Flughafenlauf

Der Flughafenlauf an Auffahrt ist bereits Tradition geworden. So meldete ich mich auch dieses Jahr im Voraus an und umging so die Nachmeldungen am Donnerstag, für welche man bis zu einer Stunde anstehen musste! Komfortabel ging es mit der S-Bahn bis Kloten Balsberg und dort zu Fuss zum nahe gelegenen Schulhaus.

Das Wetter war ideal: Eher kühl aber mit blauem Himmel. Ich fühlte mich nicht top, hoffte aber, dass es während dem Lauf besser werden würde. Der Magen machte einmal mehr (leichte) Probleme. Guten Mutes ging es dann um 10:00 Uhr auf die Strecke. Ich startete wiederum sehr weit vorne und behielt im ersten Teil mit dem starken Gefälle die Spitze im Auge.

Nach einem sehr schnellen Beginn machte ich auf dem Weg Richtung Oberglatt Tempo. Der Schnitt lag deutlich unter vier Minuten und das Feld war hier vorne bereits ziemlich auseinander gezogen. Kurz ein paar Schlucke Wasser und weiter zum Pistenende. Ich nahm mir vor, bis zur Hälfte mehr oder weniger haushälterisch mit den Kräften umzugehen und anschliessend schauen, was möglich ist. Ich baute zwischendurch “Konsolidierungsphasen” ein, um mich zu schonen und litt zeitenweise auch bereits – beispielsweise bei der leichten Steigung in Oberglatt. Ich konnte meine Position mehr oder weniger halten und war nun einmal froh, die Hälfte geschafft zu haben.

Dann wurde auch schon auf die Panzerpiste gewechselt und es ging zurück. So machte ich ein erstes Mal Tempo, um zu schauen, ob noch Reserven vorhanden sind. Genau da überraschten mich meine Eltern, die ihr Kommen nicht angekündigt hatten. Ich freute mich natürlich über die spontane Unterstützung und versuchte für die Fotos zu lächeln, was mir durchaus noch gelang (siehe Bild).

Nach der zweiten Verpflegung waren nicht mehr allzu viele Reserven vorhanden, so dass statt Tempo machen eher Konsolidierung bei knapp vier Minuten angesagt war. In dieser Phase spielte ich (unfreiwillig) Tempomacher für zwei weitere Läufer, die sich hartnäckig hielten aber nicht Führungsarbeit verrichten wollten. Erst auf der Geraden vor der Rega schoben sie sich auch einmal nach vorn. Leider musste ich sie nach der dritten Verpflegung einige Meter ziehen lassen und holte sie bis zum Schluss (knapp) nicht mehr ein. Leichte Magenprobleme verhinderten, dass ich die Beine voll “ausschöpfen” konnte. Viel mehr als diese beiden Ränge hätte aber sowieso nicht mehr drin gelegen.

Kurz vor Schluss lief ich in Gefahr, nochmals überholt zu werden. In der letzten Steigung war es dann sogar Tatsache. Ich blieb jedoch dran und schaffte es, im etwas flacheren Schlussteil wieder zu überholen und den Konkurrenten mit einem herzhaften Schlussspurt in Schach zu halten.

Mit 1:05:56,2 konnte ich zwar meinen Streckenrekord aus dem Jahre 2010 nicht knacken, erreichte jedoch den guten 15. Rang von 274 Läufern meiner Kategorie.

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SOLA-Stafette

Zwei Wochen nach dem Zürich Marathon stand der nächste Wettkampf an: Ich nahm zum fünften Mal mit einem Team meiner Firma an der SOLA-Stafette teil. Dieses Jahr stand Strecke 8 auf dem Programm, welche mich von der Uni Irchel nach Fluntern führte.

Die Anreise mit S-Bahn und Tram gestaltete sich völlig unkompliziert. Probleme hatte ich anschliessend beim Finden der Garderoben. Schon hatte ich mich fast hinter einer Gebäudeecke umziehen wollen, als ich doch noch den Eingang fand. Die Temperaturen waren angenehm, jedoch sah der Himmel so aus, als ob es jeden Moment zu regnen anfangen sollte. Noch schonte es, als ich den E-Stick abholte und mein Gepäck zum Transport ans Ziel abgab. Doch knapp zehn Minuten vor dem Start wurden die Kübel geleert und die Läufer innert weniger Minuten durchnässt.

Trotz dem Start in der schnellen Gruppe und dem Wissen, dass es sehr ambitionierte Teams und Läufer am Start hat, reihte ich mich ganz zuvorderst ein. Ich wollte dem Gedränge bei diesem Neustart möglichst aus dem Weg gehen können, somit gab es nur zwei Optionen: vorne oder hinten. In der Tat gelang es mir, mit der Spitzengruppe vorne weg zu ziehen. Nach einem kurzen Stück geradeaus ging es aber sofort in die Steigung hinein. Bald bildete sich eine Spitzengruppe, der ich nicht folgen konnte und ich fand meinen Platz in einer lockeren Verfolgergruppe.

Eine leichte Erkältung erschwerte mir das Atmen, was sich vor allem bergauf störend bemerkbar machte. Trotzdem konnte ich einen Rhythmus finden und meine Position halten. Nach ein paar Kurven im Quartier ging es in den Wald hinein. Ich konnte mich Rang für Rang nach vorne arbeiten und versuchte zwischendurch wieder, an einem Läufer anzuhängen. Dies gelang mir ausgezeichnet, auch wenn ich bereits ziemlich im roten Bereich lief – vor allem atemtechnisch.

Kurz vor Kilometer 3 wurde die Strecke vorübergehend flach oder sogar leicht abschüssig. Nach einer kurzen Erholungsphase konnte ich das Tempo steigern und meine Position halten. Noch ein bis zwei Läufer konnte ich in diesem Waldstück überholen, bevor es nochmals übers offene Feld ging. Meine Kräfte waren schon ziemlich dezimiert, der Rückstand zum Vorläufer blieb konstant aber auch meinen Vorsprung auf die Verfolgergruppe konnte ich halten. So war ich froh, als langsam die Masoala-Halle sichtbar wurde. Trotzdem fühlte sich die verbleibende Stecke noch viel zu lange an und ich musste die letzten Kräfte mobilisieren.

Endlich E-Stick einstecken und rein ins Stadion für die letzten 100 Meter. Die Übergabe klappte problemlos und ich sank erschöpft auf den Fussballrasen. Die Erkältung war wirklich viel mühsamer als zu Beginn gehofft.

Schlussendlich platzierte ich mich in 25:25 Minuten auf dem 13. Rang meiner Strecke, womit ich natürlich mehr als zufrieden war. Und auch unser Gesamtergebnis durfte sich mit dem 40. Rang sehen lassen.

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Zürich Marathon

Ein Lebensziel konnte abgehakt werden: Marathon unter drei Stunden laufen. Doch nun einmal der Reihe nach. Wie bereits im Saisonrückblick 2011 geäussert, stand das erste Halbjahr 2012 ganz im Zeichen des Zürich Marathon und meinem Vorhaben, die Marathon-Bestzeit endlich unter die 3-Stunden-Schallmauer zu drücken. Erstmals bereitete ich mich mit einem Trainingsplan vor. Benj schickte mir einen 10-Wochen-Trainingsplan für 2:59 Stunden und nach weiteren Recherchen im Internet individualisierte ich den Plan zusätzlich. Während des Winters hatte ich meine Form gehalten und so konnte ich im Februar auf einer Grundkondition aufbauen.

Etwas, das ganz neu für mich war, waren die langsamen Trainingsvorgaben. Es fiel mir ausserordentlich schwierig, mit einer Pace von 5:30 oder sogar 5:45 zu trainieren. Anscheinend war ich bis anhin stets zu schnell unterwegs. Ich gab mir Mühe, die Trainings einzuhalten und machte dadurch auch das erste Mal Intervalltrainings und Fahrtspiele – teilweise sogar auf der Bahn. Die Wochenenden dienten den langen Läufen sowie einigen Wettkämpfen (siehe Berichte im Blog). Das längste Training war zwei Wochen vor dem Marathon mit geplanten 35 Kilometer, die durch eine Fehleinschätzung von mir zu 38 wurden.

Am Berliner Halbmarathon drei Wochen vor Zürich tankte ich nochmals Moral und war (nicht nur) dadurch sehr zuversichtlich, auf dem richtigen Weg zu sein. Trotzdem musste natürlich auch die Tagesform und die Umstände – beispielsweise die Witterung – mitspielen. Und genau diese Witterung respektive die Wettervorhersage änderte in der Vorwoche teilweise stündlich. Kein Wunder bei diesem sprichwörtlichen Aprilwetter. Kühl würde es auf jeden Fall werden, soviel war bald einmal klar. Doch würde es auch trocken blieben?

Ungeachtete dieser Unsicherheiten zog ich den Trainingsplan auch in der letzten Woche durch. Somit kamen von anfangs Februar bis zum Marathon knapp 900 Laufkilometer der unmittelbaren Vorbereitung zusammen. Bei der Ernährung erhöhte ich in den letzten Tagen sukzessive den Kohlehydratanteil und achtete darauf, stets genügend zu trinken. Wegen Krampfanzeichen in der Wade in der Vorwoche nahm ich zudem noch Magnesium zu mir. Vor allem hoffte ich aber, dass mich Silja mit ihrer Erkältung so kurz vor dem Rennen nicht noch ansteckte. Ein paar zusätzliche Vitamine unterstützen (placebomässig) mein Immunsystem, das in der Tat alles abzuwehren vermochte. Für die Übernachtung von Samstag auf Sonntag hatten wir uns bei meinen Eltern einquartieren dürfen, so dass der Weg zum Start komfortabel kurz ausfiel. Leider verhinderte eine Verletzung die Teilnahme von Silja, so dass ich alleine am Samstag meine Startnummer in der Saalsporthalle abholte. Ich hielt diesen Abstecher jedoch bewusst kurz, um nicht noch lange unnötig an der Messe herumzustehen.

Am frühen Samstagabend gab es einen letzten grossen Kohlehydrateschub in der Form von Spaghetti. Diesmal hatte ich mir fest vorgenommen, auch die Ernährung soweit zu perfektionieren, als dass ich keinerlei Magenprobleme mehr haben sollte. Zwei Bananen am Samstag sollten dies bereits begünstigen. Nach einem kurzen Abstecher zwecks Geburtstagsgratulation in die Stadt bei strömendem Regen ging es anschliessend einigermassen bei Zeiten ins Bett.

Am Sonntagmorgen weckte mich mein Wecker um 6:00 Uhr. Morgentoilette und möglichst rasch das Frühstück einnehmen, so dass genügend Zeit zwischen letzter Mahlzeit und Start lag. Mit Zopf und Honig wurden die Kohlehydrate zugeführt. Dazu isotonische Getränke und Wasser. Der Ausblick am frühen Morgen über die erwachende Stadt war wunderbar und eine gelungene Einstimmung auf den Tag X! Renntenü anziehen, das bereits am Vortag vorbereitet wurde und trotz zur Zeit noch trübem Wetter nicht mehr geändert wurde: kurz/kurz ist ein Muss für ein schnelles Rennen!

Gegen die Kälte zog ich mir einen Plastik vom Berliner Halbmarathon über und schnappte mir Banane und Flasche, bevor ich mich um 7:45 Uhr auf den Weg zum Shuttlebus machte. So war ich kurz nach 8 Uhr beim Startgelände und hatte somit noch eine knappe halbe Stunde Zeit für die letzten Vorbereitungen. Will heissen: Toilette, Einlaufen und Einstimmen. Die GPS-Uhr wurde ein letztes Mal überprüft, insbesondere die Pacemaker-Funktionalität. Mein Plan sah vor, mit einer Pace von 4:12 Minuten mindestens bis zur Halbmarathonmarke zu laufen und anschliessend zu schauen, wie ich mich fühlte. Somit würde eine Zielzeit von etwa 2:58 Stunden resultieren, was auch noch zwei Reserveminuten beinhaltete, sollte Unvorhergesehenes passieren.

Die Startblocks füllten sich nun langsam und ich fragte kurz die 3:00-Pacemaker, mit welchem Schnitt sie anlaufen würden. Da sie 4:15 angaben, entschloss ich mich, vorne weg zu laufen, um so auch zusätzlich dem Pulk aus dem Weg gehen zu können. Natürlich standen wiederum zahlreiche Läufer überhaupt nicht nach ihren Stärkeklassen (Sektorfarben) ein, aber das ist ja nichts Neues. Dieses Jahr hatte es eine feinere Unterteilung gegeben und mein roter Sektor war direkt hinter der Elite mit einer Zielzeit bis 3:05 Stunden. Bis jetzt war ich praktisch nicht nervös und auch der Magen spielte nicht verrückt – ein ganz neues Gefühl bei einem Marathon. In den letzten Minuten vor dem Start stieg die Nervosität trotzdem langsam an. Ein letzter Schluck aus der Flasche und noch einen Bissen Banane, um mich direkt anschliessend dem Plastik zu entledigen. Nun war ich endgültig bereit und wartete bereits sehnlich auf den Startschuss. Ein kurzer Augenblick zeigte sich sogar die Sonne und das Starterfeld applaudierte spontan. Beim Startschuss hatten sich die Wolken jedoch bereits wieder vorgeschoben.

Entsprechend meinem Startblock kam ich zügig weg und musste auf den ersten paar Metern die falsch eingestandenen Läufer zuerst einmal umkurven. Doch bereits beim Bürkliplatz hatte ich mir einen angenehmen Platz erlaufen. Ausser einem älteren Herrn, der mich mehrmals mit dem Ellbogen traktierte und mich partout nicht vorbei lassen wollte. Beim Bellevue hatte ich dann auch diesen Störenfried hinter mir gelassen. Das Publikum säumte hier zahlreich die Strassen und machte motivierend Stimmung. Bereits auf der Höhe des Opernhauses hatte ich die geplante Pace überschritten und lief mit 4:09. Vorerst lief ich so im Fluss weiter, behielt jedoch stets im Hinterkopf, dass ich eher drosseln als forcieren sollte.

Bei der Kehrtwende beim Zürichhorn hatte ich den Rhythmus gefunden – wenn auch immer noch ein wenig auf der schnellen Seite. Inzwischen hatte es auch einen kurzen und kräftigen Regenguss gegeben, so dass ich bis auf die Haut durchnässt war – Füsse inklusive. Der Regen liess jedoch bald nach und es nieselte nur noch leicht. Dank den etwa 7 °C war es ziemlich frisch und vor allem die nassen Hände fühlten sich je länger desto steifer an. Fürs Wasserfassen reichte es noch, so dass ich von Beginn weg immer ein Fläschchen für drei bis fünf Schlucke nahm. Der Magen war nach wie vor super und auch die Blase machte mit.

Kurz vor dem erneuten Startdurchlauf hatte ich mit Papi für eine Fotosession abgemacht. Trotzdem erspähte ich ihn relativ spät, das trübe Wetter liess die eingepackten Leute alle ähnlich erscheinen. Ein paar Fotos und ein kurzer Willkommensgruss später war ich auch bereits um die Ecke und steuerte dem Start entgegen. Die Viertelmarathon-Marke passierte ich mit knapp 44 Minuten – der Fahrplan stimmte.

Vorbei am Bahnhof Tiefenbrunnen, an welchen ich noch eine ungute Erinnerung von meinem letzten Marathon hatte. Dieses Mal passierte ich jedoch problemlos und nun ging es Richtung Meilen, immer den Gestaden des Zürichsees entlang. Die Zuschauer waren nun nicht mehr ganz so zahlreich, dafür machten diverse Bands und Musiken Stimmung am Strassenrand.

Ab Kilometer 15.5 gab es bei den Verpflegungsposten zusätzlich PowerBar-Riegel. Ich begann von Anfang an, jeweils einen Bissen zu nehmen und mit Wasser nachzuspülen. Mit den klammen Fingern war es jeweils gar nicht so einfach, ein Riegelstückchen zu ergreifen und erfolgreich abzubeissen. Ich lief nun in einer losen Gruppe, in der ein stetes Überholen und Überholtwerden praktiziert wurde. Primär schaute ich dabei auf die Pace und liess mich nicht verunsichern. Trotzdem war es nützlich, ab und zu bei jemandem anhängen zu können.

Bis Meilen wollte ich die angepeilte Pace laufen, jedoch keine Reserven anzapfen. So sah es der Plan vor und ich war auch stets darauf bedacht, nicht zu schnell zu werden. Trotzdem lief ich meistens 4:10-Kilometer. Dementsprechend betrug mein Vorsprung auf den Fahrplan bei Halbzeit gut 1:30 Minuten. Das Gefühl war nach wie vor super, aber im Hinterkopf schlummerte noch immer die Angst vor dem Hammermann.

In Meilen dann die Wende mit dem Durchlaufen des Guggen-Festzelts und der super Stimmung im Dorf. Ein Aufsteller, der einen für den Rückweg beflügelt. Dazu kommt das gute Gefühl, bereits auf dem Rückweg zu sein, während auf der anderen Strassenseite noch lange die Läufer Richtung Meilen laufen. Nun durfte ich also gemäss meinem Plan das Tempo anziehen. Vorerst hiess das, stets unter 4:10 zu laufen.

Bei Kilometer 30 fingen dann die Rechenspiele an. So kalkulierte ich, dass ich den Rest mit einem Schnitt von 4:30 laufen könnte und noch immer unter 3 Stunden bliebe. Eine sehr beruhigende und fast euphorisierende Tatsache, ist doch 4:30 ein Tempo, das ich im Training locker laufen kann.

Auch das Verpflegungskonzept gab zu keinen Ängsten Anlass, so dass ich es bis zum Ende beibehielt: Einen Bissen Riegel, drei bis fünf Schlucke Wasser. Bei Kilometer 35 dann das Rechenergebnis, dass auch 5-Minuten-Kilometer reichen würden. Der aktuelle Schnitt lag nun bei 4:06 und das Gefühl war fast zu gut. Ich überholte ständig, was mir zusätzlich Auftrieb verlieh. Viel früher als erwartet (gutes Zeichen!) kam der Bahnhof Tiefenbrunnen ins Sichtfeld. Nun war ich mir sehr sicher, dass es reichen würde und fing an, das Ganze zu realisieren und dementsprechend zu geniessen.

Vorbei am Opernhaus und rein in die zuschauergesäumten Strassen rund ums Bellevue. Trotz super Gefühl wäre ich beim Bürkliplatz gerne direkt ins Ziel gelaufen. Die Strecke sah jedoch nochmals eine Schleife zum Hauptbahnhof vor. Der Hinweg über den Paradeplatz und die Bahnhofstrasse war kein Problem, der Rückweg kam mir dagegen (unnötig) lange vor. Dann noch ein letzter Verpflegungsposten, wobei ich auch hier nur Wasser nahm – nicht isotonische Getränke wie bei den vorherigen Teilnahmen.

Und dann kam er endlich: Der Moment, auf den ich seit Jahresbeginn hingearbeitet hatte. Die lange Zielgerade, ein letzter Blick auf die Uhr und der Einlauf mit der Gewissheit, zur Gruppe der Sub-3-Läufer zu gehören. Heute war wirklich alles aufgegangen!

Mit 2:56:03,0 erreichte ich den 30. Rang meiner Kategorie bei 562 klassierten Läufern und den 126. Platz insgesamt. Selbsterklärend, dass ich damit mehr als zufrieden war. Hätte mir diese Zeit jemand vor dem Start angeboten, ich hätte ohne zu Zögern unterschrieben. Ob dies nun mein letzter Marathon war? Ich denke nicht, auch wenn die grosse Schallmauer nun durchbrochen ist und es sehr schwierig werden wird, diese Zeit zu unterbieten. Nun geniesse ich erst einmal diesen Erfolg!

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Berliner Halbmarathon

Als letzter Formtest im Rahmen der Vorbereitung auf den Zürich Marathon hatte ich mich am Berliner Halbmarathon angemeldet. Dies war ein reiner Datumsentscheid, da zu diesem Zeitpunkt praktisch keine Halbmarathons in der näheren Umgebung stattfinden. Als dann auch noch die Flugverbindungen mit Air Berlin passten, war der Entscheid gefallen. So reiste ich mit Silja am Samstagmorgen nach Berlin und am Sonntagabend nach dem Rennen wieder zurück.

Am Samstag empfing uns Berlin mit Aprilwetter aus dem Bilderbuch – obwohl noch immer März auf dem Kalender stand. Von blauem Himmel über orkanartige Windböen bis Schneefall war alles zu haben – und dies im Minutentakt! Auf den Sonntag wurde zwar besseres Wetter angekündigt, aber sehr tiefe Temperaturen, Wind und eventuell sogar Niederschläge. Trotzdem genossen wir den Samstag und schlossen ihn am Abend mit Pasta in der Nähe des Alexanderplatzes ab. Vorher hatten wir auf dem ehemaligen Stadtflughafen Tempelhof die Läufermesse besucht, eingekauft und die Startnummern abgeholt. Bereits dort liess sich erahnen, dass dieser Anlass andere Dimensionen annimmt als der alljährliche Zürich Marathon: Knapp 30’000 Läuferinnen und Läufer waren in Berlin am Start über die gut 21 Kilometer.

Am Sonntagmorgen weckte uns um 8 Uhr die Sonne mit blauem Himmel. Das Thermometer stand zwar noch bei rund 5 °C, jedoch war von Regen weit und breit keine Spur. So durfte doch der Tag beginnen! Nach einem eher knappen Frühstück und Bananen stürzten wir uns ins Wettkampftenü. Bei mir natürlich kurz/kurz. Ich wollte auch die Kleidung für den Zürich Marathon testen – Schuhwerk inklusive. Vor allem auch im Hinblick auf mein Knie, das ab und an wieder Probleme macht. Auch am Samstag meldete es sich während dem Stadtbummel, was mir noch einige Sorgen bereitete. Ein am Samstag erhaltener Plastik half, die Körpertemperatur bis zum Startschuss einigermassen im Rahmen zu halten. Eine halbe Stunde vor dem Start noch eine letzte (kleine) Banane und etwas Wasser.

Bei unserer Ankunft in der nahen Start/Ziel-Zone starteten soeben die Inline-Skater. Zudem machten sich die Rollstühle und Handbiker bereit. Wir hatten noch eine gute halbe Stunde bis zu unserem Start um 10:45 Uhr. Eine ganze Batterie mobiler Toiletten half, die Wartezeiten stark in Grenzen zu halten. Um Welten besser als an einigen Schweizer Läufen – trotz dem grossen Teilnehmerfeld. Eine gute Viertelstunde vor Startschuss wurde auch mein Sektor A in den umzäunten Startbereich gelassen. Beim Eingang wurde die Startnummer jedes Läufers bezüglich Sektor-Buchstabe kontrolliert. Fairplay-Aufruf ist gut, Kontrolle besser. Ich fand dies eine gute Massnahme, denn zu oft musste ich mich bisher über “Bremsinseln” im Läuferfluss ärgern.

Punkt 10:45 Uhr erfolgte der Start. Die Stimmung war super, die Temperatur zwar noch tief aber nun auch ohne Plastik zu ertragen. Ich setzte mir als Ziel, einen 4er-Schnitt zu laufen. Den Rekord vom Hallwilerseelauf hielt ich nicht für erreichbar, half doch dort der negative Höhenunterschied ziemlich, während die Strecke in Berlin topfeben ist. Trotzdem stand ich in den vordersten 20 Meter des gesamten Feldes (exklusive Elite). Hier gab es auch keinerlei Stau und ich konnte sofort in einem angenehmen Tempo (ständig unter 4 Minuten) loslaufen.

Die Strecke führte um den Alexanderplatz und anschliessend auf die langgezogene Strasse “Unter den Linden”. Die gesamte Route ist nicht nur topfeben sondern enthält sehr wenige Kurven, was sie (gleich wie der Berliner Marathon) sehr schnell macht. Ein erster Höhepunkt war die Durchquerung des Brandenburger Tores, wo sich die Strecke kurz verengte, um dann Richtung Siegessäule wieder breiter zu werden. Mein Schnitt pendelte sich in den ersten Kilometern um die 3:50 Minuten ein und ich fühlte mich grossartig – nicht zuletzt auch wegen den guten Bedingungen und der super Stimmung. Einzig die Blase drückte bereits wieder. Doch wollte ich zu diesem Zeitpunkt keine Pause riskieren, zudem bot sich vorerst keine Möglichkeit zum Austreten.

Beim Ernst-Reuter-Platz bog die Strecke von der Strasse des 17. Juni in die Otto-Suhr-Alle Richtung Schloss Charlottenburg. Beim Schloss folgte dann eine 90-Grad-Linkskurve und bald darauf war die 10-Kilometer-Marke erreicht. Nun war ich richtig warm, während auf der ersten Streckenhälfte die niedrigen Temperaturen meine Betriebstemperatur stets tief halten konnten. Dies war nun jedoch ein Zeichen, dass ich nicht “überdrehen” sollte. So versuchte ich, auf den nachfolgenden zwei Kilometern meine Zeit zu konsolidieren, anstatt erneut zu drücken. Dies war in dieser Phase nicht ganz einfach, zogen sich doch die Abstände bereits auseinander und immer wieder ging eine Lücke auf, die ich dann versucht war, wiederum zu schliessen. Auch leistete mir in dieser Phase meine GPS-Uhr gute Hilfe, um nicht langsamer als vier Minuten pro Kilometer zu werden. Meine Batterien waren folglich nicht mehr ganz frisch, doch fühlte ich mich nach wie gut.

Bald darauf kam eine weitere Wasserstelle, die etwa alle fünf Kilometer angeordnet waren. Leider wurden die Flüssigkeiten (Wasser und Tee) in Plastikbechern angeboten, so dass ein Trinken im Laufen nur schwierig zu meistern war. Ich verschüttete dadurch einen Grossteil und musste mich mit zwei bis drei Schlucken begnügen.

Bald ging es wieder in östliche Richtung und wir bogen kurz darauf auf den Kurfürstendamm ein, vorbei an der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche. Bei Kilometer 15 folgte ein weiterer Verpflegungsposten und erstmals hatte es auch ein paar mobile Toiletten dabei. Meine noch immer drückende Blase behinderte mich zu fest, als dass ich sie weiter ignorieren konnte. Durch den kleinen Boxenstopp verlor ich ziemlich genau 20 Sekunden, wie ich meiner Uhr entnehmen konnte. Eine überschlagsmässige Rechnung hatte mir vorher gezeigt, dass ich bis jetzt sogar auf Rekordkurs lag. Und auch die erwähnten 20 Sekunden liessen nach wie vor eine persönliche Bestzeit zu.

Eigentlich hatte ich ja vor, meine Pace bis ins Ziel durchzuziehen aber nicht gegen Ende zu forcieren, da es mir primär um die Vorbereitung auf Zürich ging. Doch nun, da ein Rekord in Reichweite lag, musste ich diese Pläne nochmals überdenken. Doch vorerst ging es vorbei an historischen Schauplätzen: Der Checkpoint Charlie wurde laufend passiert, vorbei an den zahlreichen Touristen und den Soldaten-Statisten. Das Überqueren der Spree stellte den Beginn der Schlussphase dar, wie ich dies bereits auf dem Streckenplan mir einprägte. Und so beschloss ich – entgegen meinen anfänglichen Plänen – meinen Halbmarathon-Rekord anzugreifen.

Die Pace wurde unter 3:40 Minuten gedrückt und zahlreiche Läufer mit meinem langgezogenen Schlussspurt überholt. Der Alexanderplatz war wieder rechts von mir und die letzte Kurve in Sichtweite. Ich wusste nicht genau, wie lange die Schlussgerade wirklich war, doch beschleunigte ich weiter. Den ultimativen Schlussspurt liess ich dann aber sein, als ich sah, dass es komfortablen zum neuen Rekord reichte. Ich will mir ja die Tür für weitere Verbesserungen offen halten…

In 1:22:33 verbesserte ich meine vorherige Bestzeit um sieben Sekunden und erreichte den 69. Rang von 1936 Läufern meiner Kategorie. Auf diesen Erfolg musste ich noch in der Zielzone mit einem angebotenen Erdinger Alkoholfrei mit mir selber anstossen. Ein herrliches Laufereignis fand so einen super Abschluss. Dank der Hotelzimmer-Verlängerung konnten wir sogar noch gemütlich duschen und uns umziehen, bevor wir dann am Abend den Rückflug antraten.

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Kerzerslauf

Im Rahmen der Marathonvorbereitung lag der Kerzerslauf ideal im Kalender. Zugleich war es für mich eine Premiere über diese 15 Kilometer im Fribourger Seebezirk. Der Lauf ist jedoch sehr bekannt und zieht jeweils eine grosse Läuferschar an (über 5000 Teilnehmer über 15 km).

Dank 1.-Klass-GA ging es bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kerzers und von da im kurzen Fussmarsch zur Turnhalle. Ich war zwei Stunden vor meiner Startzeit vor Ort und hatte dementsprechend gut Zeit für meine Vorbereitungen. Dank den wettermässig idealen Laufbedingungen stellte sich die Frage nach dem Tenü nicht: kurz/kurz inklusive Sonnenbrille waren gesetzt.

Eine letzte Banane und etwas Wasser bevor ich eine gute halbe Stunde vor Start zum Einlaufen auf den Rasenplatz ging. Einige lockere Runden und dann ab zum Startblock. Ich war in Sektor B – direkt hinter der Männerelite – eingeteilt. Nach einer letzten WC-Pause reihte ich mich im bereits ziemlich vollen Startblock ein und traf auch auf (Lang-)Laufprofi Benj, der im dichten Gedränge einige Reihen vor mir einen Platz ergattert hatte.

Acht Minuten hinter der Frauenelite und eine Minute nach den Männern wurden auch wir von der schnellsten Männerkategorie auf die Strecke geschickt. Das Feld war dicht und die Gassen im Dorf relativ eng. Somit galt es, vorerst mit der Masse mitzugehen. Wobei eine gute Pace von unter 4 Minuten angeschlagen wurde. Ich nahm mir als Ziel vor, unter einer Stunde zu laufen. Wunschziel wäre eine 58er-Zeit. Ausgangs Dorf gab es einen Anstieg, bevor wir auf Feldwege einbogen. Doch auch diese boten nur beschränkt Platz zum Überholen und so bedurfte es einiger Acker-Sprinteinlagen, um Positionen gut zu machen. Langsam zog sich das Feld in die Länge und ich suchte mir eine Gruppe mit einer ähnlichen Pace.

Ich fühlte mich ausgesprochen gut und musste mich eher ein wenig zurücknehmen, um nicht in Gefahr zu laufen, vorzeitig auszubrennen. Bei der ersten Wasserstelle genehmigte ich mir drei Schlucke im Vorbeigehen und hielt somit den Anschluss. In dieser Phase wechselten sich die Positionen ständig und doch traf ich (bis zum Ende des Rennens) immer wieder die gleichen Läufer. Bei Kilometer 5 war der vorzeitige Kulminationspunkt erreicht und zwischen 6 und 7 ging es hinunter an die Aare. Ich konnte die Bergabpassagen optimal nutzen, um Zeit und Positionen gut zu machen, die Beine liefen heute ganz nach meinen Wünschen.

An der Aare wurde der Weg nochmals schmaler – zeitweise waren wir auf einem Trampelpfad unterwegs. Trotzdem konnte ich auch in dieser Phase die Pace stets unter vier Minuten halten und ständig Läufer überholen. Gleichmässig lief ich mein Rennen bis kurz nach dem neunten Kilometer: Die brutale Steigung nach Golaten forderte nun ihren Tribut. Obwohl ich mich nach wie vor super fühlte – oder vielleicht gerade deswegen – achtete ich wohl nicht sehr gut auf die Atmung während dem zügigen Aufstieg, so dass ich brutales Seitenstechen erfuhr. Dieses erschwerte es mir zusätzlich, nach der Steigung wieder die Pace zu finden. Ich musste fast bis Kilometer elf damit kämpfen, ehe ich es durch regelmässige Atmung wegbrachte.

Nach einer weiteren Verpflegung mit Wasser konnte ich nun wieder in alter Stärke Kerzers entgegen laufen. Die Steigungen waren nun auch vorüber und die Strecke zeigte sich gnädig auf den letzten Kilometern. Bis Kilometer 13 lief ich gleichmässig unter 4:00, ehe ich für die letzten zwei Kilometer nochmals eine Tempoverschärfung vornahm. Dies ermöglichte es mir auch, nochmals einige Positionen gut zu machen. Unter anderem hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch mindestens zwei Elitefrauen überholt, die eingebrochen waren und nun durchgereicht wurden.

Auf dem letzten Kilometer bereits in Kerzers hatte ich alle in Reichweite überholt und kämpfte somit nur noch gegen mich und meine Verfolger. Mit Hochhalten des Tempos bis zur Ziellinie konnte ich mir alle vom Leibe halten. Jedoch gab es mangels direkter Konkurrenz auch kein wirklicher Schlussspurt von meiner Seite, so dass ich nicht sämtliche Reserven aufbrauchen musste. In 58.20,8 lief ich auf den 63. Rang meiner Kategorie mit 591 Finsihern. Somit hatte ich sogar meine Wunschzeit erreicht und war dementsprechend zufrieden.

Nach kurzer Regeneration mittels offeriertem Rivella und einigen Worten mit Benj trat ich nach wohltuender Dusche zufrieden den Heimweg Richtung Zürich an.

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StrongmanRun

Bereits bei der Saisonplanung 2012 bis hin zum Zürich Marathon suchte ich nach diversen Wettkämpfen zur sukzessiven Vorbereitung des Marathons. Doch anfangs Jahr ist die Veranstaltungsdichte noch nicht allzu hoch und wenn man samstags meistens schulisch verhindert ist, fallen nochmals einige Events weg. So beispielsweise der Neujahrslauf sowie der Laufsporttag in Winterthur.

Als ich dann vom StrongmanRun in Thun erfahren habe, war ich gerade doppelt begeistert: Erstens ein weiterer Wettkampf in der Vorbereitungsphase und zweitens ein abwechslungsreicher Fun-Event. Leider waren bereits alle Startplätze vergeben und so machte ich mich auf die Suche nach verhinderten Läufern. Tatsächlich fand ich dann über Facebook noch ein Ticket, bevor die Umschreibeperiode geschlossen wurde. Und so reiste ich dann am Sonntag mit dem Zug auf den mir sehr gut bekannten Waffenplatz Thun.

Sämtliche Örtlichkeiten waren in den Panzerhallen auf dem Waffenplatzgelände untergebracht, während die Strecke auf der Allmend ausgesteckt war. Die Startnummer war schnell gefasst und bereits traf ich auf meinen Arbeitskollegen Lukas. Zusammen besprachen wir noch die Tenüwahl, holten das Finishershirt Startershirt und machten uns eine gute halbe Stunde vor dem Start bereit. Ich entschied mich für kurze Hosen und ein langes Shirt. Etwa 20 Minuten vor dem Start gingen wir aufs Gelände und erwischten gerade noch einen Platz im vordersten Block. Da die über 4000 Läufer gleichzeitig starten und eine Vielzahl Funläufer (ein grosser Teil noch kostümiert) mitmachen, ist es ratsam, ziemlich vorne einzustehen.

Dank unserer guten Position kamen wir relativ schnell nach dem Startschuss weg. Anfangs war die Strecke noch ziemlich eng und das Überholen nur in Schlangenlinien möglich. Doch schon bald bog das Feld auf die Wiese ein und die Strecke verbreiterte sich massiv. Nun konnte ich zügig laufen und verlor bald einmal den Kontakt zu Lukas. Die ersten Hindernisse waren Strohballen in verschiedenen Höhen, die es zu überspringen galt. Auch kamen bald Geländehindernisse und zahlreiche Kurven, so dass gar nicht erst ein Laufrhythmus gefunden werden konnte. Angesichts des erwarteten Schlammes hatte ich meine GPS-Uhr geschont und war mit einer einfachen Stoppuhr unterwegs. Dank den Kilometertafeln sah ich, dass ich mich (mindestens zu Beginn) im 4er-Schnitt bewegte, was auf dem flachen Anfangsteil in Ordnung war.

Bald folgten die ersten grösseren Hindernisse auf der Geländepiste. Da galt es, 40%-Steigungen zu meistern, Container zu überqueren und Baumstämme zu überspringen. Auch krasse Schräglagen und unebener Boden musste gemeistert werden. Doch bis da waren die Kleider und Schuhe noch immer trocken und sauber…

Nun folgten die Everglades. Ein Schlammbad, das sich bei der ersten Runde noch mehr als Naturteich präsentierte, während auf der zweiten Runde die Bezeichnung Schlammloch treffender war – ein Produkt von 8000 trampelnden Füssen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt aber durch die kurze Verweildauer ertragbar. Doch die Schuhe waren nun vollgesogen und die Schritte dementsprechend schwerer.

Nochmals ein paar Baumstämme und ab ins Mosquito Valley. Diverse knöcheltiefe Schlammpfützen mit hohem Spritzfaktor. Bevor der Rückweg zum Startgelände in Angriff genommen werden konnte, musste noch der 100-Meter-Wettsprint gemeistert werden. Wie der Name bereits sagt, ein Schlammteich von 100 Meter Länge. Dabei war die Verweildauer genügend hoch, um im bis zu brusttiefen Wasser die Kälte auch spüren zu dürfen.

Auf dem Rückweg warteten wieder einige Trockenhindernisse: Erdlöcher, gespannte Tarnnetze und Betonröhren. Vor allem letztere waren nur mühsam mit kurzen Hosen zu durchqueren: Die aufgeschürten Knie lassen grüssen. Aber schliesslich heisst der Lauf auch nicht WeakmanRun… Kurz vor dem Ende dann noch der Pneuberg, ziemlich tricky zu durchlaufen. Ich habe auch auf der zweiten Runde die richtige Technik nicht gefunden.

Beim Waschplatz dann noch in den Katakomben durch Wasser waten und ab Richtung wassergefülltem Container. Nun wurden die Läufer auf die zweite Runde geschickt, wobei zu Beginn noch die Grande Dixence wartete: Eine etwa drei Meter hohe Betonmauer, auf die man mit Hilfe einer Strohballen-Treppe hinauf kam, jedoch auf der anderen Seite hinunter springen musste. Ohne Fuss verknacksen meisterte ich auch diese Hürde. Auch ein gespanntes Kletternetz war auf der zweiten Runde noch anzutreffen. Ansonsten kannte man die Hindernisse bereits.

Das Feld hatte sich nun gut in die Länge gezogen, jedoch begann ich bereits anfangs zweite Runde, Läufer zu überholen. Dies führte an einigen Hindernissen auch zu Stau, doch in erster Linie ging es ja um den Spass. Richtig fies waren die Röhren und Tarnnetze Ende der zweiten Runde: Durch das kalte Wasser waren die Muskeln nun ziemlich anfällig auf Krämpfe und bei dummen Bewegungen zur Durchquerung der Hindernisse musste ich aufpassen, mir nicht einen Krampf einzuhandeln.mühsam wurde es erst kurz vor Schluss, als sich vor den Waschplatz-Katakomben eine richtige Schlange bildete. Wie am Skilift wurde hier angestanden.

Schlussendlich beendete ich das Rennen mit einem herzhaften Schlussspurt und erreichte das Ziel nach 17 Kilometern in 1:32.55,1 auf dem 98. Rang von 3282 teilnehmenden Männern. Mangels Vergleichszeiten zog ich das Frauenpodest zu Rate und hätte mich dort auf dem dritten Rang klassiert – somit konnte ich mit dem Resultat leben.

Alles in allem ein witziges Erlebnis bei dem der Faktor Fun gross geschrieben wird. Trotzdem konnte ich mich in Wettkampfstimmung verausgaben und schlief seelig auf der Heimfahrt im Zug.

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Falsche Herzfrequenz mit Garmin Forerunner 310 XT

Seit Jahren schon begleitet mich mein Garmin Forerunner 310 XT auf meinen Trainingsläufen und an Wettkämpfen. Nach diversen anderen Garmin-Geräten war dies das erste, bei welchem der Akku auch auf Ultramarathons reichte (ich weiss, schneller laufen wäre die andere Option gewesen). Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit der GPS-Uhr, jedoch trat ab und zu das Problem auf, dass willkürlich hohe Herzfrequenz-Daten angezeigt wurden. Teilweise hatte ich so einen Puls von 250 Schlägen pro Minute…

Während das Problem in der Nähe von Hochspannungs- und Bahnleitungen bekannt ist, passierte es mir auch fernab von solchen Installationen. Auffällig war zudem, dass es häufiger im Winter auftrat als im Sommer. Obwohl ich selten nach Puls laufe, war es trotzdem ein ärgerliches Problem, das ich ausmerzen wollte.

In den Weiten des Internets fand ich nicht auf anhieb den rettenden Hinweis. Nach langer Suche schaffte ich, einzelne Foreneinträge zum Phänomen zu finden. Anscheinend ist es ein Problem, das häufiger bei trockener Luft (daher Winter) auftritt und mit der Feuchtigkeit des Brustgurtes sowie statischer Aufladung der Funktionswäsche zu tun hat. Schlussendlich führt die zu induzierten Spannungen, welche die Pulsmessung beeinflussen und somit zu willkürlichen Resultaten führt.

Folgende zwei Lösungen wurden vorgeschlagen:

  • Brustgurt vor Gebrauch vollständig nass machen
  • Brustgurt von Polar kaufen und Garmin-Übertragungsmodul draufklicken (kompatibel)

Bisher hatte ich zwar stets die beiden Kontaktstellen des Brustgurts vor Gebrauch angefeuchtet, jedoch nicht den ganzen Gurt benetzt. Dies wollte ich nun ausprobieren und habe den Gurt vollständig nass gemacht, bevor ich in anzog. Gespannt begann ich das Training und war bereits positiv überrascht, als der Puls zu Beginn schön unter 100 blieb. Auch im weiteren Verlauf des Trainings wurden stets realistische Werte angezeigt, was ich auch anschliessend bei der grafischen Auswertung auf Garmin Connect nachprüfen konnte.

Soweit ich bisher urteilen kann, lag das Problem wirklich am “Gurtklima”. Ich werde das Benetzen weiterhin zelebrieren und beobachten, ob der Messfehler jemals wieder auftritt. Auch der Kauf des Polar-Gurts werde ich mir noch überlegen, sollte das Befeuchten auf die Dauer zu mühsam werden.

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Saisonrückblick 2011

Das Laufjahr 2011 enthielt im Gegensatz zu den Vorjahren keinen langen Lauf über die Marathondistanz oder sogar einen Ultramarathon. Dies war jedoch bewusst so geplant, da ich mit dem berufsbegleitenden Studium schlicht nicht genügend Zeit fand für die benötigten Long Jogs. Dies soll sich ab sofort ändern, doch dazu später mehr.

Bezüglich Streckenlänge war sicher der Halbmarathon rund um den Hallwilersee ein Höhepunkt. Mit 1:22.40,6 realisierte ich zudem einen neuen persönlichen Rekord über die 21 Kilometer.

Daneben versuchte ich, so häufig wie möglich an den Läufen des ZüriLaufCups teilzunehmen, was mir schlussendlich sechs Mal gelang. Dies ist zugleich auch die Mindestanzahl, welche benötigt wird, um im Gesamtklassement regulär geführt zu werden. Was aber auch bedeutet, dass ich kein Streichresultat zur Verfügung hatte – es zählten sämtliche Läufe. Schlussendlich beendete ich die ZLC-Saison auf dem für mich sehr zufriedenstellenden 10. Schlussrang. Ich erzielte mit 4’935 Punkten 23 mehr als im Vorjahr, wo ich noch in der Kategorie M20 startete. Und wiederum war der 11. Rang näher als der 9., der von Benj erzielt wurde.

Wie oben bereits angemerkt, habe ich mir einen läuferischen Vorsatz respektive Plan zurechtgelegt: Ich werde zum vierten Mal am Zürich Marathon teilnehmen und versuchen, Sub-3 zu laufen. Trotz eingeschränkter Trainingszeit durch Beruf und Studium werde ich mich möglichst gezielt vorbereiten – inklusive einiger Aufbauwettkämpfe. Mal schauen, ob der Plan aufgeht…

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Silvesterlauf

Bereits zum dritten Mal nahm ich am Silvesterlauf in Zürich teil. Vorher waren es je ein Start in der “Sie + Er” Kategorie sowie ein Einzelstart über 8.6 Kilometer. Diese Strecke sollte es auch in diesem Jahr wieder werden. Als Ziel nahm ich mir vor, in den Bereich vom Vorjahr zu laufen und somit knapp unter 32 Minuten zu bleiben.

Die Bedingungen waren ideal: Temperaturen knapp unter 10 °C und trockene Witterung. Nachdem es vor Jahresfrist regnete und dementsprechend kalt war während dem Laufen, war der Entscheid für kurz/kurz dieses Jahr schnell gefällt.

Ich nahm mir vor, nicht mehr so schnell wie bei der letzten Teilnahme zu starten, da ich dies auf den folgenden Runden gebüsst hatte. Dieses Jahr hatte es jedoch auch deutlich mehr Teilnehmer, so dass ich während der ersten Runde auch ziemlich blockiert war. Schon kurz nach dem Start gab es einen Sturz in den ersten Reihen mit einer entsprechenden Kettenreaktion. Ich lief zu meinem Glück auf der anderen Seite und kam somit heil vorbei.

Die Pace war gut und ich versuchte, Reserven zu halten für die ganzen vier Runden. In der zweiten Runde konnte ich besser nach vorn laufen, da das Gedränge spürbar abnahm. Dies nutzte ich auch für Angriffe und hielt die Pace hoch. In Rennhälfte war ich noch immer im Fahrplan und war guten Mutes, obwohl die Kräfte langsam zu schwinden begannen. Somit entschied ich mich dafür, Runde drei zur Konsolidierung zu nutzen und Kräfte zu sparen. Prompt kam ich dadurch in meinem Zeitplan leicht ins Hintertreffen.

Nun galt es, auf der Schlussrunde nochmals richtig Gas zu geben. Doch waren die Reserven nicht mehr in dem gehofften/geplanten Masse vorhanden. Ich konnte die Pace zumindest halten, jedoch nicht mehr steigern. Dadurch erreichte ich in 32.23,8 den 38. Rang von 1319. Finishern meiner Kategorie. Ich bin dementsprechend zufrieden, hätte mir trotzdem mehr erhofft im Vorfeld. Alles in allem war es jedoch ein würdiger Abschluss der Laufsaison 2011.

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Üetliberg-Lauf

Der traditionelle Abschluss der ZLC-Saison stand an. Ich entschied mich zur Teilnahme, um auch dieses Jahr sechs zählende Läufe im Kasten zu haben und somit regulär rangiert zu werden. Die Temperaturen lagen zwar deutlich unter 10 °C, aber es war trocken und die Sonne schaute sogar zwischen den Wolken durch.

Als Garderobe durfte ich die Wohnung meiner Eltern benutzen, so dass ich in fünf Minuten Fussmarsch am Start war. Papi postierte sich mit der Kamera am Streckenrand und ich reihte mich nach kurzem Einlaufen in der dritten Reihe ein. Die Kurven zu Beginn des Laufes sind tückisch und so lohnt es sich, dem Gedränge ein wenig aus dem Weg zu gehen.

Somit startete ich auch ziemlich schnell und suchte mir einen Platz an der rechten Seite. Die 90°-Kurve am Fusse des Kieswegs zu Beginn war dann aber problemlos. Und schon ging es in die Steigung hinein. Ich wollte eine gleichmässige Pace laufen, die mir noch genügend Luft lässt, um aufzudrehen. So lies ich mich in kleinen Gruppen mittreiben oder übernahm auch kurzzeitig einmal eine Führung. Die Beine schienen mir nicht sehr gut zu sein – oder war es schlicht und einfach die Steigung?

Dann das langgezogene Bergab-Stück, bevor es in die langsam und stetig dem Kulminationspunkt entgegen ging. Ich hatte meine letztjährige Strecke auf die GPS-Uhr geladen und konnte so vergleichen, wie ich heuer in der Zeit lag. Als ich sah, dass ich nur einige wenige Sekunden hinter meiner letztjährigen Zeit lag, gab es mir Hoffnung, da ich subjektiv ein eher schlechtes Gefühl hatte.

Oben angekommen genehmigte ich mir einen Becher Wasser und versuchte anschliessen, so schnell als möglich wieder die Pace zu erhöhen. Die Beine wollten aber nicht so richtig laufen, auch nicht, als es bereits wieder bergab ging. Ich konnte einfach nicht richtig Tempo machen und fühlte eine angezogene Handbremse. Dafür lief es nun geradeaus und bergauf wieder besser. Und die zwischenzeitlich 16 Sekunden Rückstand auf letztes Jahr waren auch nicht alle Welt.

Auf dem Rückweg befand ich mich stets in der Nähe der dritten und vierten Frau, konnte dann die Vierte überholen und blieb an der Dritten dran. Endlich ging es auf die letzten zwei Kilometer. Ich liess die Beine nochmals voll laufen Richtung Albisgütli hinunter. Nun schien die Blockade gelöst. Der Schlussaufstieg ins Ziel hatte es nochmals in sich. Ich schaffte es jedoch, Positionen gut zu machen und befand mich unmittelbar hinter der vierten Frau vor der letzten Kurve. Mit einem beherzten Antritt überholte ich und liess auch noch ein bis zwei weitere Läufer stehen.

Mit 57.10,5 war ich schlussendlich fünf Sekunden langsamer als letztes Jahr und erreichte den 18. Rang in der M30-Kategorie mit 170 Läufern. Erste Hochrechnungen zeigen, dass ich es in der Gesamtabrechnung in die Top 10 der M30-Kategorie geschafft habe – unmittelbar hinter Benj. Damit wäre ich natürlich sehr zufrieden! Ich warte gespannt aufs offizielle Schlussresultat…

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