Vancouver

Mit einer Übernachtung in Portland geht es nach Kanada. Portland erlebe ich als eine Stadt der Obdachlosen und Kiffer. Obwohl vor allem das Zentrum mit den Läden und Restaurants schön ist, lungern überall zwielichtige Gestalten herum und die Parks sind voll von Leuten, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Und am Jahrestag von 9/11 gesellen sich noch die Verschwörungs-Theoretiker mit ihren «Informationsständen» dazu.

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Auf der Fahrt nach Norden machen wir einen Halt beim Mount St. Helens Science and Learning Center. Die Ausstellung zeigt sowohl die Geschichte rund um den verheerenden Ausbruch anno 1980 als auch deren Nachgang mit Wiederherstellung der Infrastruktur, Aufforstung und Pflege der Tierwelt. Zudem steht es in Sichtdistanz zum Vulkan und mit bester Aussicht auf den ehemaligen Lavastrom, der sich nun als teils karge Ebene präsentiert. Ein kleines aber feines Besucherzentrum, das durchaus den kurzen Abstecher nach Osten wert ist.

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Der Grenzübertritt gestaltet sich mit lockerem Smalltalk problemlos. Der kanadische Zöllner fragt sogar nach unseren Französischkenntnissen. Angesichts des doch sehr eigenartigen Akzents bevorzuge ich jedoch, die Konversation in Englisch fortzusetzen. Unser Hotel in Vancouver befindet sich direkt beim Stadion, bei dem die Fans gerade für ein Footballspiel zusammenströmen.

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Nach dem Einchecken erkunden wir auf dem Wasserweg Granville Island. Die Wassertaxis sind super-kleine bis mittlere Boote, die sehr regelmässig etwa sieben Stationen verbinden. Granville Island ist vollgestopft mit Restaurants, Geschäften und einem grossen Markt. Wir bleiben länger als geplant und kehren nicht mit leeren Taschen zurück.

Vor dem Nachtessen erkunde ich den Stanley Park in meinen neuen Laufschuhen. Auf einmal treffe ich auf eine Menschenansammlung, die synchron aufs Meer hinaus schaut. Ich schliesse mich spontan an, ohne zu wissen, wonach ich suchen soll. Auf einmal wird knapp 30 Meter vom Ufer entfernt Luft ausgeblasen: ein Buckelwal! Er kommt sogar aufs Ufer zu und schwimmt anschliessend lediglich noch in 15-20 Meter Entfernung. Ein Satz und ein paar (kalte) Schwimmzüge und ich könnte ihn berühren – extrem eindrücklich!

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Am Abend geht es zum Hafen, wo neben den Anlegeplätzen für grosse Kreuzfahrtschiffen zahlreiche Restaurants und historische Gebäude zu finden sind. Wir flanieren herum und geniessen eine Portion Poutine zur Stärkung. Die Stadt hat einen historischen Charme, steht aber bezüglich Randständigen (und Kiffern) durchaus in starker Konkurrenz zum US-Pendant Portland.

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Den kommenden Morgen haben wir mit einem Ausflug in die sehr nahe Umgebung verplant. Wir besuchen den Capilano Suspension Bridge Park. Hauptattraktion ist die 140 Meter lange Fussgänger-Hängebrücke, die in ihrer ersten Version bereits 1889 gebaut wurde. Daneben gibt es allerlei Wissenswertes über die Regenwälder Kanadas. Zudem kann man auf einem Baumwipfelweg in 30 Metern Höhe durch den Wald streifen oder aber auf dem Cliff-Walk hoch über dem Abgrund zum Fluss «schweben». Ein kurzweiliger Ausflug mit klarem Fokus auf Flora aber alles in allem durchaus auch als Fauna-Fan sehenswert.

Den Kurzausflug auf kanadisches Hoheitsgebiet beschliessen wir am Abend stilecht (nein, nicht mit einem Hockeyspiel oder einem Bad in Maple-Sirup) mit einem saftigen Stück Fleisch im Steakhouse. Eines der besten Steaks, das ich auf unserer Reise geniessen durfte. Wer hätte das gedacht: Kanada schlägt die USA auf dem (provisorischen) Fleischranking!

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1 Response to Vancouver

  1. Erich says:

    De Sprung nachem Buckelwal und die paar chräftige Armzüg hettisch müesse mache!!!

    Poutine – grad hät der Stefan devo verzellt. Ha gmeint, das segi irgend en Borschtsch usem Kreml…

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