Zürich Marathon

Meine mittlerweile fünfte Teilnahme an einem Marathon war schon seit geraumer Zeit für Zürich 2010 geplant. Da ich jedoch im Vorfeld (anfangs Jahr) eine Fersenprellung erlitt und daher das Training einschränken musste, war mein Plan auf einmal in Frage gestellt. Die Verletzung löste sich glücklicherweise nach wenigen Wochen völlig auf, so dass ich ab dann beschwerdefrei trainieren konnte.

Ein LebensFernziel von mir ist, die 3-Stunden-Marke beim Marathon zu unterbieten. Mit meiner bisherigen Bestzeit von 3:09 komme ich langsam in diese Nähe, obschon es diese neun Minuten extrem in sich haben. Ursprünglich plante ich, die drei Stunden dieses Jahr anzugreifen. Wegen der erwähnten Verletzung im Vorfeld wurde ich etwas skeptisch und verglich meine Laufzeiten mit dem letzten Jahr. Es zeigte sich, dass ich schneller war als letztes Jahr, jedoch die drei Stunden knapp ausser Reichweite zu liegen scheinen.

Und so ging ich mit dem Ziel, meine Bestzeit weiter zu drücken und mit einer errechneten Prognose von 3:05 (wenn alles gut läuft) an den Start in Zürich. Trotz den vier absolvierten Marathons war die Nervosität spürbar, was sich auch mit einem nervösen Magen zeigte. Mit einer halben Banane eine Halbstunde vor dem Lauf versuchte ich, Ruhe in den Magen zu bringen, was mir leider nicht zufriedenstellend gelang.

Nach der Übergabe meines Rucksacks und der Verabschiedung von Silja reihte ich mich in meinen Startblock ein, wo ich zufälligerweise noch einen Arbeitskollegen traf. Der Start erfolgte pünktlich um 8:30 Uhr bei bestem Läuferwetter und angenehm kühlen Temperaturen. Durch die Kanalisierung mittels Festzelt beim Start dauerte es ein paar Sekunden, bis auch ich loslaufen konnte und in die Zuschauermassen und die Innenstadt eintauchte.

Ich fühlte mich – abgesehen vom Magen – super und lief mit (zu) hoher Pace Richtung Hauptbahnhof. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wurde die Zusatzschleife nun zu Beginn gelaufen, so dass die 10-km-Marke das nochmalige Passieren des Starts darstellte. Bei den ersten Verpflegungsposten schnappte ich mir jeweils ein Wasser und trank einige Schlucke, um bereits von Beginn weg gut hydriert zu sein.

Als es bereits langsam aus der Stadt hinausging, meldete sich mein Magen immer stärker. Mit möglichst regelmässigem Laufen versuchte ich, dem Problem entgegen zu wirken. Doch kurz nach dem Bahnhof Tiefenbrunnen gab ich mich geschlagen und schaltete eine unplanmässige Pause von einigen Sekunden ein.

Bis zur Halbmarathon-Marke lief ich durchgehend sehr zufriedenstellende Kilometerzeiten, so dass ich mich zeitweise fragen musste, ob ich nicht doch zu schnell gestartet war. Doch ich fühlte mich weiterhin super und wollte dieses Hochgefühl nutzen auf dem Weg nach Meilen. Durch die Schleife zu Beginn stellte der Wendepunkt in Meilen bereits die 25-Kilometer-Marke dar. Der Lauf durch das Festzelt mit der Guggenmusik und den Zuschauermassen gerade anschliessend daran war wie immer ein besonderes Erlebnis und verstärkte mein Hochgefühl zusätzlich.

Nun galt es „nur“ noch, zurück in die Stadt zu laufen. Entgegen vergangener Jahre spürte ich auch zu Beginn des Rückwegs noch keine Einbrucherscheinungen, obschon ich immer auf die 30-Kilometer-Marke zu lief. Es gelang mir fast problemlos, die Pace nicht nur zu halten, sondern noch leicht zu steigern.

Der Rückweg verlief (zu meiner Erleichterung) sehr ereignislos. Ich verpflegte regelmässig und genoss meine gute Verfassung, die Stimmung und die guten Bedingungen. Spannend war natürlich auch das Beobachten der Läufer, welche auf der anderen Strassenseite noch Richtung Meilen unterwegs waren. Leider erblickte ich dieses Jahr keine bekannten Gesichter.

Mit grossen Schritten ging es der Stadt entgegen. Kurz vor dem Bahnhof Tiefenbrunnen passierte ich wieder den unplanmässigen Halt vom Hinweg, bevor ich kurz darauf die Verpflegungsstelle erreichte. Nach wie vor fühlte ich mich super, so dass ich keinen Gel oder isotonisches Getränk brauchte. Wasser, einen Bissen PowerBar und weiter ging es.

Nun folgte wiederum der Teil der Strecke, welcher von den zahlreichen Zuschauern in eine mitreissende Stimmung getaucht wurde. Ab Höhe Opernhaus wurde man richtiggehend dem Ziel entgegen getragen. Mit neu gewonnener Kraft bog ich auf die Quaibrücke ein und erblickte ein weiteres Mal Silja und meine Eltern. Doch kurz danach ging es nach rechts weg auf die letzte Schleife Richtung Hauptbahnhof. Ich konnte die Stimmung voll geniessen – keine Spur von Tunnelblick oder dergleichen, wie ich es in den vergangenen Marathons teilweise erleben musste.

Nach der letzten 180-Grad-Kurve gab es nochmals etwas zu trinken, bevor der langgezogene Schlussspurt begann. Durchlauf Bürkliplatz – nochmaliges Treffen der Angehörigen – Beschleunigung entlang des General-Guisan-Quais – Zieleinlauf unter dem Jubel der lautstarken Zuschauermassen. Schlicht fantastisch!

Im Ziel war ich einfach nur glücklich, mit einer solchen Zeit und in solch guter Verfassung durchgekommen zu sein. Diese Freude wollte ich mir auch nicht durch die hypothetische Frage, ob ich die erste Hälfte nicht zwei Minuten hätte schneller laufen können, trüben lassen.

In 3:02.34,0 erzielte ich neue persönliche Marathonbestzeit und wurde 22. von 250 Läufern meiner Kategorie. Die zweite Hälfte lief ich sogar schneller als die erste, wobei schlussendlich die folgenden Durchgangszeiten für die ¼-Marken resultierten: 45.32,9; 1:32.06,6; 2:17.31,9. Das nächste Mal sind die drei Stunden fällig!

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