{"id":972,"date":"2015-07-27T18:00:13","date_gmt":"2015-07-27T17:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oli.li\/blog\/?p=972"},"modified":"2015-07-27T18:00:13","modified_gmt":"2015-07-27T17:00:13","slug":"phnom-penh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oli.li\/blog\/2015\/07\/27\/phnom-penh\/","title":{"rendered":"Phnom Penh"},"content":{"rendered":"<p>Diesmal sind wir nicht zu fr\u00fch am Flughafen. Trotzdem ist das Check-in bei unserer Ankunft noch geschlossen. Da es nur ein Inland-Flug ist, l\u00e4uft alles kurzfristiger &#8211; aber trotzdem p\u00fcnktlich. Nach einem kurzen aber sch\u00f6nen Flug landen wir in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02253.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-974\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02253-1024x768.jpg\" alt=\"DSC02253\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02253.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02253-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02253-900x675.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Taxi-Situation gestaltet sich nicht so &#8220;sauber&#8221; wie in Siem Reap: Wir m\u00fcssen uns direkt an einen Fahrer wenden. Trotzdem erhalten wir einen vern\u00fcnftigen Preis zu unserem Hotel, das Silja bereits vorg\u00e4ngig basierend auf Online-Reviews und Bildern gebucht hat. Diese Buchungsgrundlagen werden\u00a0sich noch r\u00e4chen&#8230;<\/p>\n<p>Voller Freude erfahren wir beim Check-in, dass wir in die Residential Suite upgegradet wurden. Das Zimmer pr\u00e4sentiert sich sehr modern und man &#8220;riecht sogar noch die Baustelle&#8221;. Etwas komisch mutet zwar die fehlende T\u00fcr ins Badezimmer und die Nichtexistenz s\u00e4mtlicher Dusch- und Badevorh\u00e4nge an, doch als &#8220;High-end Backpacker&#8221; (in diesem Kontext liegt die Betonung auf &#8220;Backpacker&#8221;) wollen wir ja nicht kleinlich sein.<\/p>\n<p>Als wir jedoch in der Nacht mehrmals dehydriert aufwachen und uns wie D\u00f6rrpflaumen im Backofen f\u00fchlen, kommen erste Zweifel auf. Wir k\u00f6nnten die Hitze zwar mit der Klimaanlage bek\u00e4mpfen, was aber starke L\u00e4rmemissionen zur Folge h\u00e4tte. Endlich Morgen, freuen wir uns auf das ausgiebige Fr\u00fchst\u00fccksbuffet gem\u00e4ss Beschrieb &#8211; zu fr\u00fch gefreut, Fehlanzeige! Wir d\u00fcrfen zwar zwischen Nudeln und Spaghetti und Schwein oder Gefl\u00fcgel w\u00e4hlen, mehr ist aber nicht drin. Auch scheinen wir die einzigen G\u00e4ste zu sein und die Online-Reviews entpuppen sich allesamt als Fakes (Fr\u00fchst\u00fccksbuffet, Shop in der Lobby, Fr\u00fchst\u00fcck auf dem Dach beim Pool, etc.)<\/p>\n<p>Wir beschliessen, das Hotel nach bereits einer Nacht (statt den reservierten drei N\u00e4chten) zu wechseln. Nach intensivem Gespr\u00e4ch mit dem Receptionist, der dabei\u00a0mehrmals\u00a0ins B\u00fcro des General\u00a0Managers (GM) muss und sozusagen als Brieftaube fungiert, k\u00f6nnen wir uns durchsetzen. Schlussendlich zeigt sich dann auch noch der GM und wir f\u00fchren ein freundliches Kl\u00e4rungsgespr\u00e4ch. Online haben wir bereits ein Hotel zwei Blocks weiter gebucht und ziehen zu Fuss um. Dort werden wir keine 30 Minuten seit unserer Buchung bereits erwartet und herzlich empfangen.<\/p>\n<p>Kurz Gep\u00e4ck deponieren und los geht unsere\u00a0Entdeckungstour im\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tuol-Sleng-Genozid-Museum\" target=\"_blank\">Tuol-Sleng-Genozid-Museum<\/a>. Das ehemalige Gymnasium wurde nach Macht\u00fcbernahme der Roten Khmer in ein Foltergef\u00e4ngnis verwandelt und dient heute als Museum mit Gedenkst\u00e4tte. Man sieht Zellen, Gebeine, Gegenst\u00e4nde und erf\u00e4hrt mittels Texttafeln, Fotos und einem Film mehr \u00fcber Hintergr\u00fcnde und die bewegte Geschichte Kambodschas im Allgemeinen. Traurig, schockierend und zum Nachdenken anregend. Die Pr\u00e4sentation und das Erlebnis als Museum k\u00f6nnten jedoch noch verbessert werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02276.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-980\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02276-1024x768.jpg\" alt=\"DSC02276\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02276.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02276-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02276-900x675.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Phnom Penh ist extrem chaotisch und ziemlich dreckig. Dies erleben wir auch auf dem Markt, wo vor allem im Lebensmittelteil allerlei Zeugs feil geboten wird, das bei uns nicht unbedingt auf dem Speiseplan landen w\u00fcrde. Trotzdem genehmigen wir uns einen Snack und lassen uns auf ein paar Experimente ein, die wir nicht bereuen. Am Abend werde ich dann richtig mutig und bestelle zum Dessert einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Durian\" target=\"_blank\">Durian<\/a>-Shake. W\u00e4hrend Silja die &#8220;Stinkfrucht&#8221; w\u00f6rtlich nicht riechen kann, finde ich es eine durchaus valable Alternative im sonst eher eint\u00f6nigen Shakemarkt.<\/p>\n<p>An unserem letzten vollst\u00e4ndigen Tag in Kambodschas Hauptstadt planen wir den K\u00f6nigspalast zu besichtigen, verpassen es jedoch zwei Mal aufgrund der \u00d6ffnungszeiten: Der Eingang des Palasts wird sowohl morgens als auch nachmittags jeweils vor der eigentlichen Schliessungszeit bereits zu gemacht. Das Alternativprogramm stellt sich jedoch als sehr viel interessanter heraus: Wir besuchen die sogenannten &#8220;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Killing_Fields\" target=\"_blank\">Killing Fields<\/a>&#8220;, welche einige Kilometer ausserhalb Phnom Penhs liegen.\u00a0Unser Stamm-Tuk-Tuk-Fahrer hat uns langsam lieb und spendiert uns f\u00fcr die 40-min\u00fctige Staubtherapie diese chicen Masken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02296.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-983\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02296-1024x768.jpg\" alt=\"DSC02296\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02296.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02296-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02296-900x675.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Masken in Kombination mit Sonnenbrille helfen, uns sterile B\u00fcnzlib\u00fcrger vor der rauhen\u00a0kambodschanischen Wahrheit zumindest soweit zu besch\u00fctzen, so dass wir nicht hustend und tr\u00e4nend die ganzen Eindr\u00fccke verpassen. Diese sind vor allem bez\u00fcglich motorisierter Fortbewegungsmittel\u00a0mannigfaltig. Ein Auszug dessen, was ich mit eigenen Augen gsehen habe: Moped mit f\u00fcnf Personen; Auto (normales Coup\u00e9) mit \u00fcber 10 Personen (konnte nicht genau z\u00e4hlen); Krankentransport mit Moped, wobei Infusionsbeutel von Hilfsperson hochgehalten wird.<\/p>\n<p>Die Killing Fields sind extrem bedr\u00fcckend. Mittels gratis Audio-Guide wandelt man durch die Exekutionspl\u00e4tze und vorbei an Massengr\u00e4ber, um so die Geschichten dort zu erfahren, wo sie vor 40 Jahren geschehen waren. Wenn man h\u00f6rt, dass ein Viertel der damaligen Bev\u00f6lkerung &#8211; sprich drei Millionen Menschen &#8211; durch das eigene Volk ausgel\u00f6scht wurde, kann man dies fast nicht begreifen. Doch wenn man dann noch erf\u00e4hrt, wie brutal die Folter- und T\u00f6tungsmethoden gewesen waren und wie willk\u00fcrlich die Opfer ausgew\u00e4hlt wurden, dann wird es umso unbegreiflicher. Nicht zu sprechen vom Fakt, dass die Roten Khmer um <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pol_Pot\" target=\"_blank\">Pol Pot<\/a> lange nach ihrer Schreckensherrschaft von einem Grossteil der westlichen Welt als die rechtsm\u00e4ssigen\u00a0Herrscher Kambodschas angesehen wurden und f\u00fcr Kambodscha in der UNO sassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02333.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-988\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02333-1024x768.jpg\" alt=\"DSC02333\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02333.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02333-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02333-900x675.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Nachtessen gehen wir an den Nachtmarkt im Norden der Stadt und stellen uns wiederum ein abenteuerliches Men\u00fc zusammen. Auf die frittierten Fr\u00f6sche verzichten wir hingegen &#8211; die scheinen uns eindeutig zu fettig zu sein. \ud83d\ude1b<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02358.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-991\" src=\"http:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02358-1024x768.jpg\" alt=\"DSC02358\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02358.jpg 1024w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02358-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.oli.li\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC02358-900x675.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr den Dessert geht es in eine nahe gelegene Frozen-Yogurt-Bude. Mit einem s\u00fcndigen Becher im klimatisierten Lokal sitzend und die Ferien geniessend sehen wir einen kleinen Jungen mit Bauchkiosk herein kommen. Ziemlich konzept- und lustlos sitzt er herum und kommentiert die Rechenk\u00fcnste des Verk\u00e4ufers, ohne wirklich aktiv zu betteln. Trotzdem tut er uns irgendwie leid und Silja ergreift die Initiative, ihm einen Becher Eis zu kaufen. Seine Augen gl\u00e4nzen, als er sich den Dessert zusammen stellen und anschliessend geniessen darf. Und im Gegensatz zum Geld, das er zuhause abgeben muss, darf er das Eis behalten.<\/p>\n<p>Wir sind in Phnom Penh ziemlich selten zu Fuss unterwegs. Einerseits ist es sehr heiss, andererseits die Tuk Tuks sch\u00f6n g\u00fcnstig. Aber auch sonst ist das Konzept &#8220;Gehen&#8221; nicht wirklich in der Stadt angekommen. Es gibt zwar Trottoirs, jedoch sind diese h\u00e4ufig von Tuk Tuks, Mopeds oder Gark\u00fcchen\u00a0zugestellt, so dass man auf die Strasse ausweichen muss und dabei unweigerlich in Gefahr l\u00e4uft, das staubige Zeitliche zu segnen. Zudem gibt es einige B\u00e4ume, welche die vorgesehenen Gehwege s\u00e4umen. Diese sind jedoch nur bis &#8220;Asiatenkopfh\u00f6he&#8221; freigeschnitten, so dass zumindest eine H\u00e4lfte unserer Reisegruppe sich st\u00e4ndig b\u00fccken muss (Hinweis: Es ist nicht Silja).<\/p>\n<p>Mit dem Vietnam-Visa aus Bangkok und dem Busticket von <a href=\"http:\/\/www.sapacotourist.vn\/en\/tours\/detail\/the-trip-phnom-penh-capital-ho-chi-minh-city.html\" target=\"_blank\">Sapaco Tourist<\/a> im Sack machen wir uns nun auf zur Busstation f\u00fcr die sechsst\u00fcndige Fahrt \u00fcber die Grenze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal sind wir nicht zu fr\u00fch am Flughafen. Trotzdem ist das Check-in bei unserer Ankunft noch geschlossen. Da es nur ein Inland-Flug ist, l\u00e4uft alles kurzfristiger &#8211; aber trotzdem p\u00fcnktlich. 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