Halong-Bucht

Einmal mehr haben wir uns nicht mit der Budget-Option begnügen wollen und buchen das Rundum-Luxus-Paket, um die weltbekannte Halong-Bucht zu erkunden. Ausgangs- und Endpunkt der Reise ist Hanoi, wo wir mit einem Luxus-Van abgeholt werden, um in knapp vier Stunden nach Halong zu fahren. Im Terminal werden die Touristen auf die Schiffe aufgeteilt und nach kurzer Wartezeit dürfen auch wir die «Dragon Legend» boarden.

Wir haben uns für die 3-Tage-2-Nächte-Tour entschieden, da uns bei kürzeren Varianten die Anfahrt nach Halong verhältnismässig als zu lange erschien. Und wir bereuen diesen Entscheid keine Minute: Die Landschaft ist atemraubend, die Verpflegung und der Komfort an Bord exzellent und das Programm äusserst vielseitig. Insgesamt sind 34 Touristen und ebensoviel Personal auf dem Schiff.

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Während den drei Tagen gibt es zahlreiche Stopps in malerischen Buchten – stets umgeben von den weltbekannten Felsformationen, welche die Halong-Bucht so bekannt und einmalig machen. Vielmals hat es auch kleine, flach abfallende Sandstrände, die herrlich zum Baden einladen. Und zweimal dürfen wir auch Zeugen eines extrem kitschigen Sonnenuntergangs werden und diesen mit Kamera und einem kühlen Bier in der Hand geniessen.

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Gefreut habe ich mich auch auf die diversen Kayak-Touren – teilweise geführt und teilweise frei. Silja findet auch schnell grossen Gefallen daran und so machen wir von jeder Kayak-Möglichkeit Gebrauch. Wir erkunden damit Höhlen, einsame Buchten, verlassene Strände und allerlei Fauna – allen voran Krabben, die hier mit violetten Scheren auftrumpfen.

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Zu Fuss erkunden wir auf einer Insel eine Höhle, die vor einigen Jahren noch von der lokalen Bevölkerung bewohnt wurde. Inzwischen hat die Regierung jedoch das ganze Gebiet unter Naturschutz gestellt, so dass es verboten ist, die Inseln zu bewohnen oder zu bewirtschaften. Seitdem wohnen die verbleibenden Bewohner in schwimmenden Fischerdörfern. Ein Grossteil zog jedoch aufs Land, wo ihnen im Rahmen eines Umsiedlungsprojekts gratis Wohnraum, Gesundheitsversicherung und Schulbildung für die Kinder offeriert wird.

Negativ überrascht hat mich die starke Wasserverschmutzung in der ganzen Halong-Bucht: Überall schwimmt Plastik und Styropor, zudem ist das Wasser sehr trüb und zusätzlich mit viel organischem Schwemmgut gesättigt. Der Plastik und das Styopor kommt von der lokalen Bevölkerung, die nicht über die Folgen der Verschmutzung aufgeklärt ist und bedenkenlos ihren Abfall ins Wasser schmeisst.

Am letzten Tag besuchen wir ein solches Fischerdorf und werden in Bambusbooten durch das Areal kutschiert. Neben der Infrastruktur lernen wir auch über die Bemühungen, die Bevölkerung auf das Thema Verschmutzung zu sensibilisieren. In den gesponsorten Dörfern wird aktiv das Wasser gesäubert und der Abfall – sowohl eigener als auch «gefischter» – nach Möglichkeit sachgerecht verbrannt oder mittels Sammeltransporten aufs Festland gebracht. Hoffen wir, dass das Problem eingedämmt und die bestehende Verschmutzung in Zukunft beseitigt werden kann. Es wäre zu schade um diese einmalig schöne Region!

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Viel zu schnell sind die Tage auf dem Wasser – übrigens ohne Internet und Telefonempfang – vorüber gegangen. Schon wieder müssen wir unseren Luxusdampfer verlassen und werden mit einem Zwischenstopp nach Hanoi gefahren. Beim Zwischenstopp in einem typisch vietnamesischen Bauerndorf, das für den Tourismus hergemacht wurde, sehen wir ein Wasser-Puppentheater sowie eine kurze Demonstration der traditionellen Reisernte und -verarbeitung.

Zurück im Grossstadtdschungel vermisse ich die Natur und unsere interessanten Kayaktouren bereits und lasse die super Tage nochmals Revue passieren.

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1 Response to Halong-Bucht

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