Kerzerslauf

Im Rahmen der Marathonvorbereitung lag der Kerzerslauf ideal im Kalender. Zugleich war es für mich eine Premiere über diese 15 Kilometer im Fribourger Seebezirk. Der Lauf ist jedoch sehr bekannt und zieht jeweils eine grosse Läuferschar an (über 5000 Teilnehmer über 15 km).

Dank 1.-Klass-GA ging es bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kerzers und von da im kurzen Fussmarsch zur Turnhalle. Ich war zwei Stunden vor meiner Startzeit vor Ort und hatte dementsprechend gut Zeit für meine Vorbereitungen. Dank den wettermässig idealen Laufbedingungen stellte sich die Frage nach dem Tenü nicht: kurz/kurz inklusive Sonnenbrille waren gesetzt.

Eine letzte Banane und etwas Wasser bevor ich eine gute halbe Stunde vor Start zum Einlaufen auf den Rasenplatz ging. Einige lockere Runden und dann ab zum Startblock. Ich war in Sektor B – direkt hinter der Männerelite – eingeteilt. Nach einer letzten WC-Pause reihte ich mich im bereits ziemlich vollen Startblock ein und traf auch auf (Lang-)Laufprofi Benj, der im dichten Gedränge einige Reihen vor mir einen Platz ergattert hatte.

Acht Minuten hinter der Frauenelite und eine Minute nach den Männern wurden auch wir von der schnellsten Männerkategorie auf die Strecke geschickt. Das Feld war dicht und die Gassen im Dorf relativ eng. Somit galt es, vorerst mit der Masse mitzugehen. Wobei eine gute Pace von unter 4 Minuten angeschlagen wurde. Ich nahm mir als Ziel vor, unter einer Stunde zu laufen. Wunschziel wäre eine 58er-Zeit. Ausgangs Dorf gab es einen Anstieg, bevor wir auf Feldwege einbogen. Doch auch diese boten nur beschränkt Platz zum Überholen und so bedurfte es einiger Acker-Sprinteinlagen, um Positionen gut zu machen. Langsam zog sich das Feld in die Länge und ich suchte mir eine Gruppe mit einer ähnlichen Pace.

Ich fühlte mich ausgesprochen gut und musste mich eher ein wenig zurücknehmen, um nicht in Gefahr zu laufen, vorzeitig auszubrennen. Bei der ersten Wasserstelle genehmigte ich mir drei Schlucke im Vorbeigehen und hielt somit den Anschluss. In dieser Phase wechselten sich die Positionen ständig und doch traf ich (bis zum Ende des Rennens) immer wieder die gleichen Läufer. Bei Kilometer 5 war der vorzeitige Kulminationspunkt erreicht und zwischen 6 und 7 ging es hinunter an die Aare. Ich konnte die Bergabpassagen optimal nutzen, um Zeit und Positionen gut zu machen, die Beine liefen heute ganz nach meinen Wünschen.

An der Aare wurde der Weg nochmals schmaler – zeitweise waren wir auf einem Trampelpfad unterwegs. Trotzdem konnte ich auch in dieser Phase die Pace stets unter vier Minuten halten und ständig Läufer überholen. Gleichmässig lief ich mein Rennen bis kurz nach dem neunten Kilometer: Die brutale Steigung nach Golaten forderte nun ihren Tribut. Obwohl ich mich nach wie vor super fühlte – oder vielleicht gerade deswegen – achtete ich wohl nicht sehr gut auf die Atmung während dem zügigen Aufstieg, so dass ich brutales Seitenstechen erfuhr. Dieses erschwerte es mir zusätzlich, nach der Steigung wieder die Pace zu finden. Ich musste fast bis Kilometer elf damit kämpfen, ehe ich es durch regelmässige Atmung wegbrachte.

Nach einer weiteren Verpflegung mit Wasser konnte ich nun wieder in alter Stärke Kerzers entgegen laufen. Die Steigungen waren nun auch vorüber und die Strecke zeigte sich gnädig auf den letzten Kilometern. Bis Kilometer 13 lief ich gleichmässig unter 4:00, ehe ich für die letzten zwei Kilometer nochmals eine Tempoverschärfung vornahm. Dies ermöglichte es mir auch, nochmals einige Positionen gut zu machen. Unter anderem hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch mindestens zwei Elitefrauen überholt, die eingebrochen waren und nun durchgereicht wurden.

Auf dem letzten Kilometer bereits in Kerzers hatte ich alle in Reichweite überholt und kämpfte somit nur noch gegen mich und meine Verfolger. Mit Hochhalten des Tempos bis zur Ziellinie konnte ich mir alle vom Leibe halten. Jedoch gab es mangels direkter Konkurrenz auch kein wirklicher Schlussspurt von meiner Seite, so dass ich nicht sämtliche Reserven aufbrauchen musste. In 58.20,8 lief ich auf den 63. Rang meiner Kategorie mit 591 Finsihern. Somit hatte ich sogar meine Wunschzeit erreicht und war dementsprechend zufrieden.

Nach kurzer Regeneration mittels offeriertem Rivella und einigen Worten mit Benj trat ich nach wohltuender Dusche zufrieden den Heimweg Richtung Zürich an.

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1 Response to Kerzerslauf

  1. Benjamin says:

    Haha, Langlaufprofi 😉

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