{"id":1605,"date":"2018-04-22T20:00:29","date_gmt":"2018-04-22T19:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oli.li\/blog\/?p=1605"},"modified":"2018-04-24T07:00:21","modified_gmt":"2018-04-24T06:00:21","slug":"zurich-marathon-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2018\/04\/22\/zurich-marathon-7\/","title":{"rendered":"Z\u00fcrich Marathon"},"content":{"rendered":"<p>Zum diesj\u00e4hrigen Z\u00fcrich-Marathon melde ich mich am letztm\u00f6glichen Termin eine Woche vor dem Rennen an. Eine nicht optimale Vorbereitung mit Achillessehnenproblemen anfangs Jahr und teilweise ungen\u00fcgend Zeit f\u00fcr Trainings sorgen f\u00fcr Unsicherheit. Ich kann zwar sowohl die langen L\u00e4ufe als auch die Intervalltrainings alle absolvieren, aber die mittleren L\u00e4ufe kriege ich nicht alle unter. Und als dann noch ein Long Jog in der Hitze mit zu wenig Fl\u00fcssigkeit und Essen ziemlich misslingt, zweifle ich zus\u00e4tzlich. Jedoch geben mir sowohl die guten Trainings als auch die Erfahrung Zuversicht und als sich das Wetter perfekt ank\u00fcndigt und der letzte Long Jog gut verl\u00e4uft, entscheide ich mich zur Teilnahme. Der richtige Entscheid&#8230;<\/p>\n<p>In den Tagen zuvor gibt es viel Kohlehydrate und am Vorabend quartiere ich mich wiederum bei den Eltern in Z\u00fcrich ein. Tagwache ist um 06:00 Uhr mit perfektem Sonnenaufgang \u00fcber dem Z\u00fcrichberg. Heute soll es bis zu 28 \u00b0C werden. Somit ist die Devise, fr\u00fch zur\u00fcck im Ziel zu sein. Fr\u00fchst\u00fcck (Zopf mit Honig und eine halbe Banane), Ten\u00fcvorbereitung, Toilette und um 07:45 Uhr auf den Shuttlebus ab Strassenverkehrsamt zum Startgel\u00e4nde. Dreissig Minuten vor dem Start nochmals eine halbe Banane und die Fl\u00fcssigkeitszufuhr weiterhin hoch halten. Im roten Startblock treffe ich auf bekannte Gesichter und stehe anschliessend kurz vor den 3-Stunden-Tempomacher ein, um vor dem Pulk laufen zu k\u00f6nnen. Trotz suboptimaler Vorbereitung, m\u00f6chte ich wiederum die 3-Stunden-Schallmauer anpeilen. Entgegen der teilweisen Unsicherheit bez\u00fcglich meines Formstands freue ich mich extrem auf den Lauf. Wetter super, Magen (noch) bestens und top motiviert fiebere ich dem Startschuss entgegen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0267.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1622 alignleft\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0267-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0267-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0267-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0267-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Um Punkt 08:30 Uhr geht es los. Direkt hinter der Elite dauert es nur wenige Sekunden, bis ich die Startmatte \u00fcberquere und ins Zuschauermeer rund um B\u00fcrkliplatz und Bellevue eintauche. Bereits bei der Quaibr\u00fccke ersp\u00e4he ich meine pers\u00f6nlichen Fans ein erstes Mal und verabschiede mich sogleich auf die Ehrenrunde Richtung Bahnhof Tiefenbrunnen. Meine Taktik sieht vor, mindestens bis zur Halbmarathon-Marke &#8211; besser noch bis nach Meilen (Kilometer 25) &#8211; keine Reserven anzubrauchen mit konstanter Pace so um die 4:10 min\/km. Dies ist nicht nur eine utopische Wunschvorstellung sondern gelingt vorerst exzellent, auch wenn ich zu Beginn wie gewohnt deutlich schneller unterwegs bin. Bald findet sich eine lose aber ziemlich konstant laufende Gruppe. Erneut passiere ich das Bellevue und biege ein in die Bahnhofstrasse &#8211; wohl wissend, dass diese Schleife am Schluss schmerzhafter sein wird als jetzt. Ich pr\u00e4ge mir ein paar Stellen ein, um f\u00fcr die Schlusskilometer motivierende Anhaltspunkte zu haben.<\/p>\n<p>Kurz vor der Viertelmarathon-Marke wird der Start nochmals \u00fcberquert, bevor wir vorbei an B\u00fcrkliplatz, Quaibr\u00fccke, Bellevue, Opernhaus und Bahnhof Tiefenbrunnen hinunter nach Meilen geschickt werden. Der Wind ist heute durchaus ein Thema und \u00e4ussert sich als Gegenwind auf dem Hinweg &#8211; zumindest psychologisch geschickt. Ich versuche teilweise im Windschatten zu laufen, f\u00fchre aber oft, um entstandene L\u00fccken zu schliessen. Ich f\u00fchle mich nach wie vor super, nutze jedoch jede Verpflegungsm\u00f6glichkeit, wo ich mir ein paar gehende Sekunden f\u00fcr die Verpflegung g\u00f6nne. Von Beginn weg nehme ich Wasser und sobald es hat (Kilometer 15) auch zwei Bissen Riegel. Der Magen spielt bestens mit und auch die Blase l\u00e4sst mich nach initialem Drang in Ruhe.<\/p>\n<p>Die steigenden Temperaturen sind sp\u00fcrbar, dank regelm\u00e4ssigem Wasserkonsum geniesse ich aber vorwiegend Sonnenschein und trockene Verh\u00e4ltnisse &#8211; ein krasser Kontrast zur <a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/2016\/04\/24\/zurich-marathon-6\/\">Teilnahme im 2016<\/a>! Das zweite Viertel laufe ich ziemlich genau eine Minute langsamer als alle anderen Viertel. Witzig ist, dass Viertel 1, 3 und 4 sekundengenau gleich schnell sind. Die langsamere Pace auf den Kilometern 10-20 erkl\u00e4re ich mir einerseits durch meine aktive Drosselung (keine Kr\u00e4fte vorschnell verbrauchen), anf\u00e4ngliches Gedr\u00e4nge bei der Verpflegung sowie mit dem Gegenwind. Die Halbmarathonmarke passiere ich in 1:28.52 und somit mit einer guten Minute Reserve &#8211; noch kein komfortables Polster.<\/p>\n<p>Weit vor Meilen kommt die Spitze entgegen. Schrittweise auch die weiteren Spitzenl\u00e4ufer sowie die f\u00fchrende Frau und sp\u00e4tere Siegerin Maude Mathys. Dan sehe ich extrem weit vorne, Marco scheine ich verpasst zu haben. Denn bereits biege ich in die Kehrschleife in Meilen ein und geniesse die laute Musik und die zahlreichen Zuschauer. Kurz ein Wasser und ab auf den R\u00fcckweg in die Stadt.<\/p>\n<p>Nun darf ich gem\u00e4ss meiner Taktik die Handbremse l\u00f6sen. Mit gutem Gef\u00fchl laufe ich die Kilometer deutlich unter 4:10 Minuten und \u00fcberhole einige Elitel\u00e4uferinnen. Ein gutes Zeichen, dass ich das Rennen bisher richtig eingeteilt habe. Mein Verpflegungskonzept behalte ich ebenfalls bei und habe keinerlei Probleme damit. Ab und an bieten auch Anwohner am Strassenrand Wasser an, wovon ich einmal Gebrauch mache. Noch immer s\u00e4umt sich das Feld der L\u00e4ufer auf der linken Seite Richtung Meilen, wo mir auch prompt ein Arbeitskollege kurz zuruft. Dann d\u00fcnnt sich die L\u00e4uferschar aus, bis schliesslich der Besenwagen passiert. In Erlenbach sehe ich wieder meine Eltern. Auf dem Hinweg haben sie mich um ein paar Meter verpasst. Gutes Fotoshooting mit breitem Grinsen auf dem Gesicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0285.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1619 alignleft\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0285-300x242.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0285-300x242.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0285-768x620.jpg 768w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC0285-1024x827.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Da ich mich weiterhin so gut f\u00fchle, kommen auch erste Zweifel auf, ob nicht pl\u00f6tzlich der Hammermann hinter der n\u00e4chsten Kurve auf mich wartet. Parallel dazu beginnen die Rechenspiele: Welche Pace reicht, um unter drei Stunden im Ziel zu sein? Vorerst sind es 4:30 min\/km. Doch bereits kommt wieder der Bahnhof Tiefenbrunnen ins Sichtfeld. Beim Verpflegungsposten kurz vorher habe ich die letzte Gelegenheit wahrgenommen und mir einen Notfallgel gekrallt, den ich als Gegenmittel zum m\u00f6glichen Hammermann ins Ziel tragen will. Ab Bahnhof Tiefenbrunnen reicht mir bereits eine Pace von 5:00 min\/km und ab da bin ich sehr sicher, dass ich meiner dritten Sub-3-Zeit entgegen laufe. Ich nehme mir vor, die letzten Kilometer durch die Zuschauermassen in der Innenstadt m\u00f6glichst zu geniessen.<\/p>\n<p>Leichter gesagt als getan: Nun wird es wirklich hart. Zwar kein pl\u00f6tzlicher Hammermann, aber dennoch sind die Beine unn\u00f6tig schwer. Und nach Bellevue und Quaibr\u00fccke erwartet mich auch noch die unn\u00f6tige Zusatzschleife zum Hauptbahnhof. Trotzdem geniesse ich die Anfeuerungsrufe, kann mich aber nur noch mit einem gequ\u00e4lten L\u00e4cheln bedanken. Anfangs Bahnhofstrasse passiere ich das bereits zu Beginn wahrgenommene Schild &#8220;39&#8221;. Beim erneuten Rechenspiel zeigt sich, dass die Sauerstoffversorgung meines Hirns nicht mehr optimal ist: Bei noch 18 verbleibenden Minuten und zwei Kilometern schliesse ich, dass ich nun 9:00 min\/km laufen darf. Der Fehler ist offensichtlich: es sind noch gut drei Kilometer bis ins Ziel. Beim Wendepunkt N\u00e4he Hauptbahnhof bemerke ich meinen Fehler, was die Motivation nicht gerade steigert. Aber auch so bleibt noch gen\u00fcgend Spielraum.<\/p>\n<p>Leider muss ich nun meinen Mitl\u00e4ufer, mit dem ich seit H\u00f6he Opernhaus unterwegs bin, langsam ziehen lassen. Die Pace bricht zwar nicht v\u00f6llig ein, aber ich bin nicht mehr in der Lage, mich zu steigern. Ein letztes Wasser mit Gehpause kurz vor dem B\u00fcrkliplatz, den Gel brauche ich aber nicht. Mit letzten Kr\u00e4ften hinein in den langgezogenen Schlussspurt und ins Zuschauermeer. Eine Arbeitskollegin nehme ich noch wahr, aber meine Eltern kurz vor dem Ziel werden bereits ein Opfer des Tunnelblicks. Erst als ich die Ziellinie \u00fcberquert habe, kommt das Bewusstsein, das grosse Ziel erreicht zu haben &#8211; &#8220;Sub 3&#8221;! Nun geniesse ich den Moment, die Sonne und meine schweren Beine.<\/p>\n<p>Ich bin vorbehaltlos zufrieden, auch wenn eine Steigerung am Schluss nicht mehr drin gelegen ist. Das Rennen bin ich extrem konstant gelaufen und die zweite H\u00e4lfte sogar eine Minute schneller als die erste. Schlussendlich resultieren <a href=\"https:\/\/services.datasport.com\/2018\/lauf\/zuerich\/rang014.htm\">2:56.41,6<\/a> Stunden. Meine Bestzeit habe ich um knapp 40 Sekunden verpasst. Wenn mir jemand diese Zeit am Start angeboten h\u00e4tte, w\u00e4re meine Unterschrift sicher gewesen &#8211; gerade auch aufgrund der Tatsache, dass ich anfangs Jahr wegen der Achillessehne \u00fcberhaupt nicht trainieren konnte und auch sonst die Vorbereitung nicht perfekt war.<\/p>\n<p>In meiner Alterskategorie erreiche ich den 31. Rang von 535 Klassierten. Gesamthaft den 72. Rang und somit Top 100. Zufrieden und nach wie vor ein bisschen ungl\u00e4ubig schlendere ich zur\u00fcck zum Bahnhof Enge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum diesj\u00e4hrigen Z\u00fcrich-Marathon melde ich mich am letztm\u00f6glichen Termin eine Woche vor dem Rennen an. Eine nicht optimale Vorbereitung mit Achillessehnenproblemen anfangs Jahr und teilweise ungen\u00fcgend Zeit f\u00fcr Trainings sorgen f\u00fcr Unsicherheit. 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