Zivilcourage statt Gesetze

In der NZZ am Sonntag beschreibt der Pfarrer und Schrifsteller Ulrich Knellwolf am Beispiel einer kleinen Alltagsepisode, wie wir uns hinter Gesetzen verstecken können. In seiner Anekdote schildert er die Situation im Restaurant, wenn am Nebentisch Zigarren gepafft werden, während man mitten im Hauptgang steckt. Ein entsprechendes Gesetz würde einen somit von der Pflicht entbinden, seinen Mut zusammenzunehmen, um die Raucher höflich aber bestimmt auf die unangenehme Situation anzusprechen und bitten, das Rauchen auf später zu verschieben.

Doch sehe ich dieses Phänomen nicht nur bei fehlenden Gesetzen, sondern allgemein im Alltag. Es ist jeweils erschreckend zu lesen, dass am helllichten Tag mitten in der Stadt ein Verbrechen geschehen ist, ohne dass jemand eingegriffen hat. Statt beherzt einzugreifen, werden allzu oft die Scheuklappen montiert und sich möglichst schnell aus dem Staub gemacht.

In dieser Hinsicht muss ich Herrn Knellwolf Recht geben, wenn er schreibt, dass “Zivilcourage der Gesellschaft förderlicher als ein Gesetz” ist. Denn nach einem Gesetz zu schreien oder sich hinter einem zu verstecken, ist zwar einfacher, fördert jedoch den Egoismus und das Gärtchen-Denken. Gerade in der Zeit der Selbstverwirklichung mit Hang zur Egomanie täte man gut daran, sich in entsprechenden Situationen der Zivilcourage zu besinnen und entsprechend zu handeln. Sich selber und der ganzen Gesellschaft zuliebe.

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Heute kaufen, 2007 bezahlen

Die zurzeit ins Haus flatternden Werbeprospekte von Interdiscount werben für den Kauf auf Kredit mit dem Slogan “Heute kaufen, 2007 bezahlen”. Weiter wird versprochen, dass man sein Geld “ruhig für die Ferien” einsetzen kann und trotzdem “nicht auf seine Wunschgeräte verzichten” muss.

In der Praxis sieht dies so aus, dass man sämtliche Geräte ab einem Kaufpreis von CHF 490.- sofort mitnehmen kann, jedoch statt einer sofortigen Bezahlung eine Rechnung dazu erhält. Diese ist zahlbar bis zum 31. Januar 2007, zuzüglich einer Administrationsgebühr von CHF 25.- sowie einem Jahreszins von 11,9 Prozent.

Was auf den ersten Blick als edles Entgegenkommen seitens des Discounters erscheinen mag, wird bei genauerem Betrachten der Zahlungskonditionen als ziemlich lukratives Zusatzeinkommen aus Kapitalerträgen entlarvt. Eine ähnliche Konstellation stellt die Bezahlung in Monatsraten dar, bei der ebenfalls ein stolzer Zins erhoben wird.

Diese Bezahlungsmöglichkeiten kommen der momentan herrschenden Devise “ich will das Neuste und zwar jetzt” natürlich entgegen. Ohne lang sparen zu müssen, kann man sich High-End-Produkte leisten, bezahlt wird schliesslich später.

Doch genau hier lauert die Gefahr: Immer mehr – zunehmend Jugendliche – stürzen sich dabei in eine Schuldenfalle, aus der sie dann nur sehr langsam entkommen. Der kleingedruckte Hinweis im Prospekt “Hinweis laut Gesetz: Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt” mag diesen Umstand kaum lindern.

Ein Grund für das Vorgehen von Interdiscount sind zweifellos die stetig sinkenden Preise der Elektronikgeräte und der damit einhergehende Margenrückgang. Somit bleibt einmal mehr der Appell an die Vernunft der Konsumenten, nicht alles “auf Pump” zu kaufen.

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1:0 für al-Qaida

Nach dem letzte Woche aufgeflogenen Terrorkomplott in London nehmen die Sicherheitsmassnahmen groteske Züge an. Allen voran die USA lassen die Grenzen zwischen sinnvollem Schutz und panischer Paranoia immer häufiger verwischen.

Der neuste Auswuchs, welcher auch Schweizer Flugpassagiere betrifft, ist eine Sicherheitsmassnahme für alle Flüge in die USA. Ab sofort erhalten in Zürich abfliegende USA-Reisende nach der Sicherheitskontrolle nur noch Leitungswasser zum Trinken. Die Bars sind für sie tabu und ein letztes Bier vor dem Abflug somit Geschichte. Auch ein Einkauf in einem Duty-Free-Geschäft wird massiv umständlicher: Kauft man eine Flasche Alkohol, so wird diese im Geschäft bezahlt, aber erst am Gate ausgehändigt.

Die Terroristen haben somit einen Teilsieg errungen. Die Furcht vor ihnen ist allgegenwärtig und unser Leben wird zunehmend durch (übertriebene) Schutzmassnahmen eingeschränkt. Die omnipräsente Angst hemmt das öffentliche Leben und im weiteren Sinne auch die westliche Wirtschaft.

Sicherheitsmassnahmen sind zweifellos nötig und durchaus legitim, solange sie mit gesundem Menschenverstand dosiert und nicht zur Bürgerschikane werden. Doch wo liegen die Grenzen? Ich bin der Meinung, dass die bereits bestehenden Checks reichen, wenn sie gewissenhaft durchgeführt werden. Natürlich sind bei neuen Bedrohungsformen – im aktuellen Fall Flüssigsprengstoff – die Massnahmen beziehungsweise die eingesetzten Geräte anzupassen.

Jedoch geht die aktuelle Massnahme eindeutig zu weit. Muss man damit rechnen, dass ein Barmitarbeiter statt Bier flüssigen Sprengstoff ausschenkt und so den Flugverkehr gefährdet? Seien wir uns doch bewusst, dass in einer Zeit, in der Terroristen sogar ihr eigenes Leben opfern, die absolute Sicherheit nicht existiert. Wieso schränken wir deshalb den Grossteil der Menschen ein, um lediglich eine weitere Scheinsicherheit zu produzieren?

Solange sämtliche von den USA diktierten Schikanen sofort und kritiklos von der Schweiz und Europa umgesetzt werden, sind weitere Verschärfungen dieser Art zu erwarten. Ein Grund mehr, durch ein geeintes und starkes Europa einen glaubwürdigen Gegenpol in der Weltpolitik zu erschaffen.

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Medialer Super-GAU

Am 25. Juli 2006 ereignete sich im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark ein Störfall, der ein gewaltiges Medienecho auf sämtlichen Verbreitungskanälen auslöste. Vorschnell – noch bevor erste gesicherte Fakten veröffentlicht wurden – sprach bereits eine Grosszahl der Medien – allen voran die Boulevard-Fraktion – von einem “zweiten Tschernobyl” oder einem “Beinahe-GAU“. Im gleichen Fahrwasser folgten die Atomkraftgegner, die einmal mehr den totalen Ausstieg proklamierten und als Argument dafür den erbrachten “Beweis” anführten, “dass auch Kernkraftwerke nach westlichem Standard völlig unsicher seien”.

Wie sich nun im Nachhinein herausstellte, wurde das Ereignis von den Medien (unnötig) hochstilisiert. Der Vorfall wurde von der internationalen Atomenergiebehörde auf Stufe 2 in der von 0 bis 7 reichenden INES-Gefährungsskala eingeordnet. Es handelte sich dementsprechend um einen “begrenzten Ausfall der gestaffelten Sicherheitsvorkehrungen”, jedoch mit genügend Sicherheitsmarge, um weitere Fehler aufzufangen.

Ausgelöst wurde der Störfall durch einen Kurzschluss, durch den das KKW automatisch von der Stromversorgung getrennt wurde. Somit konnte die im Reaktor produzierte Wärme nicht weiterhin in elektrische Leistung gewandelt werden. Infolge dessen wurde der Reaktor vom Sicherheitssystem heruntergefahren. Die dafür benötigte Leistung sollten vier Notstrom-Dieselgeneratoren liefern, von denen aber nur zwei anliefen. Diese reichten, um genügend Leistung für das Herunterfahren des Reaktors zu produzieren, jedoch nicht zum Betrieb der Überwachungsinstrumente im Kontrollraum. Dadurch befanden sich die Arbeiter auf einem 23-minütigen “Blindflug”, der erst durch das manuelle Starten der beiden Dieselgeneratoren beendet werden konnte. Wie sich im Nachhinein herausstellte, betrug der Reaktorfüllstand während dem Störfall immer noch zwei Meter, die Gefahr einer Kernschmelze bestand daher nicht.

Die eingangs erwähnten Schlagzeilen schossen also weit über das eigentliche Ziel hinaus. Es wurde ungeachtet der Fakten aus einem “möglichen Störfall” sofort ein “schwedisches Tschernobyl” kreiert. Dies ist meines Erachtens einerseits unseriös und effekthascherisch, andererseits angesichts des Kontrasts zwischen der spärlichen Informationen zu Beginn und des schnelllebigen Kommunikationszeitalters teilweise verständlich.

Was ich hingegen sehr bedaure, ist die Tatsache, dass nun bei weitgehend geklärter Faktenlage in den wenigsten Medien eine Richtigstellung in Form eines fundierten Artikels erscheint. Natürlich gibt es dabei auch lobenswerte Ausnahmen inklusive einer kurzen Erklärung auf Wikipedia. Solche Ereignisse und deren Behandlung trennen aus meiner Sicht die Medienspreu (Boulevard) vom Weizen sehr schön und vor allem anschaulich.

Man sollte sich folglich seine Informationsquellen sorgfältig auswählen und – weit wichtiger – sämtliche Meldungen stets mit gesundem Menschenverstand und kritischer Grundhaltung hinterfragen. Natürlich darf’s dann zur Unterhaltung auch ein bisschen Boulevard sein.

Zum Schluss sei noch die (philosophische) Frage erlaubt, ob das Akronym GAU, das für den grössten anzunehmenden Unfall steht, überhaupt zu Super-GAU gesteigert werden kann? Wikipedia meint ja, andere verneinen dies vehement. Wie dem auch sei, zumindest habe ich diesem Blogeintrag damit einen brisanten Titel verleihen können!

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XHTML 2.0

Am 26. Juli 2006 veröffentlichte die W3C ein weiteres Working Draft von XHTML 2.0. XHTML ist die Nachfolgesprache von HTML und verwendet, im Gegensatz zu HTML, XML als Sprachgrundlage.

Als Neuerungen gegenüber XHTML 1.0 sind vor allem folgende Punkte nennenswert:

  • Bessere Strukturierung möglich. Es gibt nun ein neues <section>-Element, welches den Text logisch in Abschnitte gliedern lässt.
    Der Separator <hr>, welcher standardmässig eine horizontale Linie darstellte und ansonsten mittels CSS gestaltet werden musste, wurde in <separator> umbenannt, um ihn universeller zu machen.
    Zum Tag <br /> ist nun das <l><l/>-Tag hinzugekommen, welches erlaubt, einen Text Zeile um Zeile zu definieren.
  • Als Hyperlink-Quelle kann nun jedes beliebige Tag dienen. Damit bleibt die <href>-Angabe nicht länger auf das <a>-Tag beschränkt.
  • XHTML 2.0 nutzt XML-Events zur Eventbehandlung. Dies löst die ursprüngliche Art mit den teilweise proprietären Events ab.
  • XForms sind nun ein integraler Bestandteil von XHTML 2.0 und bilden den Nachfolger der ursprünglichen HTML-Forms.

Obwohl die damit angekündigten Verbesserungen durchaus nützlich und teilweise nötig erscheinen, wünsche ich mir vorher, dass die verschiedenen Browser wenigstens XHTML 1.0 und CSS dem Standard entsprechend und somit einheitlich interpretieren würden.

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«annabelle» macht mobil

Die Schweizer Frauenzeitschrift “annabelle” sorgt mit einer Petition für Aufsehen, mit der sie das Aufbewahren der Armeewaffen zu Hause verbieten und sämtliche Waffen national registrieren lassen möchte.

Für viele traditionsbewusste Patriarchen, beispielsweise die Waffenlobbyisten von Pro Tell, ist dies ein Stich direkt ins Herz. Sie führen dementsprechend emotional mit dem Argument ins Feld, dass man sich “von einer Frauenzeitschrift mit Deutscher Chefredaktorin nicht das Sturmgewehr wegnehmen lässt”.

Natürlich frage auch ich mich, wieso ein solcher Vorstoss genau von einer Zeitschrift kommt, die von Stricken, Kochen und den neusten Diättipps mehr versteht als von Schusswaffen und Politik. Doch gerade die Tatsache, dass jede Bürgerin und jeder Bürger sich in der Schweiz über verschiedene Wege einbringen und etwas bewirken kann, macht die gelebte (und gelobte) Demokratie in unserem Land aus.

Die ganze Sache muss jedoch auch sachlich und nüchtern betrachtet werden. Und hier hat die “annabelle” mit einigen Argumenten durchaus recht. Es leuchtet ein, dass ein Gewaltdelikt oder sogar ein Amoklauf mit einer Schusswaffe um ein Vielfaches gefährlicher ist, als wenn dabei eine Schlag- oder Stichwaffe eingesetzt wird. Zudem sind bei einer Schusswaffe die Möglichkeiten zur Gegenwehr beziehungsweise Flucht minim bis inexistent. Vor allem bei Affekthandlungen kann sich somit eine verfügbare Schusswaffe verheerend auswirken.

Die “annabelle” möchte ja einerseits sämtliche Armeewaffen einziehen lassen und andererseits alle Privatwaffen national registrieren. Ich glaube jedoch, dass der Anteil engesetzter Armeewaffen – übrigens alle zentral registriert – bei Verbrechen mit Schusswaffen relativ klein ist. Aktuelle Zahlen hierzu wären interessant. Zudem kann man davon ausgehen, dass Dienstleistende mit Waffen durch ihre Ausbildung um die Gefährlichkeit der Sturmgewehre und Pistolen wissen und dementsprechend Respekt an den Tag legen, während der Ausbildungsstand von Privatwaffenbesitzern und -käufern überhaupt nicht geprüft wird. Statt Armeewaffen einzuziehen wäre es vielmehr angebracht, mit einer sinnvollen Gewissensprüfung im Vorfeld zu klären, ob dem Soldaten überhaupt eine Waffe anvertraut werden soll.

Meiner Meinung nach genügt es, das aktuelle Waffengesetz konsequent durchzusetzen sowie einige kleine Anpassungen vorzunehmen. Beispielsweise wäre es vorteilhaft, wenn der Privatverkauf, welcher zurzeit nur eines schriftlichen Vertrags bedarf, ebenfalls einen Waffenerwerbsschein voraussetzt, um allfällige Dreieckskäufe zu verhindern. Zu prüfen wäre in diesem Zusammenhang auch eine Verschärfung der Bedingungen zum Erwerb eines Waffenerwerbscheins, etwa in Form einer zusätzlichen Prüfung.

Einige Passagen des “annabelle”-Artikels lassen dann aber doch das Klischee von schlecht informierten Frauen aufkommen.

Doch wer Munition will, kann sie sich einfach besorgen, sei es während des Militärdiensts selbst oder auf dem Schwarzmarkt.

Die Tatsache ist jedoch, dass Munition ganz legal im Waffengeschäft oder bei Schiessvereinen gekauft werden kann.

Jeder Hund und jedes Auto ist registriert. Wieso soll das ausgerechnet für Waffen nicht gelten?

Dieses Argument scheint mir arg an den Haaren herbeigezogen. Ein nationales Waffenregister wird mit der Tatsache legitimiert, dass auch Hunde und Autos zentral eingetragen sind? Man sollte nach dem Motto “der Zweck heiligt die Mittel” vorgehen, nicht umgekehrt. Wenn aber dann doch ein schweizweites Register eingeführt werden sollte, so solle man dies kantonal koordinieren, so dass die Informationen aus den Waffenerwerbsscheinen direkt nach Bern fliessen, um einen zusätzlichen administrativen Aufwand und die damit verbundenen Verwaltungskosten möglichst zu vermeiden.

Abschliessend kann ich sagen, dass ich meine Armeewaffen ohne weiteres zentral registrieren lassen würde, obwohl sie dies mit Sicherheit – zumindest im VBS – schon sind, jedoch kein Verständnis dafür hätte, sie abzugeben. Registrieren ja – Einziehen nein!

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Red Bull als Lebenseinstellung

Dietrich “Didi” Mateschitz hat mit Red Bull die Zeichen der Zeit erkannt und sich damit ein Milliardenvermögen erarbeitet. Der Konsument kauft zwar eine gefüllte Getränkedose, doch Red Bull ist mehr – viel mehr! Red Bull ist von Beginn weg als Lebenseinstellung positioniert und konsequent beworben worden.

Dass das Produkt beispielhaft vermarktet wird, zeigt allein die Tatsache, dass jährlich ein Drittel des Umsatzes – also über eine Milliarde Schweizer Franken – in die Werbung reinvestiert wird. Neben den gewöhnlichen Werbekampagnen hält Mateschitz mit seinen im Hangar 7 beheimateten Flying Bulls eine eigene Flugzeugflotte. Jedoch wurde mit dem Sponsoring von diversen Extremsportarten schon von Beginn weg konsequent das Lebensgefühl der neunziger Jahre – weg vom öden Malochen und hin zu mehr Freiheit und Nervenkitzel – vermittelt. Nach dem Engagement in der Formel 1 investiert Red Bull mittlerweile auch intensiv in den Breitensport, beispielsweise in den FC Salzburg.

Die Strategie hat sich bestens ausgezahlt, wird der Getränkeabsatz doch Jahr für Jahr um 30 Prozent gesteigert. Anno 1994 war das koffein- und taurinhaltige Getränk in der Schweiz noch verboten, wurde jedoch gelegentlich (illegal) vom nahen Ausland eingeführt und regelrecht mythologisiert. Auch nach der Zulassung blieb der Bann ungebrochen, so dass mittlerweile drei Milliarden Dosen pro Jahr in aller Welt getrunken werden.

Obwohl mittlerweile zahlreiche Plagiate – oder wohl eher Generika – existieren, schaffte es keines dieser Getränke, das Image von Red Bull zu vermitteln und ihm so den Rang abzulaufen, trotz teilweise massiv tieferen Preisen. Red Bull ist eben doch mehr als nur ein Energydrink.

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Uneinigkeit bei Rechtschreibereform

Seit dem 1. August 2006 ist auch in der Schweiz die dritte Fassung der Rechtschreibereform in Kraft. Während die eigentliche Intention der Reform, nämlich die Vereinfachung der geschriebenen Sprache sowie Anpassungen an Usanzen, richtig und zu schätzen ist, ist deren Umsetzung teilweise unbefriedigend.

Pünktlich zur erneuten Etappe des Reformmarathons sind neue Ausgaben von Duden und Wahrig sowie des Lehrbuches “Richtiges Deutsch” erschienen. Obwohl die Verantwortlichen dieser Publikationen allesamt dem Rat für deutsche Rechtschreibung angehören, lassen die gedruckten Regelwerke eine Einheitlichkeit vermissen.

In den Medien wird dieser Missstand zurzeit ausgiebig behandelt. So publizierte beispielsweise die NZZ am 4.8.06 einen Artikel mit dem Titel “Chaos in der Rechtschreibung”. Darin werden anhand einer Übersichtstabelle einige Unterschiede der drei oben genannten Bücher aufgelistet. Dabei wird klar, dass eine einheitliche Linie fehlt. Die Verantwortlichen der Publikationen begründen dies teilweise mit einer Orientierung am allgemeinen Sprachgebrauch oder einer Vereinfachung durch Angleichung an ähnliche Begriffe.

Die eigentliche Absicht einer allgemein gültigen Orthographie wird durch diese Uneinigkeiten klar verfehlt. Sie sollte nämlich durch Eingrenzung auf möglichst eine einzige Schreibweise die Standardisierung der Schriftsprache bewirken. Ausnahmen mit mehreren möglichen Schreibweisen dürfen dabei nicht zur Regel werden. Jedoch wird genau dieser Eindruck mit den angesprochenen Unstimmigkeiten erweckt.

Während einige Wissenschafter als einzige Lösung die vollständige Aufhebung der Rechtschreibereform propagieren, sehe ich die Problematik pragmatischer. Die Reform brachte – neben bereits aufgelaufenen Kosten in Milliardenhöhe – durchaus einleuchtende Änderungen und sollte nicht aufgrund einiger Ungereimtheiten, die momentan medial aufgebauscht werden, gesamthaft als gescheitert angesehen werden. Vielmehr soll sich der Rat für deutsche Rechtschreibung auf klare Regelungen einigen. Diese müssen danach von den Verantwortlichen 1:1 in ihren Standardwerken publiziert, näher erläutert und mit Tipps untermalt werden.

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Zürich Marathon

Ich musste es wieder einmal wissen und absolvierte nach dem Budapest Marathon 2004 meinen zweiten Marathon.

Bei Regen und Temperaturen um die 10 °C waren die Bedingungen zwar nicht optimal, aber – abgesehen von der Nässe – zum Laufen angenehm.

Die angestrebte Zeit von 3:30 Stunden verpasste ich mit 3:35.13,8 zwar knapp, trotzdem war es ein gelungenes Rennen und ich erreichte in meiner Kategorie den 186. Rang von 399 Klassierten.

Der ausführliche Bericht zum ganzen Unternehmen Marathon kann als PDF-Datei heruntergeladen werden: ZuerichMarathon06.pdf (361 KB).

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Budapest Marathon

Projekt Marathon: An einem sagenumwobenen Bar-and-Pub-Festival anfangs 2004 in Bülach wurde per Handschlag besiegelt, was ein halbes Jahr später in die Tat umgesetzt wurde – einen Marathon zu laufen!

Zur Projektgruppe gehörten Fränzi, Stedi und ich. Später gesellte sich noch Emler dazu. Nach verschiedensten Abklärungen betreffend Daten und Orte wurde schliesslich der Budapest Marathon vom Sonntag, 3. Oktober 2004, gewählt. Wegen einer Knieverletzung musste Emler kurzfristig Forfait geben, war aber ob einem Städtetrip nach Budapest nicht abgeneigt und blieb uns somit erhalten.

Wir flogen am Samstag nach Ungarn, um genügend Zeit für die Vorbereitungen zu haben. Am Sonntag galt es dann ernst…

Bis Kilometer 30 lief es mir wunderbar, ich hielt meinen 5-Minuten-Schnitt pro Kilometer problemlos. Doch danach zollte ich Tribut für die zu spärlich ausgeführten Long Jogs in der Vorbereitung: Das Leiden begann. Selbstverständlich biss ich bis zum Schluss durch und beendete den Marathon in 3:56:26.

Natürlich blieben wir nach dem Marathon noch ein paar Tage, um die Kulturangebote der Stadt auch vollständig auskosten zu können.

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