{"id":9,"date":"2006-08-09T16:42:51","date_gmt":"2006-08-09T14:42:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.oli.li\/?p=9"},"modified":"2006-08-09T16:42:51","modified_gmt":"2006-08-09T14:42:51","slug":"annabelle-macht-mobil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2006\/08\/09\/annabelle-macht-mobil\/","title":{"rendered":"&#0171;annabelle&#0187; macht mobil"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Frauenzeitschrift &#8220;<a href=\"http:\/\/www.annabelle.ch\/dyn\/index.html\">annabelle<\/a>&#8221; sorgt mit einer <a title=\"Hintergrundartikel als PDF\" href=\"http:\/\/www.annabelle.ch\/images\/waffen1.pdf\">Petition<\/a> f\u00fcr Aufsehen, mit der sie das Aufbewahren der Armeewaffen zu Hause verbieten und s\u00e4mtliche Waffen national registrieren lassen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele traditionsbewusste Patriarchen, beispielsweise die Waffenlobbyisten von <a href=\"http:\/\/www.protell.ch\/default_d.htm\">Pro Tell<\/a>, ist dies ein Stich direkt ins Herz. Sie f\u00fchren dementsprechend emotional mit dem Argument ins Feld, dass man sich &#8220;von einer Frauenzeitschrift mit Deutscher Chefredaktorin nicht das Sturmgewehr wegnehmen l\u00e4sst&#8221;.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich frage auch ich mich, wieso ein solcher Vorstoss genau von einer Zeitschrift kommt, die von Stricken, Kochen und den neusten Di\u00e4ttipps mehr versteht als von Schusswaffen und Politik. Doch gerade die Tatsache, dass jede B\u00fcrgerin und jeder B\u00fcrger sich in der Schweiz \u00fcber verschiedene Wege einbringen und etwas bewirken kann, macht die gelebte (und gelobte) Demokratie in unserem Land aus.<\/p>\n<p>Die ganze Sache muss jedoch auch sachlich und n\u00fcchtern betrachtet werden. Und hier hat die &#8220;annabelle&#8221; mit einigen Argumenten durchaus recht. Es leuchtet ein, dass ein Gewaltdelikt oder sogar ein Amoklauf mit einer Schusswaffe um ein Vielfaches gef\u00e4hrlicher ist, als wenn dabei eine Schlag- oder Stichwaffe eingesetzt wird. Zudem sind bei einer Schusswaffe die M\u00f6glichkeiten zur Gegenwehr beziehungsweise Flucht minim bis inexistent. Vor allem bei Affekthandlungen kann sich somit eine verf\u00fcgbare Schusswaffe verheerend auswirken.<\/p>\n<p>Die &#8220;annabelle&#8221; m\u00f6chte ja einerseits s\u00e4mtliche Armeewaffen einziehen lassen und andererseits alle Privatwaffen national registrieren. Ich glaube jedoch, dass der Anteil engesetzter Armeewaffen &#8211; \u00fcbrigens alle zentral registriert &#8211; bei Verbrechen mit Schusswaffen relativ klein ist. Aktuelle Zahlen hierzu w\u00e4ren interessant. Zudem kann man davon ausgehen, dass Dienstleistende mit Waffen durch ihre Ausbildung um die Gef\u00e4hrlichkeit der Sturmgewehre und Pistolen wissen und dementsprechend Respekt an den Tag legen, w\u00e4hrend der Ausbildungsstand von Privatwaffenbesitzern und -k\u00e4ufern \u00fcberhaupt nicht gepr\u00fcft wird. Statt Armeewaffen einzuziehen w\u00e4re es vielmehr angebracht, mit einer sinnvollen Gewissenspr\u00fcfung im Vorfeld zu kl\u00e4ren, ob dem Soldaten \u00fcberhaupt eine Waffe anvertraut werden soll.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach gen\u00fcgt es, das aktuelle Waffengesetz konsequent durchzusetzen sowie einige kleine Anpassungen vorzunehmen. Beispielsweise w\u00e4re es vorteilhaft, wenn der Privatverkauf, welcher zurzeit nur eines schriftlichen Vertrags bedarf, ebenfalls einen Waffenerwerbsschein voraussetzt, um allf\u00e4llige Dreiecksk\u00e4ufe zu verhindern. Zu pr\u00fcfen w\u00e4re in diesem Zusammenhang auch eine Versch\u00e4rfung der Bedingungen zum Erwerb eines Waffenerwerbscheins, etwa in Form einer zus\u00e4tzlichen Pr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Einige Passagen des &#8220;annabelle&#8221;-Artikels lassen dann aber doch das Klischee von schlecht informierten Frauen aufkommen.<\/p>\n<blockquote><p>Doch wer Munition will, kann sie sich einfach besorgen, sei es w\u00e4hrend des Milit\u00e4rdiensts selbst oder auf dem Schwarzmarkt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Tatsache ist jedoch, dass Munition ganz legal im Waffengesch\u00e4ft oder bei Schiessvereinen gekauft werden kann.<\/p>\n<blockquote><p>Jeder Hund und jedes Auto ist registriert. Wieso soll das ausgerechnet f\u00fcr Waffen nicht gelten?<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses Argument scheint mir arg an den Haaren herbeigezogen. Ein nationales Waffenregister wird mit der Tatsache legitimiert, dass auch Hunde und Autos zentral eingetragen sind? Man sollte nach dem Motto &#8220;der Zweck heiligt die Mittel&#8221; vorgehen, nicht umgekehrt. Wenn aber dann doch ein schweizweites Register eingef\u00fchrt werden sollte, so solle man dies kantonal koordinieren, so dass die Informationen aus den Waffenerwerbsscheinen direkt nach Bern fliessen, um einen zus\u00e4tzlichen administrativen Aufwand und die damit verbundenen Verwaltungskosten m\u00f6glichst zu vermeiden.<\/p>\n<p>Abschliessend kann ich sagen, dass ich meine Armeewaffen ohne weiteres zentral registrieren lassen w\u00fcrde, obwohl sie dies mit Sicherheit &#8211; zumindest im <a href=\"http:\/\/www.vbs.admin.ch\/\">VBS<\/a> &#8211; schon sind, jedoch kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr h\u00e4tte, sie abzugeben. Registrieren ja &#8211; Einziehen nein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Frauenzeitschrift &#8220;annabelle&#8221; sorgt mit einer Petition f\u00fcr Aufsehen, mit der sie das Aufbewahren der Armeewaffen zu Hause verbieten und s\u00e4mtliche Waffen national registrieren lassen m\u00f6chte. 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