Flughafenlauf

Einmal mehr stand an Auffahrt der Flughafenlauf auf dem Programm. Nachdem ich meine Zeit bisher kontinuierlich verbessern konnte, war auch dies heuer mein Ziel – nun erstmals in der Kategorie M30. Jedoch war ich mir angesichts des reduzierten Trainingsumfangs um der Schwierigkeit dieser Aufgabe bewusst. Als dann am Morgen jedoch perfektes Laufwetter (bewölkt, ca. 15 °C) herrschte, kam Zuversicht auf.

Ich stand sehr weit vorne ein, wo mir die ungewöhnlich lockere Läuferanhäufung auffiel: Normalerweise herrscht im vorderen Drittel ein ziemliches Gedränge. Als ich unmittelbar nach dem Start in der (erweiterten) Spitze mitlief, zweifelte ich zuerst an meinem Anfangstempo, merkte dann aber, dass das Rennen nicht sonderlich schnell losging. Und so lief ich bis zum Einbiegen auf die lange Gerade westlich des Flughafens mit Sicht auf die Führenden.

Mein Ziel bestand vorerst darin, Kilometerschnitte unter vier Minuten zu laufen. Dies gelang mir auf den ersten Kilometern sehr deutlich und konnte auch danach eingehalten werden. Auf dem langen Weg nach Oberglatt fand ich sehr bald einen etwa gleich starken Mitläufer, so dass wir uns gegenseitig in der Führung ablösten und mit einem konstanten Schnitt zur ersten Verpflegung zogen. Als ich dort ein paar Schritte ging, um ein Wasser zu trinken, verlor ich vorerst den Anschluss und lief alleine weiter. Zwar war ich nur ein paar Meter von den nun zwei Läufern vor mir entfernt, jedoch wollte ich keine Tempoverschärfung riskieren, nur um die Lücke zu schliessen.

Am Pistenende war die starke Bise gut spürbar und blies als bremsende Wand den Läufern entgegen. Hier und vor allem dann beim Wechsel auf die Panzerpiste musste ich beissen. Doch fand ich bald wieder den Rhythmus und oft auch Mitläufer, denen ich für eine Zeit anhängen konnte oder selber das Zugpferd spielte. Bis zur zweiten Verpflegung war ich noch immer gut im Rennen, wenn auch knapp hinter dem Vorjahresresultat.

Auf dem Weg zur Rega konnte ich wieder zu meinem anfänglichen Laufpartner aufschliessen und ihn sogar überholen. Nun liefen wir in einer Vierergruppe und schlossen alsbald zur dritten Frau auf. Bei der letzten Verpflegung auf Höhe Rega gönnte ich mir einen Becher Iso und ging wiederum zwei bis drei Schritte. Mein Mitläufer sagte noch ein paar motivierende Worte im Vorbeigehen und ich erwiderte, dass es nur noch ein erweiterter Schlussspurt sei. Nun kam von hinten die vierte Frau, mit der ich wieder anlief und kurz danach die Lücke zur dritten Frau schloss. Wir zogen vorbei und ich versuchte, das Tempo bereits ein erstes Mal zu erhöhen.

Die neu dritte Frau musste ich leider ziehen lassen und lief zusammen mit meinem anfänglichen Mitläufer sowie einem weiteren, gross gewachsenen Läufer. Bis zur Überführung nach dem GAC führte ich die Gruppe an, anschliessend gab es einen stetigen Wechsel der Führungsposition. Nun folgte der finale Aufstieg. Ich heftete mich an die Fersen des Grossgewachsenen, musste dabei aber meinen treuen Mitläufer ziehen lassen.

Er kam jedoch nicht weit und so liefen wir mehr oder weniger geschlossen nach der Steigung auf dem Flachstück Richtung Ziel. Bereits den letzten Steigungsabschnitt lief ich tief im roten Bereich, so dass die Beine brannten und auch die übrigen Muskeln fast nicht mehr gehorchen wollten. Ich entschloss mich in der Not zu einem taktischen Schlussspurt: Diesen setzte ich so an, dass das Überholmanöver genau einige Schritte vor dem Ziel abgeschlossen ist, denn einen Gegenangriff würde ich auf keinen Fall mehr parieren können.

Diese Taktik ging perfekt auf und so mobilisierte ich meine letzten Kräfte, um an den beiden vorbei zu ziehen. Mit 1.06:08,9 war ich 40 Sekunden langsamer als letztes Jahr und erreichte den 18. Rang von 224 Läufern meiner Kategorie. Somit war ich mit meinem Flughafenlauf-Debüt in der Kategorie M30 vollends zufrieden – auch mit Blick auf den reduzierten Trainingsaufwand.

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1 Response to Flughafenlauf

  1. Benjamin says:

    Haha, deine Beschreibung ist so präzise, dass ich weiss, wer der Grosse ist (B. Gehrig) 😉

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