{"id":376,"date":"2012-04-01T20:00:39","date_gmt":"2012-04-01T19:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oli.li\/blog\/?p=376"},"modified":"2012-04-06T20:41:50","modified_gmt":"2012-04-06T19:41:50","slug":"berliner-halbmarathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2012\/04\/01\/berliner-halbmarathon\/","title":{"rendered":"Berliner Halbmarathon"},"content":{"rendered":"<p>Als letzter Formtest im Rahmen der Vorbereitung auf den Z\u00fcrich Marathon hatte ich mich am Berliner Halbmarathon angemeldet. Dies war ein reiner Datumsentscheid, da zu diesem Zeitpunkt praktisch keine Halbmarathons in der n\u00e4heren Umgebung stattfinden. Als dann auch noch die Flugverbindungen mit Air Berlin passten, war der Entscheid gefallen. So reiste ich mit Silja am Samstagmorgen nach Berlin und am Sonntagabend nach dem Rennen wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am Samstag empfing uns Berlin mit Aprilwetter aus dem Bilderbuch &#8211; obwohl noch immer M\u00e4rz auf dem Kalender stand. Von blauem Himmel \u00fcber orkanartige Windb\u00f6en bis Schneefall war alles zu haben &#8211; und dies im Minutentakt! Auf den Sonntag wurde zwar besseres Wetter angek\u00fcndigt, aber sehr tiefe Temperaturen, Wind und eventuell sogar Niederschl\u00e4ge. Trotzdem genossen wir den Samstag und schlossen ihn am Abend mit Pasta in der N\u00e4he des Alexanderplatzes ab. Vorher hatten wir auf dem ehemaligen Stadtflughafen Tempelhof die L\u00e4ufermesse besucht, eingekauft und die Startnummern abgeholt. Bereits dort liess sich erahnen, dass dieser Anlass andere Dimensionen annimmt als der allj\u00e4hrliche Z\u00fcrich Marathon: Knapp 30&#8217;000 L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer waren in Berlin am Start \u00fcber die gut 21 Kilometer.<\/p>\n<p>Am Sonntagmorgen weckte uns um 8 Uhr die Sonne mit blauem Himmel. Das Thermometer stand zwar noch bei rund 5 \u00b0C, jedoch war von Regen weit und breit keine Spur. So durfte doch der Tag beginnen! Nach einem eher knappen Fr\u00fchst\u00fcck und Bananen st\u00fcrzten wir uns ins Wettkampften\u00fc. Bei mir nat\u00fcrlich kurz\/kurz. Ich wollte auch die Kleidung f\u00fcr den Z\u00fcrich Marathon testen &#8211; Schuhwerk inklusive. Vor allem auch im Hinblick auf mein Knie, das ab und an wieder Probleme macht. Auch am Samstag meldete es sich w\u00e4hrend dem Stadtbummel, was mir noch einige Sorgen bereitete. Ein am Samstag erhaltener Plastik half, die K\u00f6rpertemperatur bis zum Startschuss einigermassen im Rahmen zu halten. Eine halbe Stunde vor dem Start noch eine letzte (kleine) Banane und etwas Wasser.<\/p>\n<p>Bei unserer Ankunft in der nahen Start\/Ziel-Zone starteten soeben die Inline-Skater. Zudem machten sich die Rollst\u00fchle und Handbiker bereit. Wir hatten noch eine gute halbe Stunde bis zu unserem Start um 10:45 Uhr. Eine ganze Batterie mobiler Toiletten half, die Wartezeiten stark in Grenzen zu halten. Um Welten besser als an einigen Schweizer L\u00e4ufen &#8211; trotz dem grossen Teilnehmerfeld. Eine gute Viertelstunde vor Startschuss wurde auch mein Sektor A in den umz\u00e4unten Startbereich gelassen. Beim Eingang wurde die Startnummer jedes L\u00e4ufers bez\u00fcglich Sektor-Buchstabe kontrolliert. Fairplay-Aufruf ist gut, Kontrolle besser. Ich fand dies eine gute Massnahme, denn zu oft musste ich mich bisher \u00fcber &#8220;Bremsinseln&#8221; im L\u00e4uferfluss \u00e4rgern.<\/p>\n<p>Punkt 10:45 Uhr erfolgte der Start. Die Stimmung war super, die Temperatur zwar noch tief aber nun auch ohne Plastik zu ertragen. Ich setzte mir als Ziel, einen 4er-Schnitt zu laufen. Den Rekord vom <a title=\"Hallwilerseelauf\" href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/2011\/10\/15\/hallwilerseelauf\/\">Hallwilerseelauf<\/a> hielt ich nicht f\u00fcr erreichbar, half doch dort der negative H\u00f6henunterschied ziemlich, w\u00e4hrend die Strecke in Berlin topfeben ist. Trotzdem stand ich in den vordersten 20 Meter des gesamten Feldes (exklusive Elite). Hier gab es auch keinerlei Stau und ich konnte sofort in einem angenehmen Tempo (st\u00e4ndig unter 4 Minuten) loslaufen.<\/p>\n<p>Die Strecke f\u00fchrte um den Alexanderplatz und anschliessend auf die langgezogene Strasse &#8220;Unter den Linden&#8221;. Die gesamte Route ist nicht nur topfeben sondern enth\u00e4lt sehr wenige Kurven, was sie (gleich wie der Berliner Marathon) sehr schnell macht. Ein erster H\u00f6hepunkt war die Durchquerung des Brandenburger Tores, wo sich die Strecke kurz verengte, um dann Richtung Siegess\u00e4ule wieder breiter zu werden. Mein Schnitt pendelte sich in den ersten Kilometern um die 3:50 Minuten ein und ich f\u00fchlte mich grossartig &#8211; nicht zuletzt auch wegen den guten Bedingungen und der super Stimmung. Einzig die Blase dr\u00fcckte bereits wieder. Doch wollte ich zu diesem Zeitpunkt keine Pause riskieren, zudem bot sich vorerst keine M\u00f6glichkeit zum Austreten.<\/p>\n<p>Beim Ernst-Reuter-Platz bog die Strecke von der Strasse des 17. Juni in die Otto-Suhr-Alle Richtung Schloss Charlottenburg. Beim Schloss folgte dann eine 90-Grad-Linkskurve und bald darauf war die 10-Kilometer-Marke erreicht. Nun war ich richtig warm, w\u00e4hrend auf der ersten Streckenh\u00e4lfte die niedrigen Temperaturen meine Betriebstemperatur stets tief halten konnten. Dies war nun jedoch ein Zeichen, dass ich nicht &#8220;\u00fcberdrehen&#8221; sollte. So versuchte ich, auf den nachfolgenden zwei Kilometern meine Zeit zu konsolidieren, anstatt erneut zu dr\u00fccken. Dies war in dieser Phase nicht ganz einfach, zogen sich doch die Abst\u00e4nde bereits auseinander und immer wieder ging eine L\u00fccke auf, die ich dann versucht war, wiederum zu schliessen. Auch leistete mir in dieser Phase meine GPS-Uhr gute Hilfe, um nicht langsamer als vier Minuten pro Kilometer zu werden. Meine Batterien waren folglich nicht mehr ganz frisch, doch f\u00fchlte ich mich nach wie gut.<\/p>\n<p>Bald darauf kam eine weitere Wasserstelle, die etwa alle f\u00fcnf Kilometer angeordnet waren. Leider wurden die Fl\u00fcssigkeiten (Wasser und Tee) in Plastikbechern angeboten, so dass ein Trinken im Laufen nur schwierig zu meistern war. Ich versch\u00fcttete dadurch einen Grossteil und musste mich mit zwei bis drei Schlucken begn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Bald ging es wieder in \u00f6stliche Richtung und wir bogen kurz darauf auf den Kurf\u00fcrstendamm ein, vorbei an der Kaiser Wilhelm Ged\u00e4chtniskirche. Bei Kilometer 15 folgte ein weiterer Verpflegungsposten und erstmals hatte es auch ein paar mobile Toiletten dabei. Meine noch immer dr\u00fcckende Blase behinderte mich zu fest, als dass ich sie weiter ignorieren konnte. Durch den kleinen Boxenstopp verlor ich ziemlich genau 20 Sekunden, wie ich meiner Uhr entnehmen konnte. Eine \u00fcberschlagsm\u00e4ssige Rechnung hatte mir vorher gezeigt, dass ich bis jetzt sogar auf Rekordkurs lag. Und auch die erw\u00e4hnten 20 Sekunden liessen nach wie vor eine pers\u00f6nliche Bestzeit zu.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich ja vor, meine Pace bis ins Ziel durchzuziehen aber nicht gegen Ende zu forcieren, da es mir prim\u00e4r um die Vorbereitung auf Z\u00fcrich ging. Doch nun, da ein Rekord in Reichweite lag, musste ich diese Pl\u00e4ne nochmals \u00fcberdenken. Doch vorerst ging es vorbei an historischen Schaupl\u00e4tzen: Der Checkpoint Charlie wurde laufend passiert, vorbei an den zahlreichen Touristen und den Soldaten-Statisten. Das \u00dcberqueren der Spree stellte den Beginn der Schlussphase dar, wie ich dies bereits auf dem Streckenplan mir einpr\u00e4gte. Und so beschloss ich &#8211; entgegen meinen anf\u00e4nglichen Pl\u00e4nen &#8211; meinen Halbmarathon-Rekord anzugreifen.<\/p>\n<p>Die Pace wurde unter 3:40 Minuten gedr\u00fcckt und zahlreiche L\u00e4ufer mit meinem langgezogenen Schlussspurt \u00fcberholt. Der Alexanderplatz war wieder rechts von mir und die letzte Kurve in Sichtweite. Ich wusste nicht genau, wie lange die Schlussgerade wirklich war, doch beschleunigte ich weiter. Den ultimativen Schlussspurt liess ich dann aber sein, als ich sah, dass es komfortablen zum neuen Rekord reichte. Ich will mir ja die T\u00fcr f\u00fcr weitere Verbesserungen offen halten&#8230;<\/p>\n<p>In <a title=\"Resultate\" href=\"http:\/\/results.berliner-halbmarathon.de\/2012\/index.php?page=1&amp;content=list&amp;event=HML&amp;lang=EN&amp;num_results=100&amp;pid=list&amp;search[age_class]=30&amp;search[sex]=M&amp;search_sort_order=ASC&amp;top_results=3&amp;type=list\" target=\"_blank\">1:22:33<\/a> verbesserte ich meine vorherige Bestzeit um sieben Sekunden und erreichte den 69. Rang von 1936 L\u00e4ufern meiner Kategorie. Auf diesen Erfolg musste ich noch in der Zielzone mit einem angebotenen Erdinger Alkoholfrei mit mir selber anstossen. Ein herrliches Laufereignis fand so einen super Abschluss. Dank der Hotelzimmer-Verl\u00e4ngerung konnten wir sogar noch gem\u00fctlich duschen und uns umziehen, bevor wir dann am Abend den R\u00fcckflug antraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als letzter Formtest im Rahmen der Vorbereitung auf den Z\u00fcrich Marathon hatte ich mich am Berliner Halbmarathon angemeldet. Dies war ein reiner Datumsentscheid, da zu diesem Zeitpunkt praktisch keine Halbmarathons in der n\u00e4heren Umgebung stattfinden. 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