Üetliberg-Lauf

Bis zuletzt habe ich die Entscheidung hinausgezögert, ob ich den ZLC-Saisonabschluss wirklich bestreiten soll. Erstens machte ich es vom Wetter abhängig, zweitens von meiner Form inklusive Knie und drittens von den potenziellen Mitstreitern. Am Freitag hat auch die letzte potenzielle Mitstreiterin abgesagt, so dass Punkt 3 bereits wegfiel. Da aber das Wetter (fast) ideal zu werden schien und auch mein Knie den letzten Formtest am Freitagabend gut überstand, entschied ich mich am Samstagmorgen, ins Albisgütli zu fahren.

Bei etwa 10 °C und trockener Witterung (der Boden war jedoch noch nass), ging es an den Start. Der Tenüentscheid fiel kurz vorher auf kurz/kurz. Mein Ziel war, wie letztes Jahr unter einer Stunde zu laufen. Die Strecke mit ihrem anspruchsvollen Höhenprofil kannte ich mittlerweile. Nach dem Start reihte ich mich weit vorne ein, um die anfänglichen Engpässe gut meistern zu können. In der ersten Steigung besann ich mich dann darauf, die Kräfte einzuteilen. Die gesamte Steigung konnte ich konstant laufen und mich ab und zu an Gruppen oder einzelnen Läufern anhängen. Auch spielte ich – vor allem im Schlussaufstieg – oft das Zugpferd.

Am Kulminationspunkt gab es einen Becher Wasser und ab ging es auf die Kehrschleife. Bergab war ich vorerst skeptisch betreffend meinem Knie. Doch nach anfänglichem Herantasten merkte ich, dass ich keinerlei Beschwerden hatte und konnte befreit laufen. Es gelang mir gut, auch die folgenden kurzen Steigungen konstant und mit Kraft zu laufen und ich fühlte mich rundum wohl. Etwa drei Kilometer vor dem Ziel musste ich nochmals beissen (natürlich auch in der letzten heftigen Steigung kurz nach Kilometer 10), aber danach liess ich es laufen.

Im lang gezogene Schlussspurt hinauf zum Schützenhaus mobilisierte ich nochmals alle Kräfte und machte so noch einige Positionen gut. Schlussendlich erreichte ich in 57.05.04 den guten 10. Rang von 61. klassierten Teilnehmern meiner Kategorie. Mit dem Top-10-Resultat zum Abschluss der Wettkampfsaison war ich überaus zufrieden und bin nun auf die Gesamtwertung gespannt.

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Pfäffikersee-Lauf

Nachdem es am Samstag genau einmal regnete – nämlich vom Morgen früh bis Abend spät – zeigte sich das Wetter am Sonntag mit idealen Laufbedingungen – vom nassen und weichen Boden einmal abgesehen. Bei relativ kühlen 10 °C und leicht bedecktem Himmel fuhr ich zuerst Silja zum Startgelände und machte mich eine knappe Stunde darauf selber zu Fuss zum Start. Der Vorteil am Heimrennen liegt in der kurzen Anreise, die direkt als Einlaufen genutzt werden konnte.

Ich reihte mich im vorderen Teil des Felds ein und startete mit einem 3:45-Schnitt. Diesen konnte ich problemlos halten, ohne zu befürchten, bereits am Anfang zu viele Reserven anzapfen zu müssen. Bis nach Pfäffikon folgten einige kleinere Steigungen, die es einem schwer machten, seinen Rhythmus zu finden. Nach ein paar Schlucken Wasser in Pfäffikon folgte der Weg dem See, wobei vom Regen zahlreiche Pfützen zurück blieben. Drei kleinere Seen, welche ich bereits von den Trainingsläufen kannte, bescherten auch den letzten nasse Füsse, waren sie doch an gewissen Stellen knöcheltief und ein Ausweichen unmöglich.

Die Socken waren schon fast wieder trocken, als der Anstieg nach Ruetschberg folgte. Dieses Mal lief es mir sehr viel besser und ich konnte mit einem gleichmässigen Schritt in der Steigung einige Positionen gut machen. Oben nahm ich nochmals ein paar Schlucke und hetzte sofort wieder los, um die Schleife gegen den Wald hinter mich zu bringen. Auch hier konnte ich konstant knapp unter 4 Minuten laufen und nahm mir dabei vor, noch einige Reserven für den anschliessenden Anstieg zur Jucker Farmart zu meistern. Dort hatte es mich im letzten Jahr ziemlich aufgestellt und dies wollte ich heuer um jeden Preis verhindern. In der Tat konnte ich auch dort meinen Schritt behalten und fungierte somit sogar noch als Tempomacher für ein paar Mitläufer.

Danach Abstieg zum See und die letzten gut zwei Kilometer als verlängerter Schlussspurt anlaufen. Mit einer konstanten Tempoerhöhung konnte ich auch in dieser Phase Rang um Rang gut machen. Beim Einbiegen auf die Zielstrasse war mir bewusst, dass für ein wirklich herzhafter Schlussspurt nicht mehr genügend Reserven vorhanden sind. Jedoch konnte ich meine Tempoverschärfung bis ins Ziel durchziehen und verlor keinen Platz mehr. Die vielen Zuschauer im Zielbereich (inkl. Silja) gaben natürlich noch einen zusätzlichen Kick, um nicht nachzulassen.

Mit 48.01,7 verbesserte ich meine letztjährige Zeit nochmals um über eine halbe Minute und erreichte den 17. Rang von 79 Teilnehmer meiner Kategorie. Mit der Zeit war ich vollauf zufrieden, jedoch ein wenig überrascht, dass ich damit nur knapp in die Top 20 lief – starkes Feld!

48.01,7
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Greifenseelauf

Schon lange stand ein Halbmarathon auf meiner To-Do-Liste. Jedoch hatte ich es bisher nie geschafft, an einem Lauf über die 21,1 Kilometer teilzunehmen. Dies sollte sich mit dem diesjährigen Greifenseelauf ändern. Eine Woche vor dem Lauf schloss ich den Formtest am Türlersee erfolgreich ab und war somit guten Mutes, ein anständiges Resultat laufen zu können.

Als Ziel setzte ich mir den 4-Minuten-Schnitt, was in einer Zeit von gut 1:24 Stunden resultieren würde. Mit dieser Prognose wurde ich in den vordersten Startblock eingeteilt und musste somit zusammen mit der Elite starten. Musste statt durfte daher, weil in diesem Block die Brutto-Zeit genommen wurde und ich selbstverständlich im hinteren Teil des Blockes einstand. Aber auf diese paar Sekunden sollte es wohl nicht darauf ankommen.

Optimales Laufwetter herrschte an diesem Samstag. Nachdem ich den Morgen noch in der Luft verbrachte, ging es pünktlich um 14:45 Uhr auf die Runde um den Greifensee. Kurz nach dem Start bemerkte ich, dass ich unmittelbar hinter den Tempomachern für 1:30 Stunden lief. Erstens wollte ich früher im Ziel sein und zweitens herrscht bekanntermassen rund um die Tempomacher stets ein Gedränge. Somit zündete ich einen Kurzzeit-Turbo und überholte auf der Aussenbahn (Gras).

Ich nahm mir vor, bis zu Rennhälfte respektive Kilometer 10 meine Reserven nicht anzubrauchen. Dies bedeutete, möglichst gleichmässig mit einem 4er-Schnitt zu laufen. Bald nach Abbiegen auf den Kiesweg wurde es eng, so dass an ein Überholen nicht mehr zu denken war. Nach anfänglichen Rempeleien entschied ich mich, gleichmässig im Tempo der Masse zu traben und war danach erfreut, als ich mit einem Blick auf die Uhr noch immer den 4er-Schnitt bestätigt sah. Anschliessend wurde der Weg wieder breiter, mein Tempo behielt ich trotzdem bei. Bei Neuhus folgte eine kurze Steigung, an deren Ende Getränke und Schwämme gereicht wurden. Ich bediente mich mit einem Becher Wasser und einem Schwamm, ging ein paar Schritte, um zu trinken und setzte anschliessend im gleichen Tempo wieder ein.

Bald schon war Kilometer 10 erreicht und ich fühlte mich nach wie vor bestens. So durfte es gerne weitergehen. Bis nach Maur drückte ich aber nicht aufs Tempo sondern lief weiterhin gleichmässig und schonte somit meine Kräfte. Schliesslich war erst knapp die Hälfte geschafft. In Maur dann die nächste Verpflegung vor einer erneuten Steigung, nach der es jedoch ein gutes Stück bergab ging, wo ich meinen Schnitt ideal drücken konnte. Nun schloss ich mich für kurze Zeit einer kleinen Gruppe an und liess mich von ihnen bis kurz vor Kilometer 15 ziehen. Dort schafften sie es nicht mehr, das Tempo zu halten, worauf ich davon zog.

Noch immer lief ich etwa den 4er-Schnitt. Doch nun machten sich bei einigen Läufern die Kilometer bemerkbar: Ein Grossteil hatte anscheinend zu schnell begonnen und konnte nun sein Tempo nicht mehr halten. Dies war für mich eine gelungene Motivation, so dass ich in dieser Phase einige Ränge gut machte. Im Raum Chis auf der Strecke zurück Richtung Uster versuchte ich, einen weiteren Läufer zu überholen, der mein Tempo jedoch halten konnte. Und so liefen wir bis zur kleinen Verpflegung in Riedikon zusammen. Nach einer kurzen Gehpause motivierten wir uns gegenseitig und nahmen nun die Kehrschleife in Angriff.

Bei der Verpflegung im Scheitelpunkt der Schleife zog er kurz davon. Beim Einbiegen auf die Hauptstrasse nach Uster hatte ich ihn wieder eingeholt. Nun folgte die lang gezogene Steigung Richtung Kirche. Nach fast 20 Kilometern in den Beinen nochmals eine letzte Prüfung. Ich versuchte den Anschluss zu halten und blieb dran – wenn auch nur knapp. Doch gegen Ende der Steigung kam die Kraft – gemischt mit der Vorfreude aufs Ziel – zurück und ich konnte sogar noch zulegen und meine Zugpferde stehen lassen.

Nun ging es durch Uster zum… nein, nicht ins Ziel, sondern am Ziel vorbei! Es folgte nochmals eine ausgedehnte Kehrschleife im Zuschauermeer. Ich genoss diesen langen Zieleinlauf und bot sämtliche Reserven auf. So konnte ich meine Position halten und in 1:25.37,6 ins Ziel laufen. 44. Rang von 618 Läufern meiner Kategorie bedeutete klar Top 10%, womit ich bei meinem Halbmarathon-Debüt zufrieden sein darf.

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Türlerseelauf

Eine Woche nach dem verkorksten Lauf in Rüti galt es, das Selbstwertgefühl wieder anzuheben – soviel vorweg: Dies gelang mir an diesem sonnigen Samstag!

In Affoltern am Albis war ich noch nie am Start. Somit beschränkte sich meine Streckenkenntnis auf das Karten- und vor allem Höhenprofil-Studium. Die gut 14 Kilometer führen weisen ein leicht einprägsames Profil auf: 4 Kilometer Steigung, 6 Kilometer Umrundung des Türlersees und wiederum 4 Kilometer hinunter ins Dorf.

Ich nahm mir vor, mein Pulver auf keinen Fall in der ersten (und praktisch einzigen) Steigung zu verschiessen. Dies vor allem auch in Anbetracht des unklaren Formstandes nach letzter Woche. Kurz nach dem Start sah ich zu meinem Glück einige bekannte Gesichter, die aus Erfahrung in meinem Stärkenbereich liefen. So heftete ich mich schon bald an deren Fersen und trabte mit einem Kilometerschnitt zwischen 4:06 und 4:45 Minuten dem See entgegen.

Kurz nach dem Kulminationspunkt und der ersten Wasserstelle – die ich wie immer und im Speziellen wegen der brennenden Sonne nützte – konnte ich einige meiner Zugpferde hinter mir lassen und heftete mich an die ein Frauenduo. Noch vor Rennmitte erfuhr ich durch Zuschauer, dass es sich dabei um die Frauen an dritter und vierter Position handelte. Ich war hier also gut aufgehoben – nicht zuletzt wegen dem gleichmässigen Schnitt von knapp über vier Minuten.

Zu Beginn des Rückwegs gelang es mir dann, auch die beiden Frauen hinter mir zu lassen und zu weiteren Läufern aufzuschliessen. Ich realisierte erfreut, dass ich meine Kraftreserven sehr gut eingeteilt und verwaltet hatte. Jetzt galt es, die verbleibende Energie haushälterisch bis zum Beginn des Gefälles einzuteilen. Dies gelang mir ausgezeichnet, auch wenn mich die noch folgenden (bescheidenen) Steigungen arg ins Schwitzen brachten. Endlich bogen wir wieder auf die bekannte Strasse ein, um kurz darauf talwärts die Beine laufen zu lassen. Im Gegensatz zu letzter Woche konnte ich bergab Tempo machen und auch mein lädiertes Knie hielt sich ruhig.

Ich konnte meinen Schnitt merklich drücken und kurz vor dem Ziel die Pace nochmals erhöhen. Mit einem beherzten Schlussspurt überholte ich die beiden unmittelbar vor mir laufenden Mitstreitern auf den letzten Metern und machte dabei sogar noch einen Kategorienrang (um 1,1 Sekunden!) gut. Mit 58.54,1 erreichte ich den 9. Rang von 36. Klassierten und durfte mich somit einmal mehr in den Top 10 einreihen.

Mit diesem Resultat blicke ich vorerst zuversichtlich in Richtung meines ersten Laufs über die Halbmarathondistanz. Möge das Lauf- und Wetterglück am kommenden Samstag mit mir sein!

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Rütilauf

Kurz zusammengefasst: Ein Lauf zum Vergessen! Nach meinen anhaltenden Knieproblemen (Patella-Band) kam vor Wochenfrist eine Bänderverletzung im linken Fussgelenk dazu, die mich dazu zwang, eine ganze Woche auf jegliches Lauftraining zu verzichten. Extrem kurzfristig – am Freitagabend – entschied ich mich dann, den Lauf trotzdem zu bestreiten, nicht zuletzt als Standortbestimmung.

Ich setzte mir zum Ziel, in den Bereich der letztjährigen Zeit zu laufen. Dafür musste ich einen 4-Minuten-Schnitt auf den Kilometer durchziehen. Aufgrund der engen Platzverhältnissen auf dem Startkilometer versuchte ich, gut wegzukommen, um mir ein wenig Luft zu verschaffen. Dies gelang mir gut, jedoch spürte ich bereits zu Beginn, dass die Beine nicht in Form waren. Ich machte vorerst eine gute Miene zum bösen Spiel und biss mich durch. Das warme Wetter mit der brennenden scheinenden Sonne trug das Seinige zur Anstrengung bei.

Je länger der Lauf dauerte, desto mehr rannte ich meiner Form hinterher. Die erste Wasserstelle kam dann wie gerufen und ich genoss die paar Schlucke und den erfrischenden Schwamm. Mit neuer Kraft ging es auf die kommenden zwei Streckendrittel. Zwischendurch konnte ich das Tempo sogar gut gehen, jedoch merkte ich meine schweren Beine vor allem in den Bergab-Passagen: Wo ich normalerweise Zeit und Ränge gut mache, waren heute die Beine wie blockierten und liessen sich nicht laufen lassen. So musste ich stattdessen zusehen, dass ich den Schnitt bergab wenigstens knapp drücken konnte.

Vor der zweiten Verpflegungsstelle konnte ich – auch dank des negativen Höhenunterschieds – den Schnitt nochmals drücken und Zeit gutmachen. Anschliessend wurde es dann aber wirklich hart und ich musste den einen oder anderen Läufer vorbei ziehen lassen. Erst kurz vor Schluss war es mir möglich, mittels Mobilisation der letzten Kräfte nochmals einige Position zurück zu gewinnen und den Lauf einigermassen vernünftig zu Ende bringen.

Schlussendlich resultierte in 47.01,3 Minuten der 12. Kategorienrang von 40 Teilnehmern. Keine Frage – hier wäre mehr drin gelegen! Nun gilt es, bis zum Türlerseelauf in einer Woche – spätestens jedoch bis zum Greifenseelauf in zwei Wochen – meine Form wieder zu finden respektive zurück zu kämpfen und keine Gedanken mehr an Rüti zu verschwenden.

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100-Kilometer-Lauf Biel

Nach der Teilnahme 2008 wollte ich es dieses Jahr zum zweiten Mal wissen und eine durchlaufene Nacht in Biel verbringen. Wiederum konnte ich Silja davon überzeugen, als Velobegleitung mitzukommen. In Wirklichkeit war es zwar eher so, dass sie mich überzeugte…

An der Läufer-Expo im Eisstadion erstand ich noch Kompressionssocken, da ich deren Wirkung schon lange einmal ausprobieren wollte. Ob es eine gute Idee ist, dies direkt auf dem 100er zu tun? No risk – no fun. Ansonsten setzte ich auf kurze Hosen und ein kurzes Laufshirt. Regen war zwar möglich, aber die Temperaturen sollten einigermassen erträglich bleiben. Bis kurz vor dem Start wurde der Regenradar im iPhone fleissig konsultiert und es zeigte sich, dass die Regenfront nordwestlich vorbei ziehen würde. Eine halbe Stunde vor dem Start zog Silja mit dem Rest der Velokarawane unter Glockenbebimmel von dannen.

Ich war froh, als der Startschuss um 22:00 Uhr endlich erfolgte. Die GPS-Uhr wurde gestartet und im leichten Laufschritt ging es Richtung Innenstadt. Wie immer werden die ersten 25 km ohne Begleitung gelaufen, da das Gedränge zu gross wäre. Ein erstes Highlight die Party-Stimmung in Aarberg nach 20 km, die ich dieses Jahr besser fand als bei meiner ersten Teilnahme. Nach gut zwei Stunden fühlte mich noch immer gut, als ich oberhalb von Lyss Silja traf.

Anschliessend das mühsame Teilstück über Oberramsern bis nach Kirchberg (55 km). Irgendwie litt ich die ganze Zeit und konnte den Lauf nicht wirklich geniessen. Ich verpflegte zwar gut und genügend, aber trotzdem kam keine richtige Lauffreude auf. Ich glaube auch, dass ich ein ziemlich schlechter Laufpartner für Silja war während dieser Zeit. Kaum zu Gesprächen bereit und mit mässigem Sinn für Humor. Bei Kirchberg trennten sich unsere Wege und ich musste den Ho-Chi-Minh-Pfad alleine unter die Füsse nehmen. Entgegen den Befürchtungen und Erfahrungen von der letzten Teilnahme konnte ich die gut 10 km bis nach Gerlafingen durchlaufen ohne Einbruch. Noch immer war es dunkel und ich war froh, eine Stirnlampe zu tragen.

Nach dem Zusammentreffen mit Silja lief ich noch immer mehr oder weniger gut, aber der nachfolgende Abschnitt war extrem monoton und es stellte sich wieder der mühsame Trott ein. Erst als dann an der Aare die Sonne aufging kam ein Hauch von Lauffreude auf. Auch war noch immer im Rennen um eine Sub-10-Zeit. Ich mobilisierte nochmals alle Kräfte und doch musste ich ab und zu Gehpausen einschalten. Die Flüssigkeitszufuhr hielt ich bis zum Schluss auf konstant hohem Niveau.

Fünf bis zehn Kilometer vor dem Ziel begann ich, meine Zielzeit hochzurechnen. Es würde etwas um die 10 Stunden werden… Darunter oder darüber? Je näher ich dem Ziel kam, desto bewusster wurde es mir, dass es für Sub-10 knapp nicht reichen würde. In der letzten Steigung vor dem Ziel wollte mich Silja nochmals verbal antreiben, doch ich war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich fertig, so dass ich weder verbal noch physisch etwas unternehmen konnte. Schlussendlich lief ich in 10:02.51,6 ein und erreichte den 7. Kategorienrang von 40 Teilnehmern.

Übrigens: Den Kategoriensieger hatte ich bei meiner letzten Teilnahme noch im Schlussaufstieg überholt und anschliessend abgehängt…

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Zumiker Lauf

Bereits bei der Anreise zum Lauf die ersten Probleme: Unser Roller verkraftete den steilen Anstieg Richtung Forch nicht und quittierte nach einigen Momenten im Vollgas seinen Dienst. Zum Glück lief er nach kurzer Abkühlphase wieder und so schafften es Silja und ich doch noch rechtzeitig zum Start in Zumikon. Die erste richtige Hitze in diesem Jahr versprach ein anstrengendes Rennen mit viel Flüssigkeitsverlust.

Nichts desto trotz reihte ich mich ziemlich weit vorne ein und begann schnell. Es lief mir gut und ich konnte mich nach den obligaten Positionskämpfen im vorderen Feld etablieren. Gerade zu Beginn folgte ein Anstieg von insgesamt etwa 70 Höhenmetern. Der Schweiss lief aus allen Poren und ich begann endgültig zu realisieren, dass die Hitze für mich ein (zu) grosser Faktor werden würde.

Am stärksten merkte ich meine hitzebedingte Schwäche beim ersten Bergabteil. Ich konnte nicht richtig beschleunigen und die Beine laufen lassen. Es war, als liefe ich mit angezogener Handbremse. Bald darauf kam die erste Verpflegungsstelle, an der ich dankend einen Becher Wasser in und über mich schüttete. Nach der nächsten Geraden musste ich sogar noch kurz in die Büsche entschwinden – wenigstens schien der Wasserhaushalt zu stimmen…

Trotzdem war es bis ins Ziel ein K(r)ampf, der nicht wirklich Spass machte. Vor allem die letzten Kilometer, in denen es vom Forchdenkmal zurück nach Zumikon hinab ging, waren nervenaufreibend, da ich nicht wie gewohnt Tempo machen konnte. Und anders als sonst war nicht ich derjenige, der die Läufer auf den letzten Meter abfing, sondern ich spielte den Überholten.

Schlussendlich verbesserte ich meine Zeit aus dem Vorjahr um knappe drei Sekunden und erreichte mit einer Zeit von 44.53,2 Minuten den 10. Rang von 37 Läufern meiner Kategorie. An und für sich darf ich mit diesem erneuten Top-10-Resultat zufrieden sein, doch bin ich es im Wissen um das schlechte Rennen meinerseits nicht ganz.

http://services.datasport.com/2010/zkb/zumiker/RANG001.HTM44.53,2
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10 km von Winterthur

Im Rahmen des 12. Winterthur Marathon wurden ebenfalls Rennen über die Halbmarathondistanz sowie über zehn Kilometer angeboten. Zusammen mit Silja, Reto und Jasmin entschieden wir uns, nach dem Flughafenlauf vom Donnerstag noch zehn Kilometer am Sonntag anzuhängen. Der Wetterbericht hielt zumindest die Hoffnung aufrecht, für die Dauer des Laufs einen trockenen Abschnitt zu finden.

Der Platzregen setzte ein, als wir fertig umgezogen auf dem Weg zum Shuttlebus waren. Dadurch liessen wir uns jedoch nicht irritieren und fuhren im vollgepferchten Bus an den Start im Leisental. Beim Betrachten der letztjährigen Ergebnisse merkte ich, dass die Leistungsdichte nicht so hoch wie bei den ZLC-Läufen ist und stand daher zusammen mit Reto ganz vorne ein. In der Tat konnten wir uns kurz nach dem Start direkt hinter der Spitzengruppe als erste Verfolger etablieren.

Nach den ersten beiden Kilometern überholten wir immer wieder einzelne Läufer, die aus der Spitzengruppe gefallen waren und nun durchgereicht wurden. Mit uns waren auch noch die Marathonläufer auf ihrer zweiten Runde sowie die Marathon-Staffelläufer auf der Strecke. Bei Kilometer 5 nutzte ich die Verpflegungsstelle für ein paar Schlucke Wasser, was mich jedoch arg aus dem Rhythmus brachte und mit Seitenstechen bestraft wurde. Zudem spürte ich den Flughafenlauf noch deutlich in den Beinen und war froh, heute nur zehn Kilometer rennen zu müssen.

Bis zu Kilometer 6 führte die Strecke stets leicht bergauf, was jedoch praktisch nicht spürbar war. Einzig die Steigung kurz vor Kilometer 6 war wirklich nennenswert und brachte mich kurz aus dem inzwischen wiedergefundenen Rhythmus. Reto war mittlerweile ein paar Meter zurückgefallen, hielt sich jedoch in konstanter Distanz. Beim anschliessenden Streckenteil bergab konnte ich Tempo machen und die Pace nach unten drücken. Nun war ich sicher, mein Tempo nachhause laufen zu können und schonte die Kräfte nicht mehr.

Die letzten beiden Kilometer führten mehr oder weniger geradeaus Richtung Stadt. Der Einlauf ins Ziel bei der Reithalle war trotz nicht optimalem Wetter (regnen tat es während dem Lauf aber nie) von einigen Zuschauern gesäumt, welche eine gute Stimmung verbreiteten. Mit einem beherzten Schlussspurt fing ich noch einige abgekämpfte Marathonläufer vor der Ziellinie ab und erreichte das Ziel nach 37.31,2 Minuten. Dies brachte mir den 7. Rang aller 142 Männern (es wurde lediglich zwischen Männern und Frauen unterschieden) unmittelbar vor Reto ein. Mit diesem Resultat war ich selbstverständlich mehr als zufrieden.

37.31,2
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Flughafenlauf

Die Wettervorhersage verhiess nichts Gutes für den Auffahrtsdonnerstag. Dies bestätigte sich leider beim Aufstehen: Dauerregen ohne Wolkenlücke. Zum Glück hatte ich mich bereits im Vorfeld angemeldet, so dass kein spontaner (Absage-)Entscheid gefällt werden musste. Neben Silja waren auch Reto und Jasmin am Start.

Meine schweren Beine veranlassten mich in den letzten Tagen, die Trainingsintensität ein bisschen zurück zu schrauben. Nun fühlte ich mich wieder gestärkt und ging guten Mutes an den Start der 17 Kilometer. Das Gefälle zum Kreisel nutzte ich, um Tempo zu machen und mich in eine gute Ausgangslage zu bringen. Kurz darauf lief ich mit Reto eine schnelle Pace deutlich unter vier Minuten. Bis knapp zum Kilometer 5 überholten wir ständig und hatten sogar noch Zeit und Luft, uns gelegentlich zu unterhalten. Anschliessend musste er abreissen lassen und ich schloss mich zwei weiteren Läufern an. Ich übernahm für lange Zeit die Führungsarbeit und diente zudem als Windschattenspender, bevor ich mich nach Oberglatt absetzen konnte.

Um meine letztjährige Zeit zu unterbieten, achtete ich darauf, die Pace stets unter vier Minuten zu halten. Dies gelang mir bis zur Kehrtwende am Pistenende problemlos. Beim Wechsel auf die Panzerpiste zog ich eine kurze Schwächephase ein, fing mich jedoch rasch wieder. Nun galt es schliesslich “nur” noch, zurück zu laufen. Völlig durchnässt ging es dem Rega-Gebäude entgegen, wo ich mir für den Schlussspurt ein isotonisches Getränk gönnte. Kurz nach der Verpflegungsstelle konnte ich nochmals einige Positionen gut machen. Eine weitere Tempoverschärfung liessen nun meine Beine nicht mehr zu und so war ich darauf bedacht, meine Position zu halten.

Den Vordermann stets im Blickfeld mobilisierte ich die letzten Kräfte und bezwang die Schlusssteigung, bevor ich in 1:05.28,1 die Ziellinie als 9. von 78 Läufern meiner Kategorie überquerte. Mit einer Durchschnitts-Pace von 3:51 Minuten pro Kilometer war ich vollends zufrieden. Zudem hatte ich meine Vorjahreszeit um zwei Minuten unterboten und war das zweite Mal in meiner ZLC-Karriere in die Top 10 gelaufen!

1:05.28,1
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SOLA-Stafette

Auch dieses Jahr stellte mein Arbeitgeber wiederum drei Teams an der SOLA-Stafette. Ich nahm bereits zum dritten Mal teil und war im schnellen Team für Strecke 9 zuständig. Diese war ich vorher noch nie gelaufen und bereitete mich somit nur anhand des Streckenplanes und des Höhenprofils auf das Rennen vor. Insbesondere war ich gespannt, inwiefern sich die vorangegangenen vier Wochen Militär auf meinen Formstand auswirkten, da ich verständlicherweise nicht in der gewünschen Regelmässigkeit zum Trainieren kam.

Die coupierte Strecke mit insgesamt 255 Höhenmetern führte vom Zoo nach Forch über einen Distanz von 11,3 Kilometer.

Die Übergabe klappte relativ reibungslos, obwohl mein Arbeitskollege mich erst sehr spät entdeckt hatte. Auf der 400-Meter-Bahn der Sportanlage Fluntern schlug ich eine sehr hohe Pace an, um mir eine angenehme Position zu erarbeiten, was mir gut gelang. Ein Blick auf meine GPS-Uhr verriet mir noch vor der ersten Kilometermarke, dass ich die Pace von 3:30 Minuten nicht lange halten kann. Somit bremste ich mich auf ein angemessenes Tempo und schloss mich einem Läufer an, der gleich schnell unterwegs war.

Ständiges auf und ab prägten den ersten Teil der Strecke. Luft bekam ich genug, jedoch fühlten sich meine Beine ziemlich schwer an. Trotzdem hielt ich das Tempo hoch – sogar in den leichten Anstiegen. Der steile Hohlweg nach Rennhälfte bedeutete für viele eine Zäsur in ihrer Laufplanung. Ich nahm den steilen Anstieg im leichten Laufschritt unter die Füsse und versuchte, sofort nach der Kulmination wieder zu beschleunigen.

Von Beginn weg war ich ständig am Überholen. Neben der langsamen Gruppe, die eine halbe Stunde vor uns gestartet war, waren darunter auch sehr viele von unserer Gruppe. Schlussendlich zeigte sich, dass ich auf meiner Strecke 25 Ränge gut machte. Lediglich zwei Läufer musste ich während der gesamten Etappe passieren lassen.

Nach dem kurzen Schlussaufstieg zum Forchdenkmal führte die Strecke steil und rasant ins Dorf hinunter, wo bei den ersten Häusern die Zeitmessung positioniert war. Anschliessend ging es in hohem Tempo der Wechselzone entgegen, wo ich den e-Stick beinahe perfekt meiner bereits bereit stehenden Folgeläuferin übergeben konnte.

Mit einer Zeit von 46:14 und dem 28. Rang auf meiner Strecke übertraf ich sämtliche Erwartungen und war dementsprechend zufrieden. Unser Team erreichte den guten 53. Rang von 723 rangierten Teams.

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