Hallwilerseelauf

Der Hallwilerseelauf stellte meinen zweiten Wettkampf über die Halbmarathondistanz dar, nachdem ich im letzten Jahr bereits den Greifenseelauf absolviert hatte und meinen Rekord mit 1:25.37,6 initialisiert hatte. Diese Zeit galt es heuer als oberstes Ziel zu schlagen.

Das Streckenprofil des Hallwilerseelaufs begünstigt schnelle Laufzeiten, da der Start in Beinwil am See über dem See erfolgt und der Zieleinlauf unten am See ist. Somit kann man das Gefälle auf den ersten vier Kilometern nutzen, um Tempo zu machen. Dies war zugleich meine Taktik: Die ersten vier Kilometer “laufen lassen” und anschliessend den Schnitt für den Rest des Rennens unter 4:00 min/km halten.

Das Wetter präsentierte sich nahezu perfekt: Bewölkt bei etwa 10 °C. Mit Silja reiste ich per Zug an (lediglich CHF 10.- ab Zürich mit Halbtax!) und hatte zudem mit Jean-Daniel abgemacht, welcher aber die Anreise sprichwörtlich verschlafen hatte. Nach einem ziemlichen Gedränge bei der Startnummernausgabe und dem Abholen des Erinnerungsgeschenks (Laufweste) gingen wir direkt zu den Garderoben- und Duschzelten. Kurz umziehen, ein letztes Mal austreten und dann war es bereits Zeit, den Startblock aufzusuchen. Ich verabschiedete mich von Silja und stand im Block B ein, wo ich auf Benj traf. Kurzer Taktikaustausch und ein paar Tipps von ihm, da er bereits letztes Jahr am Start war.

Um 13:35 wurde leicht verspätet unser Block auf die Strecke geschickt. Wie geplant schaute ich zu Beginn noch nicht gross auf die Pace sondern liess die Beine bergab laufen. Gefährlich wurde es, als wir auf die letzten Staffelläufer aufliefen, die zwei Minuten vor uns startenen und echte Hindernisse in der Läufermasse darstellten. Mit genügend Vorsicht und zahlreichen Slalommanöver konnte ich einen Zusammenprall vermeiden.

Auf den ersten vier Kilometern lief ich eine gute Minute Vorsprung auf die 4er-Pace heraus, musste dann im Übergang zum Flachen jedoch aufpassen, nicht zu langsam zu werden. Da es direkt in eine leichte Steigung ging, war ich froh, auf der GPS-Uhr zu sehen, dass ich stark verlangsamte und unter den Schnitt fiel. Dies konnte ich anschliessend korrigieren und versuchte, nun den Rhythmus zu finden.

Mittlerweile hatte ich richtig warm und fühlte mich nach wie vor blendend. Ich lief jedoch bewusst höchstens eine 3:55-Pace, da ich befürchtete, ansonsten später einen Einbruch zu erleiden. Die Strecke war stets leicht coupiert, so dass ich nicht ganz konstant lief. Ich wurde praktisch nie überholt, überholte selber aber zahlreiche Personen, was bei den mitunter schmalen Naturwegen mit Wald und abschüssigen Hängen nicht immer leicht war.

Bei Kilometer 10 folgte neben der zweiten Verpflegung auch der erste Wechsel der Stafette (3 Etappen). Hier hatte ich bereits viel Platz zum Laufen, lief jedoch stets wieder auf kleine Gruppen auf, die ich zu überholen hatte. Probleme verspürte ich nie und auch die Form schien zu stimmen – keinerlei Anzeichen von Einbruchtendenzen.

Auch bei der Spitzkehre beim Schloss Hallwyl – weitere Verpflegung und zweiter Wechsel – konnte ich die Pace nach wie vor halten. Nun folgte die längste Steigung der Strecke in Boniswil, die ich gleichmässig aber leicht verlangsamt lief. Oben konnte ich sofort wieder Tempo machen und war nun sehr überzeugt, eine gute Zeit laufen zu können.

Die letzten paar Kilometer zurück gingen extrem schnell vorbei. Allgemein empfand ich den Lauf als sehr abwechslungsreich und kurzweilig – vielleicht auch aufgrund meiner guten Verfassung. Leider beeinträchtigte mich auf den letzten drei Kilometer noch ein paar Steine in der Sohle. Meine (mehr oder weniger) neuen Wettkampfschuhe haben solch blöd dimensionierte Aussparungen in den Sohlen, dass beim Laufen auf Naturstrassen häufig Steine darin stecken bleiben. Diese drücken dann ziemlich direkt auf die Fussohle und werden bei jedem Schritt weiter hinein gedrückt. Das Resultat ist eine Fussmassage, die alles andere als angenehm ist. Bei der letzten Verpflegung versucht ich kurz, einen sehr störenden Stein im Gehen zu entfernen, was mir aber nach ein paar Metern noch immer nicht gelang. Somit entschied ich mich, die letzten Kilometer meine Fussreflexzonen massieren zu lassen.

Trotz allem konnte ich das Tempo halten und lief schliesslich mit einer Zeit von 1:22.40,6 auf den 38. Rang von 639. Teilnehmern der M30-Kategorie (inkl. Viktor Röthlin). Dies entspricht einem Schnitt von 3:55 min/km, was deutlich schneller ist, als ich im Vorfeld gehofft hatte. Dies lässt mich bereits vom Sub-3-Marathon träumen… Doch da liegt mindestens noch die Winter-Wettkampfpause dazwischen!

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Pfäffikersee-Lauf

Bereits meine vierte Teilnahme am “Heimrennen” stand an. Das Wetter versprach, super zu werden, wenn auch fast ein wenig heiss. Nachdem ich in den Vorjahren jeweils meine Zeit nach unten korrigieren konnte, war auch dies heuer das Maximalziel. Vorerst wollte ich aber einfach ein gutes Rennen und eine entsprechende Platzierung in meiner Kategorie.

Bei sonnigem Wetter lief ich im vorderen Viertel des Feldes an und peilte einen Schnitt knapp unter vier Minuten für den Beginn an. Am Start traf ich noch Benjamin, der sich langsam aber sicher Richtung New York orientiert. Im Wissen, dass er (je nach Tagesform) leicht schneller läuft als ich, wollte ich mich auf dem ersten Abschnitt an ihm orientieren. Dies gelang mir bis kurz vor Rennhälfte auch gut, stets hatte ich ihn im Blickfeld. Doch anschliessend musste ich ihn wohl oder übel ziehen lassen und mich auf mein Rennen konzentrieren.

Die Hitze machte mir ziemlich zu schaffen und so trank ich an jeder Verpflegungsstelle. Der Aufstieg nach Ruetschberg war wie gewohnt ein selektiver Streckenteil, auf dem ich dank nicht allzu schnellem Rennbeginn jedoch konstant laufen konnte. So machte ich einige Plätze gut und ging motiviert in die Zusatzschleife. Wiederum gelang es mir, einige Positionen zu erkämpfen und mich in eine gute Ausgangslage für den angenehmeren Teil zu bringen.

Bis zum Schluss zahlte sich mein kräftesparender Beginn aus und ich konnte auch im zweiten Aufstieg zur Jucker Farmart zwei Läufer überholen. Auf dem anschliessenden Finish mit einem sehr langen Schlussspurt fehlten mir zu guter letzt die Kräfte, noch die Grosses zu bewegen. Jedoch heftete sich zu Beginn der Zielgerade ein Läufer meiner Kategorie an meine Fersen und forderte mich heraus. Mit einer beherzten Tempoverschärfung (mit Hilfe der letzten Kräfte) schaffte ich es, Distanz zwischen uns zu bringen. Den unmittelbar vor mir laufenden Sportler holte ich dann leider knapp nicht mehr ein.

Schlussendlich verpasste ich meine Bestzeit um eine halbe Minute und beendete das Rennen in 48.32,8 auf dem 11. Rang – lediglich zwei Sekunden hinter den Top 10.

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Greifenseelauf (10 km)

Nachdem ich letztes Jahr die Halbmarathonstrecke in Uster lief, hatte ich dieses Jahr gar keine Teilnahme geplant. An diesem Wochenende war eine Bergtour angesagt, die jedoch im letzten Moment aufgrund des Wetters abgesagt wurde. Nun musste ich mich kurzfristig entscheiden, ob doch noch eine Teilnahme am Greifenseelauf in Frage kommen sollte. Ich entschied mich dann für die 10 Kilometer, da ich mich für den Halbmarathon nicht genügend vorbereitet hatte. Und schliesslich möchte ich meine Zeit verbessern und nicht “nur” teilnehmen.

Direkt im Renndress ging es mit der S-Bahn nach Uster und von dort als leichtes Einlaufen zum Startgelände in Niederuster. Laufend starteten diverse Kategorien, ich war im ersten Block des 10-Kilometer-Laufs um 13:30 Uhr dran. Angesichts des kleinen Teilnehmerfelds reihte ich mich ganz vorne ein und versuchte nach erfolgtem Startschuss, gleichmässig mit einem Schnitt von 3:45 Minuten pro Kilometer zu laufen.

Dies gelang mir zu Beginn ausgezeichnet und die Positionskämpfe waren dank des kleinen Feldes und der breiten Strasse praktisch inexistent. Bis zur ersten Wende verlief die Strecke auf Asphalt und war leicht coupiert. Ich lief zu diesem Zeitpunkt deutlich unter dem angepeilten Schnitt, fühlte mich jedoch gut, ausser nicht ganz frischen Beinen. Trotzdem meinte ich, das Tempo halten zu können.

Kurz vor der Wende kam die Spitze entgegen, wobei ich noch immer sehr weit vorne im Feld eingereiht war. Nach der Wende schloss ich mich einer Dreiergruppe an, da ich eine erste Minikrise erfuhr. Zu viert konnten wir jedoch das Tempo halten und zahlreiche Läufer hinter uns lassen. Bald ging es auf Naturstrassen dem See entlang und das Feld dünnte sich weiter aus. Nach der ersten Verpflegung (Wasser) war ich dann kurze Zeit auf mich alleine gestellt, schaffte aber bald wieder den Anschluss an eine Gruppe.

In dieser Phase des Rennens fühlte ich mich blendend und konnte sogar noch einige überholte Läufer ermuntern, sich mir anzuschliessen. Kurz nach Rennhälfte folgte eine Schleife zurück auf die Halbmarathon-Strecke, bevor es nochmals kurz an den See ging, um anschliessend definitiv zurück zu kehren.

Den folgenden Abschnitt bis ins Ziel kannte ich vom Halbmarathon im 2010. Vor allem der Aufstieg nach Kirchuster zwei Kilometer vor dem Ziel hat es in sich. Meine Devise hiess, Tempo halten und die letzten Kräfte mobilisieren. Mit zwei bis drei Konkurrenten – einer davon angsteinflössend stark keuchend – bezwang ich die Steigung und konnte die anderen kurzfristig distanzieren. Doch kurz vor dem Kulminationspunkt wurde ich von der Geräuschmaschine eingeholt und schliesslich überholt.

Mit letzten Kräften blieb ich dran und wollte im Endspurt nochmals punkten. Die gemeine Schlussstrecke enthält nochmals eine Kehrtwende, so dass man zuerst das Ziel von der falschen Seite her passiert. In der Hitze des Gefechts zündete ich bereits einen verfrühten Schlussspurt und überholte den Läufer, bevor ich meine Verschätzung bemerkte und mich nochmals drosselte.

Mit einer kontinuierlichen Temposteigerung konnte ich einen weiteren Läufer vor mir überholen, der Keuchende lag mir jedoch gut hörbar im Nacken. Und so musste ich wohl oder übel das Tempo bis ins Ziel durchziehen respektive sogar zu einen Schlussspurt ansetzen. Als es hinter mir immer lauter wurde, wusste ich, dass es nun ernst galt: Die letzten Kräfte mobilisierend warf ich sämtliche Energie in den langgezogenen Spurt und schaffte es schliesslich um drei Zehntel, meine Position zu verteidigen. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf musste ich mich jedoch kurz hinsetzen, um den Puls wieder in einen gesunden Bereich sinken zu lassen.

In 37.47,9 verpasste ich meine Bestzeit von Winterthur um 16 Sekunden, jedoch lassen sich diese beiden Strecken profilmässig nicht direkt miteinander vergleichen. Von 221 klassierten Läufern erreichte ich den 9. Rang und war mit dieser erneuten Top-10-Klassierung vollends zufrieden.

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Rütilauf

Der vierte Rütilauf 2011 stellte meine dritte Teilnahme dar. Bisher war ich nie warm geworden mit der Strecke. Vor allem letztes Jahr war es ein Lauf zum Vergessen! Als ich mich heute Morgen kurzfristig zur Teilnahme entschloss, standen die Zeichen jedoch alles andere als gut, dass es heuer einen Erfolg werden würde: Durch eine blöde Verletzung (Steissbeinprellung) war mein Training in den letzten Wochen eingeschränkt, in der Sommerpause konnte ich durchs Studium auch nicht wie gewünscht trainieren und die Temperaturen versprachen, nahe an die 30er-Marke zu kommen…

Mein Ziel war demnach auch ziemlich bescheiden: Locker angehen und schauen, was drin liegt. Somit stand ich nicht wie gewohnt ganz vorne ein, sondern nur knapp vor der Mitte. Und dies, obwohl ich mir bewusst war, dass ich durch die Kanalisierung kurz nach dem Start, behindert würde. Jedoch wollte ich mich dadurch zwingen, das Rennen nicht zu schnell anzugehen – vor allem auch im Hinblick auf die Hitzeschlacht.

In der Tat startete ich gezwungenermassen ziemlich verhalten, konnte mich jedoch stetig nach vorne arbeiten. Beim nochmaligen Startdurchlauf nach einem guten Kilometer hatte sich das Feld bereits in die Länge gezogen und ich konnte freier laufen. Ständiges Überholen war zudem zuträglich zur Psyche und liess mich zuversichtlich auf den weiteren Rennverlauf schauen. Ich fühlte mich gut, zügelte jedoch den Tempodrang so gut es ging.

Bei der ersten Wasserstelle war ich überaus froh um die Flüssigkeit und nahm dankend Becher und Schwamm. Ich schaffte es in dieser Phase, mehr oder weniger einen Rhythmus zu finden, so gut es die coupierte Strecke überhaupt zuliess. Zu meiner Freude konnte ich in den Bergabpassagen Tempo machen und die Beine laufen lassen. So arbeitete ich mich Position um Position nach vorne und schloss mich einige Male für kurze Zeit einem Läufer oder einer kleinen Gruppe an.

Auch nach Streckenhälfte war ich noch immer auf der Überholspur, was meinem guten Gefühl zusätzlich Flügel verlieh. Ganz anders als 2010, als ich ab dieser Stelle praktisch nur noch überholt wurde. Probleme machten mir heute – neben der Hitze – höchstens die zu grossen Profillöcher in den Sohlen meiner neuen Wettkampfschuhe, die den einen oder anderen Stein aufnahmen und mir somit zu einer ungewollten Fussreflexzonen-Massage verhalfen.

Nach der zweiten Verpflegung folgte der Hauptaufstieg, der mich letztes Jahr komplett aufgestellt hatte. Heute konnte ich ihn konstant bezwingen, auch wenn der Organismus am Kulminationspunkt langsam aber sicher in den roten Bereich drehte. Jetzt “nur noch” bis ins Ziel durchziehen. Die letzte Steigung vor dem langgezogenen Zieleinlauf war nochmals an der prallen Sonne – Kampf pur!

Von da an folgte der Schlussspurt, für den ich jedoch nicht mehr grosse Kraftreserven mobilisieren konnte. Jedoch waren die Abstände vor und hinter mir sowieso zu gross, um noch bis ins Ziel geschlossen zu werden. Ich liess die Beine nochmals laufen und lief in 45.19,9 als 9. meiner Kategorie ins Ziel.

Wenn man mir vor dem Rennen eine Top-10-Klassierung sowie persönliche Streckenbestzeit angeboten hätte, wäre ich ohne zu zögern mit meiner Unterschrift bereit gestanden. Somit war ich positiv überrascht und vollends zufrieden mit dem Resultat.

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Wylandlauf Andelfingen

Zum ersten Mal in meiner ZLC-Karriere nahm ich am Wylandlauf in Andelfingen teil. Eigentlich hatte sich auch Silja angemeldet, entschied sich jedoch kurzfristig aufgrund des Wetters gegen eine Teilnahme. Und so fuhr ich alleine vom regnerischen und gewittrigen Wetzikon ins (zu meinem eigenen Erstaunen) fast sonnige Andelfingen. Die Strassen und Wege waren zwar noch nass, nun präsentierte sich das Wetter aber mit idealen Laufbedingungen.

Der Start wurde um 15 Minuten nach hinten verschoben, was mir genügend Zeit gab für die letzten Vorbereitungen. Nach einem kleinen Bissen Brot und einem Becher Isotea war ich bereit und reihte mich im vorderen Feld ein. Die Strecke kannte ich lediglich vom Studium des Streckenplans und begab mich somit auf unbekanntes Terrain.

Ich begann schnell mit Anschluss an die Spitzengruppe. Diese setzte sich jedoch nach etwa zwei Kilometer ab und so spielte ich kurzzeitig das Verbindungsglied zum Verfolgerfeld. Nach knapp drei Kilometern folgte der Anstieg nach Alten. Ich wollte bewusst nicht forcieren und nahm in Kauf, dass ich von zwei Läufern überholt wurde. Oben im Dorf gab es bereits Wasser und die beiden dritten und vierten Frauen liefen auf mich auf. Ich spielte für sie teilweise das Zugpferd für die nächsten drei bis vier Kilometer, wobei niemand den anderen abzuhängen vermochte.

Die steten Steigungswechsel liessen keinen Rhythmus aufkommen und so musste ich ständig an meiner Leistungsgrenze laufen ohne grosse Reserven. Ich zog hier auch meine Schwächephase ein, so dass ich die beiden Frauen ziehen lassen musste. Doch beim folgenden Bergabteil konnte ich wiederum Zeit gut machen und überholte beide wieder.

Nun ging es im grossen Bogen zurück nach Alten, wo ein kurzer aber mühsamer Anstieg ins Dorf führte. Dort nochmals einen giftigen Anstieg hoch, bevor es langsam aber sicher zurück nach Andelfingen ging. Beim Verlassen von Alten schnappte ich mir nochmals ein Wasser und versuchte auf dem folgenden langen Gefälle Tempo zu machen und dieses auch ins Flache mitzunehmen. Dies gelang mir ausgezeichnet, obwohl ich bereits ziemlich ausgepowert war und das Ziel herbei sehnte.

Nach der Holzbrücke und nochmals einem knappen Kilometer bog ich auf die sehr lange Zielgerade ein. Trotz inexistenten Kraftreserven wollte ich meinen Platz um jeden Preis halten und versuchte, mit Hilfe meiner letzten Kräfte, das Tempo hoch zu halten. Ich schaffte es sogar noch, einige Läufer zu überholen, ohne mich selbst überholen zu lassen.

Für einen Schlussspurt, der den Namen verdient hätte, reichte es nicht mehr. Ich kam mit einer Zeit von 57.09,5 ins Ziel und erreichte so den 15. Rang von 72 klassierten Läufern meiner Kategorie. Ich empfand den Lauf als ziemlich hart, ohne den wirklichen Grund dafür zu kennen. Vielleicht, weil man oft weite Strecken vor einem überblicken kann und er zudem von vielen Steigungswechseln geprägt ist? Unter den gegebenen Umständen war ich mit dem Resultat zufrieden und freute mich über das ideale Wetter im Gegensatz zu der rabenschwarzen Vorhersage.

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Flughafenlauf

Einmal mehr stand an Auffahrt der Flughafenlauf auf dem Programm. Nachdem ich meine Zeit bisher kontinuierlich verbessern konnte, war auch dies heuer mein Ziel – nun erstmals in der Kategorie M30. Jedoch war ich mir angesichts des reduzierten Trainingsumfangs um der Schwierigkeit dieser Aufgabe bewusst. Als dann am Morgen jedoch perfektes Laufwetter (bewölkt, ca. 15 °C) herrschte, kam Zuversicht auf.

Ich stand sehr weit vorne ein, wo mir die ungewöhnlich lockere Läuferanhäufung auffiel: Normalerweise herrscht im vorderen Drittel ein ziemliches Gedränge. Als ich unmittelbar nach dem Start in der (erweiterten) Spitze mitlief, zweifelte ich zuerst an meinem Anfangstempo, merkte dann aber, dass das Rennen nicht sonderlich schnell losging. Und so lief ich bis zum Einbiegen auf die lange Gerade westlich des Flughafens mit Sicht auf die Führenden.

Mein Ziel bestand vorerst darin, Kilometerschnitte unter vier Minuten zu laufen. Dies gelang mir auf den ersten Kilometern sehr deutlich und konnte auch danach eingehalten werden. Auf dem langen Weg nach Oberglatt fand ich sehr bald einen etwa gleich starken Mitläufer, so dass wir uns gegenseitig in der Führung ablösten und mit einem konstanten Schnitt zur ersten Verpflegung zogen. Als ich dort ein paar Schritte ging, um ein Wasser zu trinken, verlor ich vorerst den Anschluss und lief alleine weiter. Zwar war ich nur ein paar Meter von den nun zwei Läufern vor mir entfernt, jedoch wollte ich keine Tempoverschärfung riskieren, nur um die Lücke zu schliessen.

Am Pistenende war die starke Bise gut spürbar und blies als bremsende Wand den Läufern entgegen. Hier und vor allem dann beim Wechsel auf die Panzerpiste musste ich beissen. Doch fand ich bald wieder den Rhythmus und oft auch Mitläufer, denen ich für eine Zeit anhängen konnte oder selber das Zugpferd spielte. Bis zur zweiten Verpflegung war ich noch immer gut im Rennen, wenn auch knapp hinter dem Vorjahresresultat.

Auf dem Weg zur Rega konnte ich wieder zu meinem anfänglichen Laufpartner aufschliessen und ihn sogar überholen. Nun liefen wir in einer Vierergruppe und schlossen alsbald zur dritten Frau auf. Bei der letzten Verpflegung auf Höhe Rega gönnte ich mir einen Becher Iso und ging wiederum zwei bis drei Schritte. Mein Mitläufer sagte noch ein paar motivierende Worte im Vorbeigehen und ich erwiderte, dass es nur noch ein erweiterter Schlussspurt sei. Nun kam von hinten die vierte Frau, mit der ich wieder anlief und kurz danach die Lücke zur dritten Frau schloss. Wir zogen vorbei und ich versuchte, das Tempo bereits ein erstes Mal zu erhöhen.

Die neu dritte Frau musste ich leider ziehen lassen und lief zusammen mit meinem anfänglichen Mitläufer sowie einem weiteren, gross gewachsenen Läufer. Bis zur Überführung nach dem GAC führte ich die Gruppe an, anschliessend gab es einen stetigen Wechsel der Führungsposition. Nun folgte der finale Aufstieg. Ich heftete mich an die Fersen des Grossgewachsenen, musste dabei aber meinen treuen Mitläufer ziehen lassen.

Er kam jedoch nicht weit und so liefen wir mehr oder weniger geschlossen nach der Steigung auf dem Flachstück Richtung Ziel. Bereits den letzten Steigungsabschnitt lief ich tief im roten Bereich, so dass die Beine brannten und auch die übrigen Muskeln fast nicht mehr gehorchen wollten. Ich entschloss mich in der Not zu einem taktischen Schlussspurt: Diesen setzte ich so an, dass das Überholmanöver genau einige Schritte vor dem Ziel abgeschlossen ist, denn einen Gegenangriff würde ich auf keinen Fall mehr parieren können.

Diese Taktik ging perfekt auf und so mobilisierte ich meine letzten Kräfte, um an den beiden vorbei zu ziehen. Mit 1.06:08,9 war ich 40 Sekunden langsamer als letztes Jahr und erreichte den 18. Rang von 224 Läufern meiner Kategorie. Somit war ich mit meinem Flughafenlauf-Debüt in der Kategorie M30 vollends zufrieden – auch mit Blick auf den reduzierten Trainingsaufwand.

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SOLA-Stafette

Bereits zum vierten Mal nahm ich mit dem schnellen Team meiner Firma an der SOLA-Stafette in und um Zürich teil. Leider hatten wir heuer ein paar Abwesenheiten zu beklagen, so dass wir nicht sicher waren, ob wir wiederum in den Bereich der Top 50 laufen würden. Zuversichtlich stimmten uns ein paar Zuzüge – teilweise sogar aus dem Ausland. Doch primär ging es nach wie vor um den Spass.

Dieses Jahr wählte ich die Strecke 2 von der ETH Hönggerberg (Science City) nach Buchlern (13,25 Kilometer). Zur Vorbereitung mussten die Streckenkarte, das Höhenprofil sowie die Vorjahreszeiten reichen. Neben dem möglichst guten Abschneiden unserers Teams war natürlich auch der Firmenstreckenrekord ein Ziel von mir. Jedoch war dieser seit 2009 auf einem äusserst guten Kilometerschnitt von 3:55 Minuten. Ich war mir somit bewusst, dass nur ein Rennen am Limit genügen würde.

Früh am Morgen reihte ich mich am Hönggerberg in die Schlang oder eher das Getümmel der Wartenden an der Übergabestelle. Da die erste Strecke nur rund 20 Minuten dauert, sind die Läuferinnen noch relativ nah beisammen. Zuerst kam die Läuferin unseres langsameren Teams, so dass ich meinen Arbeitskollegen mit den besten Wünschen ziehen lassen musste. Nach einer gefühlten Ewigkeit (gut 2 Minuten) durfte auch ich die Strecke unter die Füsse nehmen.

Ich sprintete los und überdrehte den Motor bereits auf den ersten Metern – ein Start nach Mass wie immer… Die ersten Kilometer gingen mehr oder weniger geradeaus. Zum Glück war die Sonne am Morgen noch nicht allzu kräftig, zudem liefen wir bald in den Wald hinein – das Wetter konnte als Entschuldigung nicht hinhalten. Den ersten Kilometer lief ich in 3:27 Minuten und überholte dementsprechend Läufer im Sekundentakt.

Bald ging es hinunter Richtung Schlieren. Kurz nach Beginn des Abwärtsteils überholte ich meinen Mitarbeiter und stellte somit die vorgesehene Reihenfolge wieder her. Bergab liess ich es wie gewohnt laufen und machte mächtig Tempo. Doch bereits vor Streckenhälfte machte ich mir erste Sorgen, ob ich diese Pace halten kann. Denn auf der anderen Seite sollte es ja wieder bergauf gehen…

In Schlieren im Flachteil dann die erste Krise. Mir wurde bewusst, dass ich nun ein wenig haushalten musste und besann mich darauf, vorerst den Schnitt um die vier Minuten zu halten. Entlang der Limmat konnte ich konstant laufen und überholte noch immer Läufer um Läufer. Bei der Wasserstelle verpasste ich leider den Schwamm, konnte aber ein Wasser ergattern.

Der folgende Abschnitt der Hauptstrasse entlang war gar nicht mein Teil: Die Beine liefen nicht mehr wie gewohnt und die triste Beton-Stadt-Atmosphäre vermagten meine Motivation nicht gerade positiv zu beeinflussen. Doch nach der Unterquerung der Strasse zweigte der Weg alsbald ab zurück zur Natur. Doch nun begann die Steigung.

Bereits jetzt ersehnte ich das Ziel jeden Meter herbei. Während der Kopf die schwindende Restdistanz als Motivation nutzen konnte, zollten die Beine ihren Tribut und vermochten sich fast nicht mehr voreinander zu setzen. Jeder Schritt musste erkämpft werden. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass der Streckenrekord zumindest wanken sollte. Für zusätzlichen Ehrgeiz war somit gesorgt.

Tatsächlich überlebte ich die grösste Steigung und kam auf Höhe Treibhaus Altstetten zur letzten Steigung vor dem Ziel. Nochmals sämtliche Kräfte mobilisiert folgte sogleich der langgezogene Schlussspurt zur Sportanlage Buchlern. Hinunter zum Fussballplatz, wo die Nummer via Funk in den Übergabebereich gesprochen wurde, und sogleich zur Zeitnahme auf der Höhe der Gebäude. Die Uhr stand noch immer auf Rekord, umso mehr gab ich meine letzten Kräfte zum Spurt in den Übergabebereich. Mein Nachfolger wartete bereits ziemlich am Beginn der Zone, rief laut meinen Namen, so dass einer perfekten Übergabe nichts mehr im Weg stand. Mit den besten Wünschen und dem Zeitstick entliess ich ihn auf seinem (steilen) Weg auf den Üetliberg.

Wie die Rangliste am Abend zeigte, reichte es mir um 2 Sekunden pro Kilometer zum neuen Streckenrekord innerhalb der Firma: 51:30 Minuten, was mir den 46. Etappenrang einbrachte. Unser Team lag nach Halbzeit auf dem sensationellen 29. Rang, büsste am Nachmittag jedoch noch einige Plätze ein. Der 36. Schlussrang von 770 klassierten Teams bedeutete dennoch das beste Ergebnis unserer elfjährigen SOLA-Geschichte und darf durchaus als hervorragende Leistung betitelt werden. Ich bin jedenfalls sowohl mit dem Team als auch mit mir zufrieden!

Um diese Leistung zu schlagen, müssen wir ab nächstem Jahr beginnen, mittels Statistik und komplexen mathematischen Modellen unsere Streckenzuteilung bis ins letzte Detail zu optimieren… 😉

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Zumiker Lauf

Mein diesjähriger Start in die ZLC-Saison war gleichzeitig mein Debüt in der M30-Kategorie. Da ich dieses Jahr noch nicht wettkampfmässig gelaufen bin, wollte ich den Zumiker Lauf zugleich als Formtest nutzen. Verglichen mit letztem Jahr konnte ich (vor allem durch mein Studium) nicht mehr so konsequent trainieren. Ich war also gespannt, was nun drinliegen würde.

Wie gewohnt reihte ich mir ziemlich weit vorne ein. Der Frühling war nun definitiv angekommen und Temperaturen deutlich über 20 °C mit blauem Himmel luden zum Rennen ein. Punkt 15:00 Uhr ertönte der Startschuss und das Feld setzte sich durch Zumikon in Bewegung. Ich hielt meine Position und versuchte schon früh, meinen Rhythmus zu finden. Kaum aus dem Dorf, folgte die erste Steigung. Ich lief in einer kleineren Gruppe und liess mich bergauf “ziehen”. Obwohl ich das Gefühl hatte, schneller laufen zu können, hielt ich mich zurück, um nicht vorschnell mein Pulver zu verschiessen.

Ich fühlte mich gut und musste mich tendenziell bremsen, denn noch war erst knapp ein Drittel der 11,2 Kilometer vorbei. Bald danach folgte die Kehrschleife auf offenem Feld, welche mehr oder weniger eben verlief. Dort gab es das erste Mal Wasser, welches ich dankend annahm, fünf Schlucke davon trank und den Rest über den bereits auf mehr als Betriebstemparatur erhitzten Kopf schüttete. Ich schloss mich einem Paar (Frau/Mann) an und konnte es bereits kurz darauf überholen und sogar distanzieren. Noch immer fühlte ich mich ausgezeichnet.

Bereits weit nach der Hälfte folgte der zweite Verpflegungsposten. Ich war von der kaum beendeten, starken Steigung noch ziemlich ausser Atem und genoss die paar Schritte trinkend und laufend, bevor die letzte Steigung in Angriff genommen wurde. Auf dem nun folgenden Bergabstück wollte ich nochmals Tempo machen. Anscheinend war mein Akku inzwischen doch langsam zurück gegangen, denn es war mir nicht (mehr) möglich, meine Beine voll laufen zu lassen. Stattdessen musste ich kämpfen, meine Position zu halten. Vorbei am Forchdenkmal ging es zurück nach Zumikon.

In der Tat musste ich auf dem letzten Viertel noch die eine oder andere Position verschenken. Erst in der letzten Steigung hinein ins Ziel machte ich nochmals zwei bis drei Positionen gut und beendete den Lauf in einer persönlichen Bestzeit von 44:46,9. Dies brachte mir den 18. Rang von 108 Teilnehmern meiner nun neuen Kategorie M30 ein. Als weiterer Anhaltspunkt zur Qualität der Zeit hatte ich bis anhin geprüft, ob es damit bei den Frauen aufs Podest gereicht hätte. Heuer wäre ich lediglich 5. geworden. Es hat also durchaus noch Potenzial gegen oben. Trotzdem erachte ich mein Kategorien-Debüt als sehr gelungen und bin entsprechend zufrieden!

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Silvesterlauf

Als Abschluss der Laufsaison 2010 nahm ich Mitte Dezember das erste Mal als Einzelkämpfer am Silvesterlauf teil. Vor drei Jahren hatte ich in der Kategorie “Sie + Er” mit Silja teilgenommen, nun sollten es 8,6 Kilometer auf eigene Faust beziehungsweise eigenen Füssen werden.

Ich meldete mich für die schnellste Kategorie an und reihte mich in den vordersten Reihen ein, um möglichst dem Gedränge aus dem Weg gehen zu können. Dies gelang mir tatsächlich und bereits auf dem Limmatquai konnte ich mehr oder weniger komfortabel laufen. Doch zollte ich anderweitig Tribut: Wieder einmal ein viel zu hohes Tempo zu Beginn! Somit zapfte ich bereits auf der ersten von vier Runden ein Teil meiner Reserven an.

Die zweite Runde lief ich auch noch auf sehr hohem Tempo und nahm mich dann Mitte Runde bewusst ein wenig zurück. Die dritte Runde wollte ich zur “Konsolidierung” nutzen, um dann auf der Schlussrunde nochmals richtig anzugreifen. Aus Angreifen wurde dann lediglich das Durchziehen des Tempos bis zur Einmündung auf die Bahnhofstrasse. Nachdem ich auf dem letzten Rennweg-Durchlauf richtig beissen musste, begann ich den lang gezogenen Schlussspurt ab der Bahnhofstrasse.

Nachdem ich viele überholen und überrunden konnte, brauchte es auf der Zielgeraden nochmals einen herzhaften Antritt, um im Direktduell mit einem Mitsprinter im Fotofinish zu gewinnen!

Mit einer Zeit von 31.58,2 für die 8,6 Kilometer erreichte ich den 40. Rang von 842 Finishern meiner Kategorie und war damit mehr als zufrieden – die Premiere ist gelungen!

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Bilanz ZüriLaufCup 2010

Schon wieder ist eine Laufsaison vorbei. Es wartet zwar noch der Silvesterlauf, jedoch wurde mit dem ZüriLaufCup-Final am Üetliberg meine offizielle Saison beendet. Und zwar zu meiner vollsten Zufriedenheit!

In meinem letzten M20-Jahr schaffte ich es zu meiner eigenen Überraschung, als 8. in die Top-10 der Gesamtwertung zu laufen! Mit 4’912 Punkten aus sechs zählenden Rennen, wobei ich insgesamt an zehn Läufen (inklusive Zürich Marathon) teilgenommen hatte. Drei Mal gelang es mir, an Läufen die Top-10 zu knacken: Türlerseelauf (9.), Flughafenlauf (9.) und Üetliberglauf (10.).

Mit diesem Resultat durfte ich nicht rechnen und bin sehr zufrieden. Auch konnte mich die sich lange hinziehende Knieverletzung (linke Patellasehne) zumindest an den Läufen nie behindern. Im nächsten Jahr werde ich mit Sicherheit wieder den einen oder anderen ZLC-Lauf bestreiten. Ob es wie dieses Jahr wiederum für längere Wettkämpfe (Zürich Marathon, 100 km von Biel) reichen wird, muss das Zeitbudget zeigen.

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