{"id":729,"date":"2014-04-27T19:46:41","date_gmt":"2014-04-27T18:46:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oli.li\/blog\/?p=729"},"modified":"2014-05-04T10:40:56","modified_gmt":"2014-05-04T09:40:56","slug":"belgrad-marathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2014\/04\/27\/belgrad-marathon\/","title":{"rendered":"Belgrad Marathon"},"content":{"rendered":"<p>Um mich auch sportlich optimal zu assimilieren, nahm ich mir bereits beim Umzug vor, den <a title=\"Belgrade Marathon\" href=\"http:\/\/www.bgdmarathon.org\/mare.htm\" target=\"_blank\">Belgrad Marathon<\/a> im Fr\u00fchling zu laufen. Die Anmeldung war dann schnell gemacht und so konnte das zielgerichtete Training starten. Wie \u00fcblich hatte ich durch den Winter versucht, meine Form mit regelm\u00e4ssigen Trainings zu halten.<\/p>\n<p>Etwa drei Monate vor dem Marathon wollte ich mit dem Trainingsplan beginnen, mit dem ich mich bereits auf meinen bisher einzigen <a title=\"Z\u00fcrich Marathon\" href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/2012\/04\/22\/zurich-marathon-5\/\">Sub-3-Marathon<\/a> im 2012 vorbereitet hatte. Als Zielzeit nahm ich mir &#8220;irgendwas um drei Stunden &#8211; wenn m\u00f6glich sogar darunter&#8221; vor. Leider konnte ich die Trainings durch intensive Arbeitswochen und einige Gesch\u00e4ftsreisen nicht ganz so strikt gem\u00e4ss Plan durchziehen. Trotzdem gelang mir mehr oder weniger eine solide Vorbereitung.<\/p>\n<p>Als Testwettkampf lief ich vier Wochen vor dem Marathon den <a title=\"Berliner Halbmarathon\" href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/2014\/04\/05\/berliner-halbmarathon-2\/\">Berliner Halbmarathon<\/a> mit einer ansprechenden Zeit. Unmittelbar danach ging es eine Woche auf die Skis, wobei die Oberschenkel durch die intensiven Skitage arg gefordert wurden. Diese Nachwehen waren in den folgenden Trainings noch gut sp\u00fcrbar. Jedoch f\u00fchlte ich mich in den zwei Wochen vor dem Marathon wieder optimal und der letzte Longjog gab mir zus\u00e4tzliche Zuversicht.<\/p>\n<p>Die ganze Veranstaltung ist klar eine Nummer kleiner als ich es bisher von Z\u00fcrich oder anderen Laufveranstaltungen gewohnt war. Beim Abholen des Starterpakets war ich der einzige und die Informationen \u00fcber Verpflegung, Strecke, Start, etc. waren auch sehr rudiment\u00e4r. Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig\u00a0war die Tatsache, dass Marathon und Halbmarathon gleichzeitig gestartet wurden &#8211; und mit 10:00 Uhr ungew\u00f6hnlich sp\u00e4t. Streckenm\u00e4ssig startet der Marathon im alten Teil, f\u00fchrt dann nach Neu-Belgrad, wo zwei Runden absolviert werden m\u00fcssen, bevor es wieder zur\u00fcck \u00fcber die Save ins Ziel geht. Ich freute mich jedoch sehr auf den Lauf &#8211; insbesondere als auch die Wetterprognose sich verheissungsvoll pr\u00e4sentierte.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des Lauftags schien bereits die Sonne und die Temperatur stieg stetig. Es sollte 21 \u00b0C mit teilweise starken Windb\u00f6en werden &#8211; nicht gerade Traumwetter f\u00fcr einen Stadtmarathon. Ich ass Zopf mit Honig, eine Banane und schnitt mir zwei Energieriegel in mundgerechte St\u00fccke, um sie anschliessend in Plastik eingepackt mitzuf\u00fchren. Das Verpflegungskonzept sah n\u00e4mlich nur Wasser und zweimal Fr\u00fcchte auf der Strecke vor. Guten Mutes fand ich mich eine halbe Stunde vor Startschuss im Startgel\u00e4nde ein &#8211; der Magen schien ebenfalls mitzuspielen.<\/p>\n<p>Der Start erfolgte &#8211; ganz serbisch &#8211; ein paar Minuten nach 10 Uhr. Zuerst f\u00fchrte die Strecke auf einer weiten Schleife mit munterem Auf und Ab durch den alten Teil von Belgrad, vorbei am Slavija-Kreisverkehr und dann \u00fcber die Brankov-Br\u00fccke zum Usce-Shoppingcenter. Hier begann die erste von den zwei erw\u00e4hnten Schleifen. Wie \u00fcblich musste ich mich k\u00fcnstlich drosseln, um nicht sehr viel schneller als 4:15 min\/km zu laufen. Ich f\u00fchlte mich gut, sp\u00fcrte aber die Hitze schon ziemlich stark. Vor allem das Laufen auf dem Asphalt ohne Schattenpartien schien ein Spiessrutenlauf zu werden.<\/p>\n<p>Kurz nach der 10-km-Marke trennten sich die Strecken von Halbmarathon und Marathon. Und pl\u00f6tzlich lief ich mutterseelenallein! W\u00e4hrend noch einige Halbmarathonl\u00e4ufer meine Pace liefen, war das Marathonfeld extrem viel d\u00fcnner best\u00fcckt. Und so liess ich mich von meiner GPS-Uhr takten, statt mich einer Gruppe anschliessen zu k\u00f6nnen. Vor allem auf dem nun folgenden langgezogenen St\u00fcck auf dem Tosin bunar vermisste ich einige Mitl\u00e4ufer: Der Gegenwind blies extrem und liess das Halten der Pace zwischendurch zum Kraftakt werden. Wenn ich nur nicht mein Pulver bereits zu fr\u00fch verschiesse&#8230;<\/p>\n<p>Zur\u00fcck auf der Jurija Gagarina und vorbei an Delta City brannte die Sonne erbarmungslos auf den Asphalt. Die Halbmarathonmarke passierte ich trotz kurzer Austretenspause unmittelbar davor in guten 1:29:27. Obwohl ich noch keinen Hunger versp\u00fcrte, g\u00f6nnte ich mir prophylaktisch das erste Riegelst\u00fcckchen zusammen mit einigen Schlucken Wasser. Offenbar keine gute Idee. Denn bereits beim Usce spielte mein Magen verr\u00fcckt. Also ab aufs Toitoi und einige wichtige Sekunden verschenken.<\/p>\n<p>Anschliessend konnte ich wieder meine Pace laufen, musste aber schon sehr bald auf dem Tosin bunar der Hitze Tribut zollen und reduzieren. Die Pace n\u00e4herte sich\u00a0von Kilometer zu Kilometer mehr den 4:30 Minuten. War ich zu schnell gestartet, hatte ich die Wetterverh\u00e4ltnisse untersch\u00e4tzt, war meine Form doch nicht so gut? In diesem Moment war die Ursache irrelevant, aber die Symptome umso deprimierender. Ich k\u00e4mpfte darum, m\u00f6glichst durchzulaufen, musste aber je l\u00e4nger desto mehr kurze Gehpausen einlegen.<\/p>\n<p>Richtig hart wurde es dann auf dem R\u00fcckweg auf der Jurija Gagarina. Mit kurz gesteckten Zielen (&#8220;bis zur n\u00e4chsten Kreuzung rennen&#8221;) versuchte ich, die Pace nicht ganz einbrechen zu lassen. Die drei Stunden hatte ich mittlerweile abgeschrieben, trotzdem wollte ich noch eine tiefe 3er-Zeit laufen. Pro Verpflegungsstand war das Prozedere nun eine Flasche Wasser \u00fcber den Kopf, die zweite zum Trinken. Irgendwie schaffte ich es so zur\u00fcck zum Usce.<\/p>\n<p>Auf der Brankov-Br\u00fccke war die Stimmung toll. Viele Fussg\u00e4nger auf der Gegenseite und darunter einige Halbmarathon-L\u00e4ufer auf dem Heimweg. Kurz vor der Br\u00fccke passierte ich noch einige arme Seelen, die sich soeben kurz vor der Zeitlimite auf die zweite Runde machten. Ich durfte gl\u00fccklicherweise Richtung Innenstadt und somit Ziel laufen. Doch es ging einfach nicht mehr &#8211; der Motor war definitiv leer.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Photo-04.05.14-11-38-03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-739\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Photo-04.05.14-11-38-03-225x300.jpg\" alt=\"Photo 04.05.14 11 38 03\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Photo-04.05.14-11-38-03-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Photo-04.05.14-11-38-03.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Mit der Mobiliserung meiner letzten Kr\u00e4fte schaffte ich es mehr schlecht als recht auf die Zielgerade, wo ich zwar zu einem direkten Konkurrenten aufschliessen konnte, dessem\u00a0Schlussspurt aber leider nichts entgegen setzen konnte. Und so \u00fcberquerte ich die Ziellinie schlussendlich in <a title=\"Resultate Belgrad Marathon 2014\" href=\"http:\/\/www.bgdmarathon.org\/2014-42km-byGender.pdf\" target=\"_blank\">3:11:56<\/a> und klassierte mich auf dem 27. Rang von 433 klassierten L\u00e4ufern.<\/p>\n<p>Obwohl ich schlussendlich froh war, im Ziel zu sein, war die Entt\u00e4uschung trotzdem gross. Ich hatte mir ganz klar mehr vorgenommen f\u00fcr diesen Lauf. Somit ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass dies nicht mein letzter Marathon war. Vielleicht sogar noch einmal in Belgrad im n\u00e4chsten Jahr?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um mich auch sportlich optimal zu assimilieren, nahm ich mir bereits beim Umzug vor, den Belgrad Marathon im Fr\u00fchling zu laufen. Die Anmeldung war dann schnell gemacht und so konnte das zielgerichtete Training starten. 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