{"id":1678,"date":"2020-07-30T19:54:00","date_gmt":"2020-07-30T18:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oli.li\/blog\/?p=1678"},"modified":"2022-06-20T21:53:54","modified_gmt":"2022-06-20T20:53:54","slug":"ambitionierte-alpstein-runde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2020\/07\/30\/ambitionierte-alpstein-runde\/","title":{"rendered":"Ambitionierte Alpstein-Runde"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach den <a href=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2019\/07\/25\/churfirsten-alle-7-auf-einen-streich\/\">7 Churfirsten vor Jahresfrist<\/a> ist es wieder an der Zeit f\u00fcr eine legend\u00e4re Bergtour. Am bew\u00e4hrten Team ver\u00e4ndern wir nichts und auch das Wetter respektive die Temperaturen versprechen wiederum H\u00f6chstwerte \u00fcber 30 \u00b0C.<\/p>\n\n\n\n<p>Als &#8220;Spielwiese&#8221; dient uns dieses Jahr der Alpstein. Wir planen eine Rundtour mit Start und Ziel in Br\u00fclisau. Im Uhrzeigersinn geht es somit via Hoher Kasten, Stauberen, Saxerl\u00fccke, Mutschen, vorbei am Altmann, S\u00e4ntis, Sch\u00e4fler, \u00c4scher zur\u00fcck nach Br\u00fclisau. Die Kartenplanung sagt dazu 36.5 km und 2983 hm mit einer resultierenden Laufzeit von 15 h 4 min.<\/p>\n\n\n\n<p>Abfahrt ist noch mitten in der Nacht und bereits auf dem Weg nach Br\u00fclisau ersp\u00e4hen wir aus dem Auto die erste Fauna-Perle: Ein <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldkauz\" target=\"_blank\">Waldkauz<\/a> be\u00e4ugt uns kritisch von einem Strassenschild herab. Mit frischem Kaffee und erfrischenden Gespr\u00e4chen erreichen wir Br\u00fclisau im Nu und parkieren bei der Kastenbahn. Startverpflegung, Rucks\u00e4cke richten und Schuhwerk schn\u00fcren &#8211; schon geht es im Schein der Stirnlampen um 04:33 Uhr los Richtung Hoher Kasten. Ausser einem Bauer per Velo und zwei schlafenden Personen auf der Terrasse des Berggasthaus&#8217; Ruhesitz treffen wir keine Menschenseele &#8211; was im Alpstein eher ungew\u00f6hnlich erscheint.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1697\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060431-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Morgenstimmung mit S\u00e4mtisersee<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Den Hohen Kasten passieren wir noch bei Dunkelheit und machen uns direkt auf den Weg zur Stauberen. Dabei pr\u00e4sentiert sich der S\u00e4mtisersee in perfekt mystischer Stimmung mit letzten Nebelfetzen. Langsam geht die Sonne auf und beschert uns einen wundersch\u00f6nen Sonnenaufgang im R\u00fccken. Die Temperatur ist bereits seit dem Start sehr angenehm, so dass wir kurz\/kurz unterwegs sind. Kurz vor der Stauberen treffen wir auf die n\u00e4chsten Tiere: Zuerst eine G\u00e4msfamilie mit Jungen, kurz darauf zwei G\u00e4msen mitten auf dem Weg. Das Blickduell gewinnen wir knapp und schiessen sch\u00f6ne Fotos dieser eindr\u00fccklichen Begegnung. Der Zeitplan beim Eintreffen auf der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.staubern.ch\/\" target=\"_blank\">Stauberen<\/a> scheint perfekt: Die frischen Nussgipfel kommen direkt aus dem Ofen und werden <s>warm<\/s> heiss serviert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile treffen wir vereinzelt weitere Leute auf den Wanderwegen auf dem Weg zur Saxerl\u00fccke. Der Weg auf der Krete seit dem Hohen Kasten pr\u00e4sentiert sich als munteres Auf-und-Ab mit einem ersten &#8220;richtigen&#8221; Abstieg zur Saxerl\u00fccke. F\u00fcr uns geht es geradeaus und somit wieder bergauf zum Mutschen. Obwohl dieser nicht direkt auf unserer Route, sondern einige H\u00f6henmeter s\u00fcdlich davon liegt, nehmen wir ihn mit und nutzen die sehenswerte Aussicht f\u00fcr eine Verpflegungsrast und einen Eintrag ins Gipfelbuch. Die Sicht ist nur Richtung Rheintal durch ein paar letzte Wolkenfetzen verhangen, ansonsten grandios und gibt den freien Blick Richtung s\u00fcdwest auf die Churfirsten frei.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1705\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060454-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Auge in Auge mit dem Steinbock<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wir und unsere Beine f\u00fchlen sich nach wie vor bestens und so geht es coupiert weiter zur Zwinglipassh\u00fctte. Trotz einladender Optik rasten wir nicht, sondern gehen direkt weiter Richtung Altmann respektive Rotsteinpass. Im folgenden Wegabschnitt werden wir nun mehrmals durch eindrucksvolle Begegnungen mit Steinb\u00f6cken aufgehalten. Zuerst erblicken wir eine Gruppe von ca. 20 Tieren rechts vom Weg auf einer Ger\u00f6llhalde am Sonnenbaden. Von links kommen weitere gut zehn Tiere hinzu und einige Exemplare d\u00f6sen in unmittelbarer N\u00e4he zum Wanderweg. Ein ganz vorwitziges Tier steht sogar mitten auf dem Weg und fordert uns wiederum zum Blickduell. Solche Begegnungen sind f\u00fcr mich immer wieder h\u00f6chst eindr\u00fccklich und ein wichtiger Punkt einer jeden Bergtour. In einer solchen F\u00fclle durfte ich sie aber erst ganz selten erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst \u00fcberlegen wir, auch den Altmann noch mitzunehmen. Die sch\u00e4tzungsweise zus\u00e4tzlichen 40 Minuten schenken wir uns aber, da wir die Restdauer der Tour nur schwierig absch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Bisher sind wir sehr zuverl\u00e4ssig unter den offiziellen Zeitangaben geblieben &#8211; netto jeweils etwa mit Faktor 0.5, brutto meistens zu zwei Drittel. W\u00e4hrend die Zeitberechnungen uns eher defensiv erscheinen (respektive wir z\u00fcgig unterwegs sind), ist die Toleranzgrenze der Klassierung (weiss\/rot\/weiss statt weiss\/blau\/weiss) sehr grossz\u00fcgig ausgelegt. Vor allem bez\u00fcglich Trittsicherheit und Exponiertheit verlangt gerade der Abschnitt Rotsteinpass\/Lisengrat durchaus Konzentration.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Abstieg zum Rotsteinpass passieren wir mehrere Gruppen und \u00fcberholen respektive werden h\u00e4ufig vorgelassen. Hunger macht sich bemerkbar und so planen wir eine kurze Rast beim Rotsteinpass. Dort angekommen ist es uns aber zu laut und hektisch, so dass wir weiter gehen und kurz darauf einen viel idyllischeren Platz finden. Hier weht eine steife Brise, die w\u00e4hrend dem Laufen sehr angenehm ist, in den Pausen aber fast etwas frostig wirkt. Ein paar Sandwiches und Nussrollen sp\u00e4ter machen wir uns auf, den S\u00e4ntis via Lisengrat zu bezwingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem S\u00e4ntis herrscht wiederum der normale touristische Wahnsinn. Nicht ein Ort, um gem\u00fctlich zu rasten. Nach ein paar Gipfelfotos und einer WC-Pause machen wir uns auf den Abstieg. Der Einstieg respektive der Tunnel unter dem Hauptgeb\u00e4ude ist nicht ganz einfach zu finden. Direkt nachher geht es \u00fcber diverse Leitern und Tritthilfen steil hinab. Kreuzen ist schwierig, was uns einige Wartezeiten beschert. Nach Punkt 2446 geht es ostw\u00e4rts und hinab \u00fcber Schneefelder. Den obligaten Hosenboden-Benetzer lasse ich nicht aus, w\u00e4hrend mein Begleiter l\u00e4ssig kurzschwingend den Hang passiert&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg f\u00fchrt nun vorbei an H\u00f6chnideri, \u00fcber einen kleinen Pass und zur \u00d6hrligrueb. F\u00fcr mich der langweiligste Teil der ganzen Tour. Die Sonne brennt von hinten und die Beine sind nicht mehr ganz frisch. Nach dem L\u00f6tzis\u00e4lplisattel stehen wir zuerst in einer Sackgasse, bevor wir den korrekten Weg in leichter Abweichung zur Karte weiter unten erblicken. Der nun folgende, letzte Aufstieg zum Sch\u00e4fler f\u00fchlt sich an wie im Backofen: Der felsige Weg strahlt die Hitze extrem ab und von hinten knallt unbarmherzig die Sonne. Unser Tempo ist dennoch sehr hoch, was wir an der relativen Geschwindigkeit im Verh\u00e4ltnis zu allen anderen Wanderern bemerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Sch\u00e4fler g\u00f6nnen wir uns einen grossen Eistee, der sogleich in unserem Rachen scheinbar verdampft. F\u00fcr die Strecke zum \u00c4scher entscheiden wir uns f\u00fcr die ansprechende Route unter dem Felsband, anstatt via Ebenalp. Das Publikum ist &#8211; wie erwartet &#8211; noch bunter als auf dem S\u00e4ntis. Das neue Gastrokonzept gef\u00e4llt uns hingegen auf den ersten Blick, wobei wir davon lediglich ein Wasser und ein Glac\u00e9 konsumieren und uns dieses direkt unter dem Wegweiser vor der &#8220;Instagram-Fassade&#8221; schmecken lassen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1702\" width=\"512\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/P1060466-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>\u00c4scher: &#8220;Place of a Lifetime&#8221; gem\u00e4ss <a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">National Geographic<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Via Bommen wagen wir den Abstieg. Da unser Auto in Br\u00fclisau steht, k\u00f6nnen wir nicht die sch\u00f6ne Route \u00fcber den Bl\u00e4ttli-Wald nach Wasserauen w\u00e4hlen, sondern gehen nordw\u00e4rts nach Schwende. Dort queren wir das Bahntrassee, bezwingen die letzte Anh\u00f6he und folgen dem Br\u00fcelbach bis zur Kirche Br\u00fclisau.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach netto 9:40 Stunden Laufzeit erreichen wir unseren Ausgangspunkt. Schneller als gedacht. Und klar weniger ersch\u00f6pft als nach der letztj\u00e4hrigen Churfirsten-Tour. Distanzm\u00e4ssig waren es etwa gut 40 km mit gut 2800 hm. Leider hat sich der &#8220;UltraTrac&#8221;-GPS-Modus von Garmin \u00fcberhaupt nicht bew\u00e4hrt. Dies ist aber klar zweitrangig, die \u00fcberw\u00e4ltigenden Eindr\u00fccke der Tour sprechen f\u00fcr sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Beine respektive Oberschenkel erinnern sich\/mich in den folgenden Tagen noch intensiv daran. Und auch die nicht sonnencr\u00e8meverw\u00f6hnten Stellen halten die Erinnerung an diese fantastische Tour noch einige Tage aufrecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den 7 Churfirsten vor Jahresfrist ist es wieder an der Zeit f\u00fcr eine legend\u00e4re Bergtour. Am bew\u00e4hrten Team ver\u00e4ndern wir nichts und auch das Wetter respektive die Temperaturen versprechen wiederum H\u00f6chstwerte \u00fcber 30 \u00b0C. Als &#8220;Spielwiese&#8221; dient uns dieses &hellip; <a href=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2020\/07\/30\/ambitionierte-alpstein-runde\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[7,8],"tags":[],"class_list":["post-1678","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schweiz","category-sport"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1678"}],"version-history":[{"count":38,"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1755,"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1678\/revisions\/1755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}