurz vor Übergabe gelingen. Erschöpft übergeben ich den Stab, schicke noch ein paar nette Worte hintendrein und geniesse anschliessend die Stimmung und die Sonne auf dem Kunstrasen.

In 43:52 Minuten erreiche ich den 31. Rang auf meiner Strecke. Gesamthaft klassieren wir uns am Abend im Rang 70, nachdem wir am Mittag zwischenzeitlich auf Position 25 waren. Mit Apéro und Nachtessen beschliessen wir eine weitere Ausgabe des Teamevents wo der Spass klar im Vordergrund steht – die Klassierung wollen wir nächstes Jahr dennoch verbessern.

 

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Zürich Marathon

Zum diesjährigen Zürich-Marathon melde ich mich am letztmöglichen Termin eine Woche vor dem Rennen an. Eine nicht optimale Vorbereitung mit Achillessehnenproblemen anfangs Jahr und teilweise ungenügend Zeit für Trainings sorgen für Unsicherheit. Ich kann zwar sowohl die langen Läufe als auch die Intervalltrainings alle absolvieren, aber die mittleren Läufe kriege ich nicht alle unter. Und als dann noch ein Long Jog in der Hitze mit zu wenig Flüssigkeit und Essen ziemlich misslingt, zweifle ich zusätzlich. Jedoch geben mir sowohl die guten Trainings als auch die Erfahrung Zuversicht und als sich das Wetter perfekt ankündigt und der letzte Long Jog gut verläuft, entscheide ich mich zur Teilnahme. Der richtige Entscheid…

In den Tagen zuvor gibt es viel Kohlehydrate und am Vorabend quartiere ich mich wiederum bei den Eltern in Zürich ein. Tagwache ist um 06:00 Uhr mit perfektem Sonnenaufgang über dem Zürichberg. Heute soll es bis zu 28 °C werden. Somit ist die Devise, früh zurück im Ziel zu sein. Frühstück (Zopf mit Honig und eine halbe Banane), Tenüvorbereitung, Toilette und um 07:45 Uhr auf den Shuttlebus ab Strassenverkehrsamt zum Startgelände. Dreissig Minuten vor dem Start nochmals eine halbe Banane und die Flüssigkeitszufuhr weiterhin hoch halten. Im roten Startblock treffe ich auf bekannte Gesichter und stehe anschliessend kurz vor den 3-Stunden-Tempomacher ein, um vor dem Pulk laufen zu können. Trotz suboptimaler Vorbereitung, möchte ich wiederum die 3-Stunden-Schallmauer anpeilen. Entgegen der teilweisen Unsicherheit bezüglich meines Formstands freue ich mich extrem auf den Lauf. Wetter super, Magen (noch) bestens und top motiviert fiebere ich dem Startschuss entgegen.

Um Punkt 08:30 Uhr geht es los. Direkt hinter der Elite dauert es nur wenige Sekunden, bis ich die Startmatte überquere und ins Zuschauermeer rund um Bürkliplatz und Bellevue eintauche. Bereits bei der Quaibrücke erspähe ich meine persönlichen Fans ein erstes Mal und verabschiede mich sogleich auf die Ehrenrunde Richtung Bahnhof Tiefenbrunnen. Meine Taktik sieht vor, mindestens bis zur Halbmarathon-Marke – besser noch bis nach Meilen (Kilometer 25) – keine Reserven anzubrauchen mit konstanter Pace so um die 4:10 min/km. Dies ist nicht nur eine utopische Wunschvorstellung sondern gelingt vorerst exzellent, auch wenn ich zu Beginn wie gewohnt deutlich schneller unterwegs bin. Bald findet sich eine lose aber ziemlich konstant laufende Gruppe. Erneut passiere ich das Bellevue und biege ein in die Bahnhofstrasse – wohl wissend, dass diese Schleife am Schluss schmerzhafter sein wird als jetzt. Ich präge mir ein paar Stellen ein, um für die Schlusskilometer motivierende Anhaltspunkte zu haben.

Kurz vor der Viertelmarathon-Marke wird der Start nochmals überquert, bevor wir vorbei an Bürkliplatz, Quaibrücke, Bellevue, Opernhaus und Bahnhof Tiefenbrunnen hinunter nach Meilen geschickt werden. Der Wind ist heute durchaus ein Thema und äussert sich als Gegenwind auf dem Hinweg – zumindest psychologisch geschickt. Ich versuche teilweise im Windschatten zu laufen, führe aber oft, um entstandene Lücken zu schliessen. Ich fühle mich nach wie vor super, nutze jedoch jede Verpflegungsmöglichkeit, wo ich mir ein paar gehende Sekunden für die Verpflegung gönne. Von Beginn weg nehme ich Wasser und sobald es hat (Kilometer 15) auch zwei Bissen Riegel. Der Magen spielt bestens mit und auch die Blase lässt mich nach initialem Drang in Ruhe.

Die steigenden Temperaturen sind spürbar, dank regelmässigem Wasserkonsum geniesse ich aber vorwiegend Sonnenschein und trockene Verhältnisse – ein krasser Kontrast zur Teilnahme im 2016! Das zweite Viertel laufe ich ziemlich genau eine Minute langsamer als alle anderen Viertel. Witzig ist, dass Viertel 1, 3 und 4 sekundengenau gleich schnell sind. Die langsamere Pace auf den Kilometern 10-20 erkläre ich mir einerseits durch meine aktive Drosselung (keine Kräfte vorschnell verbrauchen), anfängliches Gedränge bei der Verpflegung sowie mit dem Gegenwind. Die Halbmarathonmarke passiere ich in 1:28.52 und somit mit einer guten Minute Reserve – noch kein komfortables Polster.

Weit vor Meilen kommt die Spitze entgegen. Schrittweise auch die weiteren Spitzenläufer sowie die führende Frau und spätere Siegerin Maude Mathys. Dan sehe ich extrem weit vorne, Marco scheine ich verpasst zu haben. Denn bereits biege ich in die Kehrschleife in Meilen ein und geniesse die laute Musik und die zahlreichen Zuschauer. Kurz ein Wasser und ab auf den Rückweg in die Stadt.

Nun darf ich gemäss meiner Taktik die Handbremse lösen. Mit gutem Gefühl laufe ich die Kilometer deutlich unter 4:10 Minuten und überhole einige Eliteläuferinnen. Ein gutes Zeichen, dass ich das Rennen bisher richtig eingeteilt habe. Mein Verpflegungskonzept behalte ich ebenfalls bei und habe keinerlei Probleme damit. Ab und an bieten auch Anwohner am Strassenrand Wasser an, wovon ich einmal Gebrauch mache. Noch immer säumt sich das Feld der Läufer auf der linken Seite Richtung Meilen, wo mir auch prompt ein Arbeitskollege kurz zuruft. Dann dünnt sich die Läuferschar aus, bis schliesslich der Besenwagen passiert. In Erlenbach sehe ich wieder meine Eltern. Auf dem Hinweg haben sie mich um ein paar Meter verpasst. Gutes Fotoshooting mit breitem Grinsen auf dem Gesicht.

Da ich mich weiterhin so gut fühle, kommen auch erste Zweifel auf, ob nicht plötzlich der Hammermann hinter der nächsten Kurve auf mich wartet. Parallel dazu beginnen die Rechenspiele: Welche Pace reicht, um unter drei Stunden im Ziel zu sein? Vorerst sind es 4:30 min/km. Doch bereits kommt wieder der Bahnhof Tiefenbrunnen ins Sichtfeld. Beim Verpflegungsposten kurz vorher habe ich die letzte Gelegenheit wahrgenommen und mir einen Notfallgel gekrallt, den ich als Gegenmittel zum möglichen Hammermann ins Ziel tragen will. Ab Bahnhof Tiefenbrunnen reicht mir bereits eine Pace von 5:00 min/km und ab da bin ich sehr sicher, dass ich meiner dritten Sub-3-Zeit entgegen laufe. Ich nehme mir vor, die letzten Kilometer durch die Zuschauermassen in der Innenstadt möglichst zu geniessen.

Leichter gesagt als getan: Nun wird es wirklich hart. Zwar kein plötzlicher Hammermann, aber dennoch sind die Beine unnötig schwer. Und nach Bellevue und Quaibrücke erwartet mich auch noch die unnötige Zusatzschleife zum Hauptbahnhof. Trotzdem geniesse ich die Anfeuerungsrufe, kann mich aber nur noch mit einem gequälten Lächeln bedanken. Anfangs Bahnhofstrasse passiere ich das bereits zu Beginn wahrgenommene Schild «39″. Beim erneuten Rechenspiel zeigt sich, dass die Sauerstoffversorgung meines Hirns nicht mehr optimal ist: Bei noch 18 verbleibenden Minuten und zwei Kilometern schliesse ich, dass ich nun 9:00 min/km laufen darf. Der Fehler ist offensichtlich: es sind noch gut drei Kilometer bis ins Ziel. Beim Wendepunkt Nähe Hauptbahnhof bemerke ich meinen Fehler, was die Motivation nicht gerade steigert. Aber auch so bleibt noch genügend Spielraum.

Leider muss ich nun meinen Mitläufer, mit dem ich seit Höhe Opernhaus unterwegs bin, langsam ziehen lassen. Die Pace bricht zwar nicht völlig ein, aber ich bin nicht mehr in der Lage, mich zu steigern. Ein letztes Wasser mit Gehpause kurz vor dem Bürkliplatz, den Gel brauche ich aber nicht. Mit letzten Kräften hinein in den langgezogenen Schlussspurt und ins Zuschauermeer. Eine Arbeitskollegin nehme ich noch wahr, aber meine Eltern kurz vor dem Ziel werden bereits ein Opfer des Tunnelblicks. Erst als ich die Ziellinie überquert habe, kommt das Bewusstsein, das grosse Ziel erreicht zu haben – «Sub 3″! Nun geniesse ich den Moment, die Sonne und meine schweren Beine.

Ich bin vorbehaltlos zufrieden, auch wenn eine Steigerung am Schluss nicht mehr drin gelegen ist. Das Rennen bin ich extrem konstant gelaufen und die zweite Hälfte sogar eine Minute schneller als die erste. Schlussendlich resultieren 2:56.41,6 Stunden. Meine Bestzeit habe ich um knapp 40 Sekunden verpasst. Wenn mir jemand diese Zeit am Start angeboten hätte, wäre meine Unterschrift sicher gewesen – gerade auch aufgrund der Tatsache, dass ich anfangs Jahr wegen der Achillessehne überhaupt nicht trainieren konnte und auch sonst die Vorbereitung nicht perfekt war.

In meiner Alterskategorie erreiche ich den 31. Rang von 535 Klassierten. Gesamthaft den 72. Rang und somit Top 100. Zufrieden und nach wie vor ein bisschen ungläubig schlendere ich zurück zum Bahnhof Enge.

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NightRun Glattzentrum

Am Abend nach dem Männedörfler Waldlauf gibt es nochmals 10 Kilometer in Wettkampftempo. Ich habe mich zusätzlich zum NightRun im Glattzentrum Wallisellen angemeldet. Dabei müssen zwei Runden à fünf Kilometern auf einem abwechslungsreichen Kurs ums Einkaufszentrum absolviert werden. Der Start ist bei Dunkelheit um 20:20 Uhr und die Strecke dabei teilweise beleuchtet.

Es wird geraten, mit Stirnlampe zu laufen. Aufgrund von Erfahrungsberichten entscheide ich mich dagegen – eine mässig gute Entscheidung, wie sich zeigen sollte. Der Lauf ist klar ein Erlebnislauf mit viel Musik, Party und bunten Lichtern. Durch das Organisationskomitee sind jedoch auch jeweils ein paar Spitzenläufer aus der Triathlonszene dabei.

Ich reise komfortable mit dem Auto an, hole die Startnummer und erledige noch ein paar Einkäufe, bevor ich mich im Auto umziehe. Der Start ist direkt vor dem Haupteingang und nach einem kurzen, animierten Aufwärmen darf eingestanden werden. Ich positioniere mich vorne, direkt hinter der Elite und den vorderen Couple-Läufern (Stafette mit je einer Runde). Nach dem Startschuss geht es zuerst verwinkelt durchs Parkhaus, bevor wir auf einen Naturweg in die Dunkelheit einbiegen. Die Spitze zieht rasch weg und ich kann mich dahinter mit einigen Läufern positionieren. Noch hat es durch Begleiter sowie vereinzelte Stirnlampen genügend Licht, so dass ich mir den Kurs einprägen kann.

Bald zieht sich das Feld in die Länge und ich habe einige Meter Freiraum vor und hinter mir. Auf dem Rückweg der Schleife geht es durchs Wohnquartier, wo auch mitten in den Häuserblocks eine zusätzliche Schleife gelaufen wird. Dort ist die Strecke auch gut beleuchtet und klar markiert. Nur teilweise muss man bei Richtungswechseln extrem aufpassen, dass man die richtige Spur erwischt, geht es doch an Veloständern, Hauseingängen, Baustellen und unter Unterführungen durch.

Kurz vor Ende der ersten Runde bin ich ziemlich alleine und muss eingangs Glattzentrum prompt im Vorbeilaufen einen Streckenposten nach dem Weg fragen. Einfach im Parkhaus Richtung Haupteingang. Und so passiere ich den Start und werde auf die zweite Runde geschickt. Und in dieser hat es vor allem die erste Hälfte in sich: Mit ans Licht gewöhnten Augen in der Dunkelheit bin ich froh, den Streckenverlauf in der ersten Runde einigermassen eingeprägt zu haben. Trotzdem gibt es ein paar schwierige Passagen wir Brücken oder ganz gemein die Fotostation mit Blitz und anschliessender 90-Grad-Kurve.

Inklusive einem Becher Isostar meistere ich die halbe Runde souverän und kann die Pace auf auf dem Schlussabschnitt fast halten. Dies ist nicht selbstverständlich, bin ich doch bereits im Slalom-Modus, um die langsamen Läufer möglichst effizient zu überholen. Gar nicht so einfach bei den zahlreichen Verengungen und Richtungswechseln.

Kurz vor Schluss werde ich noch überholt, kann jedoch souverän kontern und zu einem langgezogenen Schlussspurt ansetzen. Mit gutem Gefühl laufe ich ins Glattzentrum ein und klatsche auf dem roten Teppich noch einige Kinderhände ab, bevor ich in 37.46,1 Minuten ins Ziel einlaufe. Dies bringt mir den 11. Rang von 243 Teilnehmenden ein. Mit dem Lauf bin ich zufrieden und gönne mir noch ein paar Stück Kuchen im Zielraum.

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Männedörfler Waldlauf

Nachdem ich den Lauf letztes Jahr ausgelassen habe, ist es nun an der Zeit, meinen neuen Heimlauf direkt vor der Haustür zu bestreiten. Speziell ist heuer, dass ich am Abend einen weiteren 10-km-Wettkampf bestreite und somit einen Halbmarathon in zwei Etappen laufe. Dies als Vorbereitung auf dem möglichen Weg zum Zürich Marathon.

Bestes Laufwetter erwartet uns und auch die Wege sollten trocken sein. Fast perfekte Voraussetzungen also. Ich reise mit Bus und zu Fuss an und treffe auf Dan und Guido. Kurzer Schwatz, Tenü anziehen (kurz/kurz) und ein kurzes Einlaufen, bevor wir uns an die Startlinie stellen. Das Teilnehmerfeld scheint kleiner zu sein als auch schon.

Unmittelbar nach dem Startschuss ermahne ich mich nochmals, nicht zu schnell anzugehen. Die Verengung und der initiale Anstieg machen es leicht, den Motor zu überdrehen. Ich halte mich zurück und lasse Dan rasch ziehen. Das Gefühl ist gut und so laufe ich stets mit etwas Reserve und beabsichtige, nie in den roten Bereich zu gehen.

Bereits bei Kilometer 1 sehe ich Silja und Carla ein erstes Mal. Schön, beim Heimspiel Fans am Streckenrand zu haben! Ich bleibe im Flow und nutze die Bergab-Passagen, um Tempo zu machen. Nach der Kehrschleife Richtung Oetwil warten meine Fans ein zweites Mal, wo ich mir die Zeit nehme, Carla kurz zu begrüssen. Mit weiterhin gutem Gefühl geht es der Hauptsteigung entgegen. Auf der Geraden dorthin kann ich nochmals Kräfte sammeln. Auch bergauf überdrehe ich nicht und bleibe innerhalb der Limiten.

Beim finalen Waldstück meldet sich mein Magen. Dadurch bin ich auf den letzten Kilometern ein wenig eingeschränkt und muss leicht reduzieren. Trotzdem bringe ich das Rennen den Umständen entsprechend in guter Zeit nachhause. Kurz vor und im Ziel treffe ich wieder meine Familie und wir reisen anschliessend mit dem Bus zurück.

Mit meiner Zeit von 47.05,4 Minuten erreiche ich den 17. Rang von 83 Läufern meiner Kategorie. Meine langsamste Zeit auf dieser Strecke bisher – teilweise den Umständen geschuldet.

 

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Pfäffikersee-Lauf

Einmal mehr der Pfäffikersee-Lauf zum Saisonabschluss. Ein würdiges Finale einer super Saison in gewohnter Laufumgebung. Auch wenn mein Trainingsrevier sich leicht verschoben hat, so kenne ich die Wege um den Pfäffikersee bestens und bin mit den Tücken der Strecke vertraut.

Das Laufwetter präsentiert sich nach heftigem Regen am Vorabend nahezu perfekt. Bedeckter Himmel bei angenehmen Temperaturen. Schon vor dem Lauf treffe ich Cesco und so vergeht die Zeit bis zum Start wie im Flug. Ich reihe mich ziemlich vorne ein im Wissen, dass die ersten zwei Kilometer eher eng für die Läuferschar sind.

Dank meiner guten Startposition komme ich relativ gut weg und kann sofort eine Sub-4-Pace laufen. Mein Schlachtplan ist, nach einem üblicherweise zu schnellen Start eine 4er-Pace zu laufen und in der zweiten Hälfte aufdrehen, was noch möglich ist. Doch die Pace bleibt konstant unter vier Minuten und ich fühle mich bestens.

Bereits in Pfäffikon ist das Feld ziemlich auseinander gezogen und das Laufen auf den eher schmalen Kieswegen trotz Spaziergänger und Wasserpfützen gut möglich. Zwischen Pfäffikon und der Steigung nach Ruetschberg ziehe ich meine obligate Konsolidierungs-Phase ein und versuche, möglichst konstant zu laufen. Auch dies gelingt mir gut mit einem schnellen Tempo. Und als die Steigung vergleichsweise sehr leichtfüssig dahinschmilzt, kommt immer mehr Freude auf.

Jetzt nur noch die Zusatzschleife und dann wieder hinunter zum See. Bergab schaffe ich es nicht wie sonst üblich, reichlich Tempo zu machen, sondern muss sogar einen Konkurrenten überholen lassen. Auch am See entlang Richtung Wetzikon beisse ich nochmals ziemlich, um dran zu bleiben. Ein Blick auf die Uhr und eine überschlagsmässige Rechnung zeigt aber, dass ich auf PR-Kurs bin. Also nochmals alle Kräfte mobilisieren – schliesslich sind es nur noch zwei Kilometer.

Kurz vor dem Ende der Naturschutzzone dann eine unschöne Szene: Rettungskräfte, Polizei und ein Rega-Helikopter mitten auf dem Weg. Die Polizei lotst uns dicht am Helikopter über das Moor, das spätere Feld wird grossräumiger umgeleitet. Ich sehe gerade noch, wie der Sportler in den Heli geladen wird und wünsche stumm alles Gute im Vorbeigehen. Die Szene beschäftigt mich ziemlich, aber schliesslich ist die Person in besten Händen, so dass ich mich auf den Schlussspurt fokussieren sollte.

Zusammen mit drei weiteren Läufern biege ich auf die Motorenstrasse ein: Die bestens bekannte und viel zu lange Zielgerade. Mein Puls ist hoch, die Flasche ziemlich leer. Trotzdem gelingt es mir, auf die zweite Position unserer Vierergruppe zu laufen. Und dank den zahlreichen jubelnden Zuschauer links und rechts kann ich sogar noch einen ungeahnten Turbo zünden: Mit einem herzhaften und langen Sprint distanziere ich die Gruppe und laufe in persönlicher Bestzeit von 46.47,6 Minuten ins Ziel. Dies bringt mir den 14. Kategorienrang bei 219 klassierten Teilnehmern ein.

Im Ziel bleibt Zeit, mit Cesco, Ralph und Bea die Saison Revue passieren zu lassen und Zukunftspläne zu schmieden. Trotz super Form schliesse ich die Saison ab. Reizen würde mich ein (flacher) Marathon trotzdem noch, um zu schauen, was in dieser Verfassung drin liegt.

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Jungfrau-Marathon

Nachdem ich vor Jahresfrist bei bestem Wetter aus privaten Gründen am Morgen vor dem Lauf aus Interlaken abreisen musste, wollte ich die offene Rechnung mit der Jungfrau dieses Jahr begleichen. Bei diesem Lauf in schönster Umgebung hofft man natürlich umso mehr auf Wetterglück, dieses scheint in der Vorwoche jedoch nicht einzutreffen. Und so ist es am Freitag bei Anreise noch schön, doch Regen ist am Samstag fest eingeplant – die Prognosen sind sich nur noch nicht einig, wann genau dieser einsetzen soll.

Erste Tropfen fallen bereits am Morgen in Interlaken, so dass ich mich für kurz/kurz mit Ärmlingen entscheide. Dies ist zwar für die erste Hälfte eher zu warm, doch sollen es auf der Kleinen Scheidegg nur gerade 5 °C bei Regen werden. Der Anlass ist perfekt durchorganisiert und die Stimmung im Startgelände trotz fehlendem Sonnenschein bestens. Ich verlade mein Gepäck zum Transport ins Ziel, laufe locker ein und nutze die Selbstmassage-Stationen während ich die Startstimmung auf mich wirken lasse und geniesse. Gerade um die Alphornbläser und Fahnenschwinger sammeln sich Heerscharen von asiatischen und arabischen Touristen.

Um 08:30 Uhr erfolgt der Startschuss durch Dario Cologna. Eine Premiere bei der Jubiläumsausgabe zur 25. Durchführung ist der Blockstart in Abständen von fünf Minuten. Mit meiner Zielzeit starte ich im ersten Block zusammen mit der Elite. Anders als bei meinen bisherigen Marathons geht die Masse den Lauf eher gemütlich und sogar leicht unterhalb meiner Zielpace an. Die Strassen sind aber breit, so dass ich mich schnell einordnen und gemäss meinem Fahrplan laufen kann. Ich habe mehr oder weniger nach meinem bewährten Sub-3-Marathon-Trainingsplan trainiert und visiere hier eine Sub-4-Zeit an.

Auf der grösstenteils flachen ersten Hälfte habe ich mir vorgenommen, mit der Marathonpace von 4:15 min/km zu laufen und anschliessend zu schauen, was die Beine hergeben. Auf den ersten Kilometern bin ich leicht schneller, was sich bei den Steigungen Richtung Lauterbrunnen wieder aufhebt. Gerade in den leichten Bergaufpassagen ist es jeweils schwierig, einzuschätzen, was die optimale Pace ist, ohne zu überdrehen. Zumal ich mich sehr gut fühle und den Lauf geniesse.

In Lauterbrunnen werden wir Läufer herzlich von den Zuschauern am Strassenrand empfangen. Es geht durchs Dorf hindurch zu einer Zusatzschleife im Landegebiet der Base-Jumper. Und in der Tat öffnet sich direkt über mir mit lautem Rauschen ein Fallschirm und der Base-Jumper gleitet zur Landewiese links neben der Laufstrecke. Im engen Tal zwischen den Felswänden lässt sich kurzzeitig sogar die GPS-Uhr aus der Ruhe bringen und erarbeitet sich eine Abweichung gegenüber der gelaufenen Strecke. Erst am Fusse des Aufstiegs findet sie sich wieder.

Und dieser Aufstieg nach Wengen kurz nach Kilometer 25 hat es in sich. Eigentlich eher eine Wand denn ein Weg. Auf dem Streckenprofil sah es schon steil aus, aber die erstmalige Erfahrung ist nochmals eindrücklicher. Ich wechsle zwischen Laufen und Gehen und kämpfe mich hoch. Gemäss Zeitmessung mache ich in dieser Phase einige Ränge gut, auch wenn es sich ziemlich langsam anfühlt. Noch vor dem Dorf wird der Weg wieder laufbar und ich kann Tempo aufholen. Ich fühle mich richtig gut und fliege förmlich Wengen entgegen.

Die Stimmung im Dorf ist super aber schnell vorbei. Es wartet der nächste Aufstieg. Langsam macht sich der Hunger bemerkbar. Bisher habe ich nichts gegessen, jedoch von der ersten Möglichkeit an neben Wasser auch Bouillon zu mir genommen, um das Salz zu ersetzen. Da ich gegenüber dem normalen Marathon etwa eine Stunde länger unterwegs sein werde, muss wohl festere Nahrung her. Ich entscheide mich für einen Winforce-Gel, von denen ich zwei dabei habe und weiss, dass ich sie gut vertrage. Den Magen möchte ich mir nämlich höchst ungern «kaputt machen», so kurz nach Kilometer 30. Bei der nächsten Verpflegungsmöglichkeit «Café Oberland» schnappe ich mir ein Wasser und geniesse den Gel, der den Hungerast erfolgreich verhindert.

Der Nebel wird mit steigender Höhe dichter und die Feuchtigkeit nimmt zu. Ich kann den Grossteil laufen, muss aber bei den steilen Passagen immer wieder Gehpassagen zulassen. Die Strecke ist perfekt markiert und sogar alle 250 Meter ausgeschildert. Bei den Kilometermarkierungen stehen zusätzlich (vom Start weg) Helfer und feuern die Läufer an – Spitzenklasse. Einige Streckenposten haben nach Wengen noch zusätzliche Aufgaben: Da die Strecke nicht über die Weideroste sondern daneben durch führt, müssen die Kühe aktiv zurückgehalten werden.

Die schlechten Sichtverhältnisse lassen leider das Geniessen der Aussicht nicht zu. Zudem weiss ich bei meiner Premiere bei Sichtweiten von unter 100 Metern auch nicht, wie lange die Steigung noch anhält respektive wo der Weg sich fortsetzt. Eigentlich müsste langsam die Moräne kommen, denke ich mir… Doch noch laufen wir über Wiesen und Schotterwege, deren flache Steine schön rutschig sind. In den Sanitäts- und Massagezelten sieht man ab und zu wieder jemanden dick eingepackt sitzen. Die Waden ziehen sehr bei den steilen Passagen und lassen dort ein Laufen nicht mehr zu. Ohne klares Ziel vor Augen ist es schwierig, motiviert zu bleiben. Hauptsache ins Ziel kommen, sage ich mir, während ich mich den steilen Hang hinauf kämpfe.

Endlich höre ich aus dem Nebel einen Dudelsack pfeifen – das unmissverständliche Zeichen, dass der Kulminationspunkt naht! Und nach einer weiteren Wasserstelle laufe ich endlich auf der Moräne dem Pfeifen entgegen. Jetzt taucht der Dudelsackspieler auf und ich bin überglücklich – erste Emotionen kommen hoch. Jetzt nur noch bergab ins Ziel. Die Beine laufen lassen ist bei diesem rutschigen Terrain nicht ganz ohne nach über 40 Kilometern und die Flasche ist langsam leer. Ein Schlussspurt, der den Namen auch verdient hat, liegt nicht mehr drin. Hingegen kann ich den Zieleinlauf – wiederum von zahlreichen Zuschauern gesäumt – voll geniessen und freue mich riesig, die 4-Stunden-Marke unterboten zu haben.

In 3:54.03,2 Stunden erreiche ich mein Ziel und den 26. Rang von 429. Klassierten in meiner Alterskategorie. Overall erreiche ich mit dem 97. Rang sogar die Top 100, was mich zusätzlich freut.

Neben einer Regenpelerine gibt es eine Finisher-Medaille, das Finisher-Shirt und reichlich Verpflegung. Anschliessend gehe ich direkt zum Gepäckdepot, wo die fleissigen Helfer die Gepäckstücke bereits nach Startnummern sortiert haben. Nach kurzer Suche im Haufen finde ich meinen Rucksack und freue mich auf die warme Dusche im Zelt. Noch ist es ziemlich leer und ich geniesse es, wie die Lebensgeister langsam in die unterkühlten Extremitäten zurück finden.

Die Rückreise führt mich mit der Bahn via Grindelwald nach Interlaken, wo nach wie vor Feststimmung herrscht. Rundum zufrieden trete ich die Heimreise an und kann mir gut vorstellen, in der Hoffnung auf super Wetter diesen perfekt organisierten Lauf wieder einmal zu absolvieren.

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Rheinfall-Lauf

Wieder einmal ein neuer Lauf für meine Galerie. Der Rheinfall-Lauf führt seit diesem Jahr über die Halbmarathon-Distanz, lässt sich aber wegen den coupierten Single-Trails nicht wirklich mit anderen Halbmarathons vergleichen. Trotzdem bietet mir der Lauf die optimale Vorbereitung drei Wochen vor dem Jungfrau-Marathon.

Ich reise bequem per Bahn an und treffen Ralph und Beatrice in der Rhyfallhalle. Die Organisation ist perfekt, trotzdem wirkt die Veranstaltung klein aber fein. Startnummer abholen, Wertsachen deponieren und Renntenue montieren. Es herrscht beinahe perfektes Laufwetter und ich fühle mich gut – bis auf die Beine, die vom vorgestrigen Intervalltraining noch nicht ganz erholt sind.

Mein Plan fürs Rennen ist, in der Marathon-Pace von knapp 4:15 min/km anzulaufen und bei Rennhälfte schauen, was noch drin liegt. Erst um 10:30 Uhr fällt der Startschuss und ich gehe natürlich wieder zu schnell los. Da ich mich gut fühle, lasse ich dies auf den ersten Kilometern durch Neuhausen zu. Zu Beginn sind die Wege noch breit und die Positionskämpfe können problemlos ausgefochten werden. Ich lasse mich jedoch nicht gross darauf ein und versuche, meinen Rhythmus zu finden.

Die Verpflegungsposten sind sehr zahlreich, alle 2.5 km gibt es Wasser. Ich nehme jeweils 2-3 Schlucke, ohne gross abzubremsen. Durch die sehr abwechslungsreiche Strecke fühlt es sich an, als fliegen die Kilometertafeln vorbei. Beim Schloss Laufen ist bereits ein Viertel gelaufen und nun geht’s den Rhein hinunter nach Rheinau. Durch das Unwetter vor Wochenfrist musste die Strecke leicht angepasst werden, so dass ein Single-Track-Stück weg fällt.

Bei Halbzeit hat sich das Feld schon ziemlich in die Länge gezogen und auf den Waldstücken kommt ist es nun oft so, dass ich vor und hinter mir niemanden sehe. Beim nächsten Single-Track laufe ich auf zwei Läufer auf und muss mich so dem Rhythmus anpassen. Kurz vor Rheinau wird es wieder breit und ich kann überholen, bevor ich mich nach der Kirche kurz orientieren muss, bevor ich den richtigen Weg finde.

Der Rückweg ist nun ausschliesslich direkt am Rhein auf dem schmalen Wanderweg zu laufen. Überholen ist schwierig und stets mit der Gefahr verbunden, im Rhein zu landen, was mir einmal auch beinahe passiert. Hinter mir vernehme ich einen Sturz, der glücklicherweise nur mit Schürfungen verläuft. Es hat ein paar sehr kritische und steile Stellen ohne Befestigungen, die mit den bereits müden Beinen nicht leicht zu laufen sind.

Ich scheine mein Rennen gut eingeteilt zu haben, kann ich doch meine Pace halten und überhole nur noch, ohne selber überholt zu werden. Die Kilometer fliegen vorbei und schon sehe ich das Rheinfall-Becken auftauchen. Ein letzter, lang gezogener Schlussspurt und durchs Ziel in 1:28:56,6 Stunden.

Oben in der Halle staune ich nicht schlecht, als ich sehe, dass ich damit 5. meiner Alterskategorie (von 90 Klassierten) und 13. Overall geworden bin! Damit hätte ich wahrlich nicht gerechnet mit diesem Lauf direkt aus dem Training heraus. Natürlich bin ich damit vollends zufrieden und freue mich auf das Saisonziel in drei Wochen.

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Pfäffikersee-Lauf

Diese Saison war ich nicht sehr aktiv im ZüriLaufCup. Zum Abschluss-Heimlauf hatte ich mich aber bereits ganz am Anfang des Jahres angemeldet. Nach der Abreise am Morgen des Jungfrau-Marathons aus persönlichen Gründen wollte ich nun nochmals meine Form testen. Die letzten zwei Wochen war aber fast kein Training möglich, so dass ich ohne grosse Erwartungen an den Start ging.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, auch wenn es für mich schon wieder ein wenig zu heiss war. Der leichte Wind machte es aber halbwegs erträglich. Kurz vor dem Start begrüsste mich noch Ralph, der eine Stunde zuvor gestartet war und soeben ins Ziel gelaufen ist. Pünktlich ging es auch bei uns los und ich starte wie immer klar zu schnell. Den ersten Kilometer durchmesse ich in 3:30 Minuten. Jetzt aber vernünftig werden, wenn ich nicht bei Halbzeit zusammenbrechen möchte!

Also konsolidiere ich meinen Akku bis nach Pfäffikon. Dort die erste Verpflegung mit Schwämmen und Wasser – sehr willkommen. Dann entlang dem See in «fröhlicher Erwartung» der folgenden Steigung. Zuvor passieren wir noch die 6-Kilometer-Marke. Gefühlt hätte ich gesagt, wir müssen bereits deutlich mehr als die Hälfte haben. So täuscht man sich, was nicht gerade zur mentalen Motivation beisteuert.

Dann eben hinauf Richtung Kulminationspunkt der Strecke. Ich laufe konstant, jedoch nicht in hohem Tempo. Verliere jedoch lediglich eine Position ganz zu Beginn. Oben nochmals einen Schluck Wasser und dann leicht hinunter zur Schleife in den Wald. Ich laufe ziemlich am Limit, kann aber meine Pace konstant halten. Ohne Schatten geht es wieder Richtung See und schliesslich hinunter zum Seerundweg.

Die letzten drei Kilometer kenne ich wie meine Hosentaschen, schliesslich ist das eine meiner bevorzugten Trainingsstrecken. Selten bin ich jedoch bereits so am Kämpfen bei dieser Stelle. Ich kann nach wie vor eine Sub-4-Pace laufen, habe aber nicht mehr viel Benzin im Tank für einen möglichen Schlussspurt.

Kurz vor dem Ziel dann Anfeuerungsrufe von Miriam und Felix, die mich nochmals pushen. Ich kann das Tempo nochmals konstant erhöhen und auf der Zielgeraden zwei Ränge gut machen. Schlussendlich komme ich in 48.30,3 ins Ziel und schaffe es damit knapp in die Top 20 meiner Kategorie mit 177 Läufern. Den Umständen entsprechend bin ich vollauf zufrieden mit der Leistung und freue mich auf die nächste ZLC-Saison!

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SOLA-Stafette

Nach einem Jahr Unterbruch stehe ich mit unserem Firmenteam wiederum am Start und habe mir die anspruchsvolle Strecke 5 gesichert. In 13.88 km von der Felsenegg zur Buchlern mit 305 Steigungs-Höhenmetern. Laut unserem internen Zeitplan muss ich etwa um 10:15 Uhr mit meinem Start rechnen. Dies bedeutet für mich, um 7:30 Uhr von Wetzikon mit der S-Bahn nach Adliswil zu fahren. Von dort geht es mit den Shuttle-Bussen zur Buchenegg und weiter 1.5 km zu Fuss zur Felsenegg.

Die Organisation ist wie immer top: Toiletten, Getränkestand, Kleidertransport und Übergabezone. Zudem spielt das Wetter perfekt mit – sogar eher zu warm. Noch habe ich eine Stunde Zeit bis zum Startfenster und so geniesse ich Wetter und Stimmung während meinen Vorbereitungsarbeiten. Gepäck für meinen Vorläufer deponieren und eigenes dem Transport übergeben. Kurz nach 10 Uhr betrete ich meinen Block und warte mit den knapp 1000 Mitstreitern auf  die Übergabe. Zahlreiche Übergaben klappen nicht und man leidet richtig mit, wenn eine ausgepowerte Läuferin bis zu 15 Minuten verzweifelt auf ihren Partner warten muss.

Laufend werden die ankommenden Nummern ausgerufen, so dass man sehr konzentriert hinhören muss. Prompt ist es so, dass dann überraschend Lukas vor mir steht. Entweder wurde unsere Nummer nicht ausgerufen oder es ist mir entgangen. Kein Problem: Ich bin bereit und im Nu mit dem Stafettenband unterwegs.

Eine kurze horizontale Strecke zur Hinter Buchenegg, bevor der Weg steil abfällt. Ich starte selbstverständlich viel zu schnell und überhole ständig. Bergab mache ich Tempo und nehme in Kauf, bereits in der frühen Phase meine Oberschenkel zu malträtieren. Im Tal angekommen, versuche ich, eine gute Pace und somit einen Rhythmus zu finden. Dies gelingt mir ziemlich gut bis schon die nächste, sehr aggressive Steigung ansteht. Ich laufe fast bis oben, wechsle dann aber für den steilsten Schlussaufstieg kurz ins Gehen.

Oben dauert es einige Schritte, bis ich wieder Tempo aufholen kann. Der Puls ist mittlerweile an der oberen Schwelle angekommen. Doch auch hier bin ich ständig auf Überholkurs. In der Vorbereitung zum Zürich Marathon habe ich die Strecke in einen Long Jog eingebaut und kenne daher deren Charakteristik. Somit cruise ich die folgenden knapp drei Kilometer dahin, bevor es in einem steilen Abstieg wieder ins Tal geht. Auch beim Abstieg mache ich wieder ordentlich Tempo und gönne mir im Tal bei der Verpflegung ein Wasser.

Durch die vorhergehende Bergab-Passage konnten Puls und Atmung etwas erholen, so dass ich nun die Pace auch horizontal unter 4 Minuten pro Kilometer halten kann. Leider nur knapp zwei Kilometer, denn jetzt folgt die ultimative Bewährungsprobe mit der Hauptsteigung: 150 Höhenmeter am Stück. Schon am Fuss der Steigung sehe ich ein Heer von gehenden Teilnehmer. Ich setze mir kleine Zwischenziele, zu denen ich jeweils laufen will. Mit zwischenzeitlichen Gehsequenzen versuche ich, Kräfte einzuteilen. «Ich bin definitiv kein Bergläufer» ist ein häufiger Gedanke während dieser Phase.

Mit Ach und Krach kämpfe ich mich auf den Berg und bin dann definitiv froh, oben angekommen zu sein. Insgesamt habe ich mich ganz gut geschlagen und kann es jetzt hinab zur Buchlern rollen lassen. Keine Gnade den Oberschenkeln! Eine kurze Hochrechnung zeigt mir, dass ich gut in meiner geschätzten Zeit liege und mobilisiere die letzten Kräfte. Kurz vor dem Ziel passiere ich noch einen Läufer, der sich offensichtlich zu sehr übernommen hat und von der Sanität betreut wird.

«100 msola16_e05_dn_0180 bis zur Zeitmessung» kündet ein Schild an und fordert mich zum Schlussspurt heraus. Mit Hochgeschwindigkeit geht es hinein in die Wechselzone, wo Marcel bereit steht und uns ein optimaler Wechsel gelingt. Geschafft! Kurz setze ich mich auf den Kunstrasen und geniesse wiederum Wetter und Atmosphäre. In 56:46,2 Minuten erreiche ich den 47. Rang auf meiner Strecke und bin damit zufrieden. Gesamthaft erlaufen wir den 54. Rang von knapp 1000 Teams. Eine gute Leistung trotz einigem Steigerungspotenzial innerhalb der Firma.

Bereits im Bus sitzend, erreicht mich eine Nachricht von Papi, dass er spontan zur Buchlern gekommen sei und mich offensichtlich verpasst habe. Da ich nicht mit ihm gerechnet hatte, war ich so fokussiert auf die Übergabe, dass ich ihn überhaupt nicht gesehen habe. Wir treffen uns dann doch noch auf eine gemeinsame Cola, bevor der SOLA-Tag am Abend mit dem Apéro beim Zieleinlauf und dem gemeinsamen Nachtessen ein gemütliches Ende findet.

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Flughafenlauf

Trotz praktisch nichtiger Vorbereitung lockt mich das perfekte Frühlings Sommerwetter nach Kloten zum traditionellen Flughafenlauf. Seit dem Zürich Marathon vor zwei Wochen bin ich praktisch nicht mehr gelaufen. Zudem habe ich im laufenden WK eine Woche mit sehr wenig Schlaf hinter mir. Egal – ab auf die S-Bahn nach Kloten Balsberg.

Die Nachmeldung klappt problemlos und die Sonne brennt bereits ziemlich kräftig herunter. Jonas ist mit dem Rennrad gekommen und hat sich ebenfalls spontan angemeldet. Dan ist auf der Startliste, am Start entdecke ich ihn jedoch nicht. Umziehen, Wertsachen abgeben, Toilette und einen letzten Gel zu mir nehmen. Das Frühstück war wirklich früh und dementsprechend spüre ich ein Hungergefühl. Der Magen sollte sich auch später noch melden…

Silja schafft es noch vor dem Start und ich verabschiede mich kurz. Nach dem Start um 11:30 Uhr fällt die Strecke steil zum Kreisverkehr ab. Ein Polterer stellt sich in die erste Startreihe und sprintet bis zum Kreisverkehr zu seinen Polterkollegen. Ich hefte mich an Jonas› Fersen, muss ihn aber schon bald ziehen lassen, um meinen Motor nicht zu überdrehen.

Sorgen machen mir weniger die Müdigkeit oder meine Beine sondern vielmehr der Magen. Irgendwie scheint der Gel und die Getränke nicht allzu gut bekommen sein und ich habe ein beklemmendes Gefühl. Leicht drossle ich das Tempo, das zu Beginn sowieso viel zu hoch ist, und probiere meinen Rhythmus zu finden. Hinauf nach Oberglatt pfeift ein kräftiger Gegenwind und ich muss zudem über weite Strecken Führungsarbeit für eine kleinere Gruppe leisten.

Hochs und Tiefs wechseln sich ab, bevor ich die erste Verpflegung erreiche und mir ein paar Schlucke Wasser genehmige. Hoffentlich lässt sich der Magen dadurch beruhigen. Weiter geht es hinauf ans Pistenende und der Panzerpiste entgegen. Der steife Wind und die doch spürbaren Steigungen kombiniert mit der sengenden Sonne und meiner nicht optimalen Form verlangen alles von mir ab. Jonas sehe ich bereits auf der Brücke, als ich nach links auf die Auffahrt einbiege.

Kilometer 10 passiere ich deutlich unter 40 Minuten und lasse meine Beine lockern hinab an die Flugpiste. Die Abstände sind nun grösser und der Wind durch die Sträucher praktisch nicht mehr spürbar. Vorerst betreibe ich Schadensbegrenzung und versuche, die Pace unter vier Minuten zu halten, was mir nicht durchgehend gelingt. Der Magen ist mittlerweile besser, aber noch weit weg von gut.

Wieder auf em offenen Feld meldet sich sogleich wieder der Wind. Egal, das Dock Midfield ist passiert und das Rega-Gebäude in der Ferne bereits erkennbar. Beissen und kämpfen. Bei der Rega angekommen, gönne ich mir einen Becher Iso, schnappe einen Schwamm und setze an zum lang gezogenen Schlussspurt.

Beim Passieren der Militärhalle sehe ich weiter vorne Jonas laufen. Den Abstand kann ich vorerst verringern, danach bleibt er aber konstant. Weit ist es nicht mehr, im Hinterkopf meldet sich bereits der fiese Schlussanstieg. Direkt am Fuss des Anstiegs hole ich Jonas ein und kann ihn bis ins Ziel sogar noch leicht distanzieren.

In 1:06.55,3 Stunden erziele ich zwar keine persönliche Bestzeit, aber erreiche den 21. Rang von 229 Teilnehmern meiner Kategorie. Nicht ganz ein Rennen zum Vergessen wie auf den ersten Kilometern befürchtet, trotzdem ziemlich weit weg von zufrieden. Silja, das gute Wetter und ein ausgezeichnetes Kuchenbuffet lassen den Ärger aber rasch verfliegen.

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