Yellowstone Nationalpark

Wir wollen unbedingt den Yellowstone Nationalpark besuchen, auch wenn dies einer ziemlichen Fahrdistanz bedingt. Um möglichst schnell nach Osten zu kommen, planen wir einen Monster-Fahrtag mit knapp elf Stunden Fahrzeit von San Francisco nach Salt Lake City. Mit Fahrerwechsel schaffen wir die Strecke schlaffrei, fallen dafür abends umso müder ins Bett.

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Salt Lake City selber nutzen wir lediglich für die Übernachtung. Doch besuchen wir am nächsten Morgen den namensgebenden Salzsee im Nordwesten der Stadt. Dieser lässt sich am besten vom Antelope Island State Park aus erreichen, was wiederum eine Fahrt über den Deich und einen kleinen Obolus an die Parkverwaltung mit sich bringt. Der See ist an diesem noch frischen Morgen seeehr kalt, doch wir wagen den Sprung (oder vielmehr das Waten und Abliegen). Und dies lohnt sich hundertprozentig: Ein einmaliges Gefühl, einfach im Wasser zu schweben, ohne irgendwelche Schwimmbewegungen.

Neben dem Wassererlebnis sehen wir im Park noch Bisons und Antilopen. Anschliessend fahren wir nach Jackson, das noch zwei Autostunden vom Yellowstone entfernt liegt. Wir waschen die Kleider in der Maschine und uns im Pool. Nach einem super Nachtessen im Steakhouse geniessen wir die kalte Nacht im Cowboy-Dorf vor unserem Parkabenteuer.

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Frühmorgens bringen wir das letzte Stück Richtung Norden hinter uns und fahren via Südeingang und dem Visitor Center im Süden zu unserer Unterkunft direkt beim Old Faithful. Da gerade eine Eruption ansteht, nehmen wir noch vor dem Einchecken unsere Plätze in der vordersten Reihe der Arena ein und geniessen kurze Zeit später ein erstes Mal dieses Spektakel, das sich etwa alle 90 Minuten wiederholt.

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Im anderen Besucherzentrum sowie in der Ranger Station versorgen wir uns mit weiteren Infos, um das weitere Besuchsprogramm festzulegen. Noch am Nachmittag fahren wir mit dem Auto diverse Sehenswürdigkeiten ab – meistens Geysire oder heisse Seen, die in allen möglichen Farben leuchten. Und natürlich schwebt ständig ein Schwefelgeruch in der Luft, der an gekochte oder faule Eier erinnert – je nach Intensität. Eindrücklich sind auch die Stellen, wo das Wasser aus den heissen Quellen wild dampfend in die kalten Bäche und Flüsse fliesst. Zudem sehen wir ganze Bisonherden friedlich grasend und ein einzelnes Exemplar direkt auf dem Parkplatz nur gerade wenige Meter vom Auto entfernt.

Nach einer kalten Nacht in einer praktisch ungeheizten Baracke geht es früh los zum Avalanche Peak. Dies ist einer der höchsten Berge im Park und verspricht somit eine wunderbare Aussicht. Zuerst wollen aber die gut 700 Höhenmeter bezwungen werden. Der Ranger erklärte uns am Vortag, dass es keine Grizzlys haben sollte und wir somit auch ohne Bären-Pfefferspray die Wanderung machen können. Trotzdem sehen wir als erstes beim Wegbeginn ein Warnhinweis, der den Spray empfiehlt. Es handelt sich jedoch um einen allgemeinen Flyer und keine unmittelbare Warnung, wie sie der Ranger angekündigt hat für den Fall, dass doch Bären in der Umgebung wären. Ich möchte zwar liebend gerne einen Grizzly sehen, jedoch aus sicherer Entfernung und nicht überrascht in wenigen Metern Entfernung wie der Schwarzbär im Sequoia Nationalpark.

Wir sind das erste Auto auf dem Parkplatz und somit auch die ersten Wanderer auf dem Weg. Die Bären sind also noch nicht vorgewarnt… 😉 Vorsichtig starten wir im dichten Wald und halten alle unsere Sinne offen, um eine möglichst lange Vorwarnzeit zu garantieren. Jedes Knacken und Pfeifen wird von uns analysiert und führt teilweise auch zu kurzen Pausen, um es zu orten und einzuordnen. Ich gehe vorsichtig als Bärenwarner voraus und vernehme bald ein deutliches Knacken aus den Büschen direkt am Wegrand. Ich bleibe stehen und warne Silja. Doch anstatt eines Grizzlys begrüsst uns eine Hirschkuh mit ihrem Jungen.

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Während Bambi leicht eingeschüchtert und ziemlich nervös durch das Unterholz hüpft, ist die Mutter weitaus zutraulicher und beäugt uns interessiert. Als Silja ihr ruft, kommt sie sogar auf uns zu und bleibt nur gerade zwei Meter entfernt stehen. Herzig ist auch ein Specht, der unmittelbar am Wegrand auf Kniehöhe laut hämmern nach Futter sucht. Er lässt sich durch die zwei Schweizer Wandervögel überhaupt nicht aus der Ruhe bringen und hämmert sich gemütlich ein Schleudertrauma.

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Der Aufstieg zuerst durch dichten Wald, dann durch lockere, lichtdurchflutete Baumformationen ist wunderschön aber ziemlich steil. Oberhalb der Baumgrenze bläst der Wind heftig. In den Schlusspassagen sind wir froh um unsere Regenjacken als Windschutz und müssen aufpassen, dass wir im lockeren Schotter nicht umgeblasen werden. Die Rundumsicht vom Gipfel ist jedoch überaus beeindruckend und entschädigt für die Unannehmlichkeiten. Nach kurzer Verpflegungsrast nehmen wir den Abstieg in Angriff, um den Park weiter per Auto zu erforschen.

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Wir fahren nordwärts und machen einen Halt beim “Mud Vulcano”, der trüb-stinkend vor sich hin brodelt. Danach geht es zum “Grand Canyon of the Yellowstone”. Ich habe gar nicht gewusst, dass der Yellowstone seinen eigenen Canyon hat. Dieser muss sich aber überhaupt nicht verstecken und beeindruckt mit seiner Dimension, den Farben und natürlich dem Wasserfall, den wir vom Artist Point bestens einsehen können.

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Auf der anschliessenden Fahrt zu den Gesteinsterrassen werden wir kurzzeitig durch eine Bisonherde auf der Strasse aufgehalten, bevor wir das kleine Dorf Mammoth passieren und Zeugen eines ganz einmaligen Spektakels werden. Ein Elk-Harem mit mächtigem Bullen und seinen zahlreichen Frauen hat es sich auf dem sauber gepflegten Rasen der Hotelanlage gemütlich gemacht. Mehrere Rangers haben alle Hände voll zu tun, die wilden Tiere vor der fotografierenden Touristenmasse abzuschirmen und den Verkehr zu regeln, wenn mal wieder ein Tier die Strasse überquert, um zu einem weiteren gepflegten Rasenstück zu gelangen.

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Richtig spannend wird es, als der Bulle zum Aufbruch bläst und die Herde in Richtung der aufgestellten Touristen führen will. Sofort müssen die Ranger das Trottoir räumen und die Herde setzt sich in Bewegung. Einige Weibchen reissen jedoch aus, worauf der Bulle sofort aktiv wird: Laut rufend rennt er mitten durch die Hoteleinfahrt nur wenige Meter neben den verdutzten Menschen durch. Glücklicherweise werden keine Beteiligten (Menschen und Tiere) verletzt und die Situation beruhigt sich ein wenig nach der anfänglichen Aufregung. Auch der Bulle scheint sich abreagieren zu müssen, als er daraufhin den gepflegten Rasen mit seinem imposanten Geweih umpflügt. Wir kommen aus dem Staunen fast nicht heraus und amüsieren uns prächtig. Trotzdem fahren wir weiter zu den Gesteinsterrassen.

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Durch die ständige Veränderung des Wasserflusses sind diese Formationen immer im Wandel. Nicht nur verändern sie ihre Farben, auch ganze Teile trocknen aus und zerfallen. Oder werden dann wieder “reaktiviert” durch erneut fliessendes Wasser und steigen wieder ins Farbenspiel mit ein. Keine Formation ist wie die andere und es scheint, als wollen sie sich gegenseitig mit ausgefallenen Formen und fast unglaublichen Farbtönen übertrumpfen.

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Unseren Parkbesuch wollen wir gemütlich beenden und uns ein Bad im wohl temperierten Fluss gönnen. An einem Zusammenfluss von heissem Quellwasser mit einem Bergfluss befindet sich ein natürliches Jacuzzi. Vom Parkplatz laufen wir hinauf zum Einstieg, werden jedoch kurz vor dem Ziel durch einen mächtigen Elk-Bullen aufgehalten. Er grast friedlich, möchte aber nicht gestört werden. Dies zeigt er eindrücklich, als er mit gesenktem Geweih auf ein Paar los geht, das sich vorsichtig vorbeimogeln möchte. Es kommt glücklicherweise nicht zur Berührung, da sich die beiden schnell zurückziehen und einen alternativen Weg wählen. Dies machen auch wir und gelangen durch den unteren Einstieg in den Fluss. In herrlicher Kulisse geniessen wir das warme bis heisse Bad und lassen einen weiteren eindrücklichen Parkbesuch bestmöglichst ausklingen.

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San Francisco

Dass Religion in dieser Region eine (grössere) Rolle spielt, wird für mich zum ersten Mal offensichtlich, als ich auf der Autofahrt ein riesiges Plakat sehe. Auf diesem erzählt eine junge Frau, dass nach der Vergewaltigung die Geburt ihres Kindes (des “Produkts” des Verbrechens) ihr bei der Bewältigung der Tat geholfen hat. Aber auch in der Stadt stehen an jeder Ecke die Zeugen Jehovas und die Scientology-Kirche befindet sich zentral und bietet Psychologie-Tests an. Und dass San Francisco sehr multikulturell ist, zeigt sich zudem daran, dass die Zeugen Jehovas Stände in Englisch, Arabisch und Chinesisch unterhalten. Einen guten Start in eine für mich neue Stadt also. 😉

Wir residieren direkt an der Fisherman’s Wharf unweit vom bekannten Pier 39. Für San Francisco haben wir ein ziemlich günstiges Hotel gefunden, wobei das Valet Parking zusätzlich mit 50 USD pro Nacht zu Buche schlägt. In dieser Gegend aber durchaus Standard und kaum zu umgehen. Die zentrale Lage ist für uns wichtiger, so dass wir in diesen sauren Apfel beissen.

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Um uns zuerst eine Übersicht über die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten zu verschaffen, kann ich Silja überreden, eine selbstgesteuerte Go-kart-Tour zu buchen. Dieses Gefährt ist eigentlich ein verkleideter Motorroller mit eingebautem GPS. Während man durch die Stadt braust, erzählt einem die automatische Dame anhand der momentanen Position allerlei Wissenswertes über die Stadt und lotst einen durch die Strassen. Wir geniessen den ersten Eindruck und nutzen die Selbständigkeit für spontane Fotohalte sowie gewollte und ungewollte Umwege. Eine durchaus zu empfehlende Möglichkeit, einen ersten Eindruck einer Stadt zu gewinnen (wenn man den Preis nicht scheut).

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Nun haben wir also eine To-do-Liste, was wir noch im Detail ansehen müssen. Ganz klar ein Muss ist die Fisherman’s Wharf. Wir streuen umher, amüsieren uns ab den zahlreichen Seelöwen (nicht nur auf dem Pier 39, sondern auch “wild campierend” zwischen Schiffen) und lassen uns kulinarisch verwöhnen – mit Blick auf den Sonnenuntergang und die Golden Gate Bridge. Da haben wir durchaus schon in schlechterer Kulisse verpflegt. Das Pier 39 ist wirklich speziell: Extra für die Seelöwen wurde ein Dock geleert und dient jetzt rund ums Jahr als Plattform für die lauten und geruchsintensiven Viecher.

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Für den nachfolgenden Tag starten wir mit einer obligaten (und sinnlos überteuerten Fahrt) im Cable Car. Am Nachmittag haben wir das nächste Pflichtprogramm im Voraus online gebucht: Alcatraz. Die ehemalige Gefängnisinsel ist spätestens seit “The Rock” jedem ein Begriff. Heutzutage ist Alcatraz ein Nationalpark und als solcher sehr gut erschlossen und erlebbar gemacht. Mit dem Schiff geht es hinaus, wo man anschliessend mittels Audio-Guide die Insel mit ihren zahlreichen Gebäuden selbständig erkunden kann. Durch die Freiheit, irgendein Rückfahrt-Schiff zu nehmen, kann man seine Eintauchtiefe und somit Verweilzeit selbst planen. Mich fasziniert Alactraz extrem – nicht zuletzt wegen der einmal mehr sehr guten Präsentation durch den U.S. National Park Service.

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Am letzten Tag in San Francisco geht es zur und über die Golden Gate Bridge. Dafür mieten wir Velos und fahren auf dem Radweg, der bei der Fisherman’s Wharf beginnt, westwärts zur Brücke. Bereits mit dem Go-kart haben wir sie aus den besten Fotopositionen geknipst, jedoch nicht befahren. Dies holen wir nun nach und quälen uns am Nordufer in brütender Hitze auch noch hinauf zum Aussichtspunkt “Battery Spencer“. Dort werden wir mit einer wunderbaren Aussicht für unsere Strapazen belohnt: Kein einziges Wölkchen, das Teile der Brücke oder der dahinter liegenden Skyline verdecken könnte!

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Noch gönnen wir unseren Oberschenkeln keine Erholung und fahren wieder rüber in die Innenstadt, was einer Pässefahrt in der Schweiz gleichkommt. “Horizontal” scheint in der Strassenplan-Sektion des Baudepartements San Fransiscos ein unbekanntes Wort zu sein. Somit haben wir unser Nachtessen in der Cheescake Factory redlich verdient und ich gönne mir einen super Burrito. Wobei sich “super” auf dessen Grösse bezieht… Gestärkt geht es nochmals in die Höhe und Richtung Norden den Berg runter zum Hotel beim Pier.

San Francisco gefällt mir extrem gut und liefert sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit LA und NY um die Vorherrschaft in meinem persönlichen Landesranking. Doch noch sind einige Kandidaten ausstehend. Ich denke hierbei an Chicago und freue mich bereits!

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Sequoia Nationalpark

Da wir nicht die schnellste Route von Los Angeles wählen, sondern dem Meer entlang auf den Highways 101 und 1 über Santa Barbara fahren, kommen wir erst am späten Nachmittag in Visalia an. Darum fahren wir direkt weiter ostwärts zum Sequoia Nationalpark. Da wir unser Besuchsprogramm noch nicht fixiert haben, möchten wir die Informationen im Besucherzentrum nutzen, um den folgenden Tag zu planen. Ich persönlich habe ja noch immer einen offenen Punkt auf meiner Bucket-List und so hege ich beim Parkbesuch – natürlich neben den typischen Sequoia-Tannen – den Wunsch, einen Bären zu sehen.

Leider ist das Besucherzentrum direkt beim Parkeingang bei unserer Ankunft bereits geschlossen. Nach kurzer Diskussion kann ich Silja überzeugen, dass wir die 45 Minuten zum anderen Parkende unter die Räder nehmen und das noch offene Zentrum anfahren. Mit ein paar Fotohalten unterwegs nähern wir uns Lodgepole Visitor Center.

Einen Halt machen wir noch beim Parkplatz zum grössten lebenden Baum, dem General Sherman Tree. Wir merken aber bald, dass der Fussweg dorthin zeitlich nicht mehr drin liegt, bevor das Besucherzentrum schliesst. Wir sind bereits auf der Weiterfahrt, als Silja plötzlich einen Bär direkt neben dem Parkplatz sieht. Schon jetzt hat sich für mich der Entscheid, noch in den Park zu fahren, gelohnt! Der Bär ist überhaupt nicht menschenscheu und verköstigt sich in aller Ruhe mit Tannzapfen. Ich kann fast nicht genug kriegen und lasse mich nur ungern zur Weiterfahrt bewegen – eine wirklich eindrückliche Begegnung! Auf der Heimfahrt sehen wir im Scheinwerferlicht sogar noch einen weiteren Bären die Strasse überqueren.

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Für den nächsten Tag planen wir nicht eine grosse Wanderung, sondern beschliessen, mehrere der kleineren Besichtigungsrouten zusammenzuhängen. Da ein Gratis-Shuttle im Park verkehrt, ist auch die resultierende Ein-Weg-Strecke kein Problem. Wir fahren relativ früh los zum Parkplatz des General Sherman Trees. Noch sind nicht viele Besucher unterwegs, so dass wir einen Abstecher zum “Tunnel Log” machen, bevor wir zum Parkplatz fahren.

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Wieder ist der gleiche Bär vom Vorabend daran, die Besucher (inklusive uns) mit Tannzapfen-Yoga zu unterhalten. Dann jedoch kommt ein Ranger und beginnt, ihn zu verjagen. Mit lauten Geräuschen und Wurfgegenständen versucht er ihn – mehr schlecht als recht – in die Büsche zu treiben.

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Wir machen uns auf den Weg, lassen die Fauna vorerst ruhen und wenden uns der Flora mit ihren eindrücklichen Bäumen zu. Der Grösste unter den Grossen, der General Sherman Tree ist wirklich eindrücklich. Und auch mit seinen 2’200 Jahren erfreut er sich nach wie vor bester Gesundheit. Aber auch die anderen Sequoia-Tannen – teilweise unter ihrer Last zusammengebrochen und am Boden liegend – vermögen zu beeindrucken. Die Beschreibungen von Leuten, die Zeugen eines solchen Umfallens wurden, lassen erahnen, wie sich ein solches Schauspiel anhört und anfühlt.

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Wir wollen anschliessend den Sequoia-Trial laufen. Noch immer sind sehr wenige Leute unterwegs und wir scheinen auf diesem Weg sogar die ersten zu sein. Dies scheint sich schon sehr bald zu bestätigen… Wir laufen noch immer auf einem asphaltierten Wegabschnitt, als ich kurz vor Silja um eine Ecke biege. Im Augenwinkel erspähe ich etwas und realisiere, dass ein Bär direkt neben dem Weg seinen Schönheitsschlaf hält. Nachdem ich mein halbes Leben lang eine Bärenbegegnung in freier Wildbahn gesucht habe, scheint sich innerhalb zweier Tage dieser Wunsch fast inflationsartig zu erfüllen.

Ich halte an, weiche ein wenig zurück und schildere Silja, was ich soeben gesehen habe. Sie glaubt an einen Scherz und läuft munter um die Ecke. Erst nach meiner genauen Richtungsangabe sieht sie den Mutz und meint, dass der ziemlich nahe und vor allem gross sei. Was nun? Können wir vorbei gehen? Er liegt zwischen zwei Wegen, von beiden nicht mehr als drei Meter entfernt. Den Weg verlassen und ihn via Wald umgehen? Oder treffen wir dann auf seine Freunde? Zuerst muss diese Begegnung sowieso einmal fotografisch festgehalten werden, bevor wir die weiteren Schritte besprechen.

Noch immer leicht in Trance und mein Glück noch nicht realisiert, nähere ich mich vorsichtig in der Paparazzo-Rolle. Einen Schritt, klick; ein weiterer Schritt, klick, ein weiterer Schritt… Plötzlich scheine ich des Bärs Intimzone betreten zu haben. Er richtet sich kurz auf und schlägt mit den Vorderpfoten auf den Boden. Ich weiche instinktiv zurück (andere Quellen sprechen von einem Kurzsprint), worauf er wieder in seine Schlafposition zurückkehrt. Nochmals gut gegangen!

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Als weitere Wanderer kommen, warnen wir sie und beraten mit ihnen, was zu machen sei. Als ein weiteres Paar ohne zu zögern auf dem unteren Weg durchläuft (und nicht gefressen wird), folgen wir ebenfalls auf gleichem Pfad. Mit leicht mulmigem Gefühl passieren wir den Bär in wenigen Metern Abstand. Als die weitere Gruppe passieren will, wird es ihm jedoch zu bunt und er steht auf. Gemütlich besetzt er den Weg und wir sehen erstmals seine eindrückliche Grösse. Wir beobachten noch ein wenig, bis er in den Büschen verschwunden ist und können es immer noch nicht recht fassen – extrem eindrücklich und wahrscheinlich einmalig.

Der Rest der Wanderung verläuft – verhältnismässig – nicht mehr ganz so aufregend. Trotzdem sehen wir noch allerlei Tiere (Hirsche, Hörnchen in allen Farben und Formen und Murmeltiere) und noch viel mehr Bäume. Zudem erklimmen wir zum Abschluss unserer Tour noch den “Moro Rock“, der auf 2’050 Meter über Meer liegt. Die Weitsicht dort oben ist jedoch aufgrund der wütenden Waldbrände in der Nähe stark eingeschränkt.

Noch immer erfreue ich mich der Bärenbegegnungen und sehe den Besuch des Parks und vor allem die Wanderung als ein weiteres Reise-Highlight und Top-Kandidaten auf das Amt des einprägsamsten Erlebnisses unserer Weltreise.

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Los Angeles

Endlich wieder Festland unter den Füssen! 🙂 Da aber Füsse in den USA nicht viel zählen, fassen wir auch hier sofort unsere vier Räder in Form eines für europäische Verhältnisse grossen Jeeps. Wir entscheiden uns bewusst gegen noch grössere Modelle mit mehr Verbrauch und unnötig viel Platz.

Schnell zum Hotel, einchecken und sofort los Richtung Santa Monica! Neben der Einkaufs- und Restaurantstrasse schlendern wir aufs Pier und geniessen die ausgelassene Abendstimmung mit all den Schaustellern, Freaks und Alleinunterhaltern. Beim Abendessen in der Einkaufsstrasse werden wir von einem sehr innovativen Strassenmusikanten unterhalten, der moderne Popsongs mit seiner Elektro-Geige interpretiert. Uns gefällt dies so gut, dass wir direkt eine CD kaufen.

Für den folgenden Tag ist ein Ausflug geplant mit – ihr ahnt es sicher bereits – Action! Wir besuchen den eine Autostunde entfernten Vergnügungspark Six Flags Magic Mountain mit seinen Achterbahnen. Da ich ja alles andere als einen Bahnenkönig bin, will ich mich in einem der weltweit bekanntesten Parks auf die ultimative Probe stellen. Die Anfahrt inklusive Parking ist problemlos, jedoch ist das Eintrittsystem nicht ganz einleuchtend. Wir wollen sogenannte “Flash Pass” kaufen, um nicht anstehen zu müssen. Daher haben wir keine (vergünstigten) Online-Tickets im Voraus gekauft. Wie sich herausstellt, sind diese jedoch nur zusätzlich und es wird ein normaler Eintritt für den Park benötigt. Dies erfahren wir erst nach der flughafenmässigen Sicherheitskontrolle.

Mit Eintrittsticket bewaffnet können wir den Park betreten und uns den “Flash Pass” in Form eines VIP-Tamagotchis erstehen. Diese Investition wird sich – vor allem für mich – jedoch aus zweierlei Hinsicht nicht wirklich lohnen: Erstens hat es an diesem Freitag praktisch keine Leute im Park und zweitens halte ich nicht den ganzen Tag durch. Für zukünftige Besucher: Immer zuerst mit dem Eintrittsticket die ersten Bahnen machen und je nach Wartezeit einen zusätzlichen “Flash Pass” holen.

Wir machen die (auf dem Papier) verrückteste Bahn zuerst: X2. Kurz nach dem Start ist klar, weshalb sämtliche Taschen geleert werden müssen: Man wird über alle Achsen gedreht und beschleunigt, so dass man ständig in den Gurten hängt. Ich überlebe und auch Silja geniesst die Bahn nicht richtig. Glücklicherweise ist sie sehr kurz (die Bahn, nicht Silja 😉 ). Auf den nachfolgenden 2-3 Bahnen begleite ich Silja noch. Während ich aber jeweils nach einer Runde aussteige, bleibt Silja nochmals sitzen – dank unserem VIP-Pass kein Problem.

Ich fühle mich mit jeder Bahn unwohler und entschliesse mich, vorerst auszusetzen. Silja kümmert sich unterdessen darum, unsere Tickets so gut als möglich rauszuschlagen und alle Bahnen abzuklappern. Ganz zu Ende ist der Tag für mich aber noch nicht: Am Nachmittag gibt es noch zwei Wildwasser-Bahnen, die wir gemeinsam fahren. Vor allem die erste hat es in sich: Das ganze Boot wird komplett von Wellen überspült, so dass wir tropfnass aussteigen – bei den kalifornischen Sommertemperaturen wenigstens kein Problem. Mit zwei Fahrten auf der Revolution – der besten Bahn – beschliesst Silja ihren Bahntag. Sie hat den Tag sehr genossen und ich wenigstens die definitive Erkenntnis gewonnen, dass solche Bahnen nichts für mich sind. Das Kunstflugtraining in der Piloten-Rekrutenschule ist anscheinend bereits verjährt…

Auf dem Rückweg fahren wir über Hollywood, um das Standard-Foto vor dem Schriftzug zu machen. Wir geniessen einen wunderbaren Sonnenuntergang und fahren durch die beeindruckenden Villen von West Hollywood zum Hotel zurück. Während in Zürich die Stadtfüchse dominieren, hegen die Bewohner Hollywoods anscheinend Stadtkojoten. Ein solches Exemplar läuft uns nämlich während dem Sightseeing über die Strasse.

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Am letzten Tag in Los Angeles besuchen wir weitere Plätze in der Stadt, die man gesehen haben muss: Venice Beach mit Muscle Beach. Hier gönnen wir uns ein Bad im erfrischenden Pazifik und ich erlebe die grössten Wellen, die ich je “geschwommen” bin. Teilweise fühle ich mich desorientierter als auf den Bahnen am Vortag. Die Rettungsschwimmer sind dementsprechend achtsam und haben alle Hände voll zu tun.

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Am Nachmittag fühlen wir uns wie VIPs, als wir auf dem Rodeo Drive durch Beverly Hills fahren. Eine Villa ist grösser und schöner als die andere und in der Einkaufsstrasse buhlen sämtliche Designer um die Dollars der Kunden. Und Silja könnte sich sogar vorstellen, hierher zu ziehen, wenn es der Job verlangen würde. 🙂

Was wäre LA ohne Hollywood und Hollywood ohne den “Walk of Fame”? Klar, dass wir diesen auch besuchen und die Sterne bestaunen. Silja gelingt vor dem Dolby Theater sogar ein Schnappschuss mit Johnny Depp! 😉 Leider wird der Hollywood-Schriftzug in der Nacht nicht beleuchtet, so dass wir beim Aussichtspunkt vom Einkaufszenter nur den dunklen Hügel sehen. Mit einem Nachtessen im Hard Rock Cafe (langsam sollten wir Member werden…) beschliessen wir den Aufenthalt in der pulsierenden Metropole.

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Big Island

Im Gegensatz zu Maui hatten wir Big Island von Anfang an geplant. Die Anreise erfolgt wiederum mittels kurzem Hüpfer von Honolulu nach Hilo. Dort fassen wir einen Mietwagen – dieses Mal einen SUV mit AWD. Und einmal mehr macht Alamo einen ausgezeichneten Job.

Wir fahren mehr oder weniger direkt zu unserer Unterkunft – einem Bed & Breakfast sehr nahe des Volcano Nationalparks. Das B&B wird von einem russischen Paar geführt, wobei Leon bereits sehr lange in den USA wohnt. Das Haus liegt ziemlich abgelegen mitten im Regenwald und um es zu erreichen, müssen wir für eine kurze Strecke gegen den Auto-Mietvertrag verstossen und über eine Kiesstrasse fahren. Marina und Leon erwarten uns bereits und führen uns in unser Reich für drei Nächte. Wir haben den gesamten unteren Stock für uns und können auch die Küche und die Terrasse oben benützen. Zudem ist Leon professioneller Reiseführer und versorgt uns umgehend mit ersten Tipps.

Wir fahren noch am ersten Abend nach dem Nachtessen zum aktiven Vulkan Kilauea. Im Dunkeln ist die rote Lava-Wolke eindrücklich erkennbar. Trotz leichtem Nieselregen ein super Naturschauspiel, das Eindruck macht. Noch nie war ich so nahe an einem aktiven Vulkan.

Am kommenden Tag erkunden wir den Nationalpark bei Tageslicht. Sehr eindrücklich sind die Dämpfe und Gase, die aus Löchern und Ritzen im Boden aufsteigen und teilweise fürchterlich nach Schwefel stinken. Vom Kraterrand kann man wunderschön die Caldera bewundern, die leider fürs Wandern wegen den gefährlichen Dämpfen zurzeit gesperrt ist. Wir reihen alternativ einige kleinere Trails aneinander und erkunden so einen Grossteil des Gebiets zu Fuss. Auch das Visitor’s Center sowie das Jaggar Museum bieten wertvolle Zusatzinformationen. Wie immer erläutern die anwesenden Rangers gerne Details und geben Tipps für die Besichtigung.

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Wir folgen am Nachmittag jedoch dem Tipp von Leon und machen uns auf Richtung Süden: Wir wollen mit dem South Point von Big Island den südlichsten Punkt der USA besuchen. Zuerst auf einer Haupt- und anschliessend auf einer holprigen Nebenstrasse erreichen wir den Parkplatz mit den steilen Klippen. Einheimische Kinder sind dabei, von den knapp 10 Metern hohen Klippen ins Meer zu springen. Leider haben wir keine Badesachen dabei, denn der Sprungplatz sieht wirklich verlockend paradiesisch aus. So bleibt es beim Zuschauen und Fotos machen. Den Green Sand Beach ganz in der Nähe schenken wir uns dann jedoch, da wir weder drei Meilen zu Fuss gehen noch 15 Dollar pro Person für den Hillbilly-Transport bezahlen wollen.

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Der Samstag soll unser grosser Wandertag werden: Wir wollen den weltgrössten (aktiven) Vulkan Mauna Loa zu Fuss erklimmen! Leon hat uns zwar ganz klar gesagt “forget about it”, doch dies basiert auf seinem Unwissen, dass es einen offiziellen Wanderweg gibt. Wir brüten in den Vortagen intensiv über den Wetterprognosen und identifizieren das Wetter zusammen mit der Höhe (4’170 Meter über Meer) als grössten Risikofaktor. Beim Besuch des Nationalparks suchen wir auch noch das Backcountry Office auf und diskutieren unseren Plan intensiv mit den anwesenden Rangern, die uns wertvolle Tipps geben und uns eher ermuntern als entmutigen. Am Vorabend wird nach abermaliger Konsultation des Wetters, intensivem Kartenstudium und Internetrecherche der definitive Entscheid gefällt: Wir versuchen es!

Zu unchristlicher Zeit geht es mit dem Auto los bis zum kleinen Parkplatz unterhalb des Observatoriums auf gut 3000 Metern über Meer. Die Anfahrt verläuft problemlos durchgehend auf asphaltierten Strassen. Noch sind einige Wolkenfetzen zu sehen, doch “unsere” Seite des Vulkans scheint offen zu sein. Der Wind bläst jedoch extrem und die Temperatur ist merklich zurückgegangen. Angesichts dieser Verhältnisse geniessen wir unser Morgenessen im Auto mit Blick auf den Mauna Kea gegenüber. Ich habe schon in schlechterer Kulisse gefrühstückt…

Wir verspüren beide keine körperlichen Beschwerden bezüglich Höhe und geniessen die Ruhe vor dem Sturm. Dass dies noch wörtlich ausgelegt werden wird, wissen wir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht. Um 8:00 Uhr machen wir uns auf den steinigen Weg, die gut 1000 Höhenmeter zu bezwingen. In herrlichem Panorama ohne Leute weit und breit folgen wir den Steintürmchen, welche den Weg markieren, zum Gipfel.

Je höher wir steigen, desto näher kommen die Wolken. Es mag sie zwar auf unserer Lee-Seite fortlaufend wegblasen, doch kurz unterhalb der Caldera tauchen wir ein. Konnten wir vorhin stets den Weitblick zum Mauna Kea und hinab ins Tal schweifen lassen, beträgt die Sichtweite abrupt nur noch 50-100 Meter. Wir beraten das weitere Vorgehen und entscheiden uns dann, vorerst weiterzugehen. Und kurz nach dem Passieren der 4000er-Marke entdecken wir den wohl stilvollsten Ort für die gepflegte Morgentoilette. Logisch, dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lasse. 😛

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Bei der anschliessenden Weggabelung mit Sicht in die Caldera kann man entweder zum Campingplatz mit Baracken oder zum Gipfel (auf der gegenüberliegenden Seite der Caldera) abzweigen. Wir schreiten wacker voran Richtung Gipfel. Nach knapp 500 Metern wird der Nebel dichter, wir sehen teilweise nur noch 20-50 Meter in einem unbekannten Gebiet mit Felsspalten und scharfer Aa-Lava. Wir machen eine Denkpause und analysieren die Lage. Noch bevor wir einen definitiven Entscheid fällen, setzt der Regen ein und nimmt ihn uns ab. Wir haben lediglich Regenjacken und keine -hosen dabei und auch wärmende Kleidung ist nur begrenzt vorhanden. Zudem fühlen wir uns bei diesen Sichtverhältnissen in unbekanntem Gebiet nicht wohl. Sehr schweren Herzens (so kurz vor dem Ziel!) treten wir den geordneten Rückzug an. 🙁

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Wir kommen zügig voran und sind schon fast beim Parkplatz, als wir vermehrt Donnergrollen hören, das immer näher kommt. Schnell identifizieren wir die Gewitterzelle (nachdem wir zuerst meinten, es wird im nahen Militärgelände gesprengt), die sich bedrohlich zwischen uns und dem rettenden Auto aufbaut. Schlussendlich dreht sie jedoch leicht ab und wir müssen uns nicht im munteren Blitzhüpfen zwischen den Felsen üben. Lediglich nass und ein wenig abgekühlt steigen wir in unseren zuverlässigen Buick, schlängeln uns die Passstrasse des Mauna Loas hinunter und direkt vis-à-vis diejenige des Mauna Keas hinauf – jedoch nur bis zum Besucher-Informationszentrum. Da anschliessend ein ungeteertes Strassenstück folgt, ist die Zufahrt zum Gipfel nur für 4WD-Fahrzeuge empfohlen und von den meisten Vermietern auch via Mietvertrag verboten. Vorerst halten wir uns daran und sehen zudem im Informationszentrum ein aktuelles Bild des Wetterradars mit einem roten Kern über dem Mauna Loa. Trotz fortwährenden Zweifeln scheint die Entscheidung richtig gewesen zu sein.

Bevor wir heimwärts fahren, geht es noch zum neusten Lavastrom, der 2012 am südöstlichen Punkt der Insel ins Meer geflossen ist und dem Staat einige Hektaren neues Land beschert hat. Durch Hinweisschilder kommen wir zu Gerys Haus, der laut eigenen Angaben ein “Lava-Problem” hat und süchtig nach dem flüssigen Gestein ist. Sein Haus wurde 2012 durch die Lava zerstört, so dass er sich daraufhin ein neues auf dem ausgekühlten Lavafeld gebaut hat. Er zeigt uns eindrückliche Bilder (und möchte diese auf einer DVD auch verkaufen) und erzählt lebhaft, wie er in und mit der Lava lebt – ein wahrer Lebenskünstler. Auch momentan gibt es einen aktiven Lavastrom, der jedoch öffentlich nicht zugänglich sich weiter oben gemächlich seinen Weg bahnt.

Der folgende Tag soll – zumindest was die körperliche Ertüchtigung angeht – nicht mehr ganz so intensiv werden. Wir nutzen unseren Transfer nach Waikoloa (Westküste) und machen eine Sightseeing-Tour per Auto mit Fokus auf die Ostküste. Zuerst geht es zu den “Rainbow Falls” und den dahinter liegenden “Boiling Pots”. Ein bisschen Wildwasser, das mich nicht richtig überzeugen kann. Viel besser gefallen mir weiter nordwärts die “Akaka Falls“: Richtig im Regenwald gelegen fällt das Wasser wunderbar 129 Meter in die Tiefe. Den Abschluss der Tour bildet das Waipia-Tal, das wir von hoch oben begutachten. Hinunter müsste man entweder laufen oder ein 4WD-Fahrzeug besitzen. Anschliessend geht es einmal quer durch die Insel zu unserer neuen Unterkunft im Marriott auf der Westseite.

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Dort werden wir erstmals von sehr viel Regen begrüsst. Wir erhalten ununterbrochen Springflut-Warnungen auf unsere Telefone (ich habe diese iPhone-Funktion noch gar nicht gekannt 😉 ) und müssen auf den letzten Meilen sogar unsere Geschwindigkeit mangels Sicht drosseln. Auch der nächste Tag ist völlig verregnet, so dass wir lediglich eine kurze Ausfahrt nach Kona unternehmen. Die Hotelanlage inklusive Poollandschaft können wir aber trotzdem oder eben erst recht ausgiebig geniessen.

Die Regenmenge ist für die hawaiianischen Inseln bemerkenswert bis verheerend: Mehrere Strassen und sogar der berühmte Waikiki Beach in Honolulu müssen gesperrt werden, da die Kanalisation überläuft und ins Meer fliesst.

Am letzten Big-Island-Tag wollen wir es aber nochmals wissen und die “verlorenen” Stunden nachholen. Frühmorgens fahren wir ab ins Zentrum der Insel auf das Dach von Hawaii: Wir “erklimmen” den Mauna Kea und essen nach erfolgtem Gipfelsturm auf einem Parkplatz kurz unterhalb der Spitze unser Frühstück. Wieso hat es diesmal geklappt, nachdem wir das letzte Mal nicht übers Besucherzentrum hinausgekommen sind? Nach dem letzten “Versuch” haben wir nochmals mit Leon gesprochen und im Internet recherchiert. In Wahrheit sind die ungeteerten knapp fünf Meilen bei guten Witterungsverhältnissen überhaupt kein Problem – auch für normale Autos. Mitunter werden sogar Mustang-Cabrios auf dem Gipfel gesichtet… Und mit unserem AWD-SUV geht es dann auch wirklich problemlos. Trotz den vergangenen starken Regenfällen präsentiert sich die Piste in ausgezeichnetem Zustand – ich habe in Asien manche Teerstrasse gesehen, die in schlechterem Zustand ist!

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Lediglich beim Hinunterfahren muss man an die Bremsen denken. Also nicht einfach in Automatik herunterbrettern, sondern schön manuell die Motorenbremse nutzen. Diese ist zwar bei unserem Fahrzeug nicht allzu wirkungsvoll, doch wir kommen unbeschadet und um eine Erfahrung reicher unten an. Leider verdecken auf dem Gipfel Wolkenfetzen die absolute Weitsicht, trotzdem geniessen wir den Ausflug sehr.

Am Nachmittag gibt es Action wiederum auf der Ostseite: Wir gönnen uns eine Zipline-Tour! Nach kurzer Sicherheitsinstruktion und einer holprigen Fahrt im Kleinbus geniessen wir sieben Fahrten per Zipline über Fruchtplantagen, Regenwald, Flüsse und als Abschluss sogar über einen Wasserfall. Atemraubende Landschafen so schwerelos durchqueren macht grossen Spass und nur zu schnell ist das Abenteuer auch wieder vorbei. Wir sind so begeistert, dass wir gleich nochmals oben beginnen wollen…

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Und bereits ruft Oahu wieder. Wir müssen zurück ins regengeplagte Honolulu. Wir sehen sehr viel Wasser und überschwemmte Strassen. Der Waikiki Beach ist jedoch bereits wieder offen. Als am Nachmittag ein Gewitter aufzieht, wird es aber furchteinflössend: Das Zentrum zieht voll über uns hinweg und wir sehen und hören (!!!) die Blitze einschlagen – begleitet von Platzregen mit riesigen Tropfen. Hawaii möchte uns wohl los werden und so fügen wir uns der Naturgewalt und ziehen weiter aufs Festland…

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Oahu (2)

Durch die Planänderung mit Maui ist unser Aufenthalt auf Oahu zweigeteilt worden. Während im ersten Teil noch die Freude über die Ankunft in einer neuen Kultur überwiegte, haben wir uns mittlerweile sehr gut auf den Inseln im Pazifik eingelebt.

Die Rückgabe des (leicht angekratzten) Mietwagens geht wie bereits abgeklärt problemlos und wiederum in Rekordgeschwindigkeit. Ich bin nach wie vor restlos begeistert von unserem Autovermieter Alamo und hoffe, dass er die zwei sich noch bietenden Gelegenheit nicht nutzt, mir das Gegenteil zu beweisen.

Am Flughafen wünsche ich mir, mich am Morgen doch rasiert zu haben. Anscheinend sehe ich mit 3-Tage-Bart ziemlich verdächtig aus. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso ich drei Mal auf Sprengstoff untersucht werde. Zuerst animalisch per Spürhund, dann ein erstes Mal vor der Sicherheitskontrolle mit Handabstrich und Maschine um nur wenige Minuten nachher anschliessend an die Sicherheitskontrolle die Prozedur nochmals über mich ergehen zu lassen.

Nun steht Pearl Harbor auf dem Programm – einen ganzen Tag lang. Wir haben im Voraus eine Tour gebucht. Eigentlich ist es mehr einen Chauffeur mit Bus sowie reservierte Eintrittstickets, die wir gebucht haben. Ein Teil der Museen sind nämlich gratis, jedoch braucht es dafür trotzdem Tickets, die auf Monate hinaus ausverkauft sind. Es gibt auch täglich noch sogenannte Walk-in-Tickets, die aber begrenzt und in der Hochsaison schnell weg sind. Deshalb haben wir uns für die komfortable Variante entschieden und lassen uns dieses Eintauchen in die Geschichte etwas kosten.

Als erstes besuchen wir das USS Arizona Memorial. Dieses Schiff wurde beim Überraschungsangriff der Japaner mitsamt Besatzung versenkt, wovon ein Grossteil noch immer im Rumpf eingeschlossen auf dem Meeresgrund liegt. Auch das Öl ist noch in den Tanks, wovon täglich ein paar Liter auslaufen und die “Tränen der Besatzung” auf der Wasseroberfläche bilden.

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Bevor wir von der US Navy auf das Memorial gefahren werden, können wir eine Ausstellung mit Audio-Guide sowie einen einführenden Film geniessen. Im Anschluss wartet unmittelbar daneben das U-Boot USS Bowfin darauf, erkundet zu werden. Immer wieder eindrücklich zu sehen, wie eng der Platz auf einem U-Boot ist und was dies fürs tägliche Leben der Besatzung bedeutet: Schlafen zwischen Torpedos und Essen in Ablösungen.

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Anschliessend fahren wir mit dem Bus ins Pacific Aviation Museum, wo wir zuerst einmal unser inkludiertes Mittagessen einnehmen. Mir gefällt das Museum sehr, ist es doch voll der Fliegerei gewidmet. Es werden nicht nur die Modelle des Zweiten Weltkriegs gezeigt, sondern auch moderne Jets wie F-14, F-15 oder B-52 (Cockpit). Ein Hangar hat sogar noch originale Einschusslöcher, bei denen man jedoch nicht weiss, ob sie von den Japanern geschossen oder durch “Friendly Fire” entstanden sind.

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Die letzte Station auf unserem Weg zurück in der Geschichte bildet das riesige Schlachtschiff USS Battleship Missouri. Darauf unterzeichneten die Japaner ihre Kapitulationserklärung. Vor uns betritt noch eine Kompanie Navy-Aspiranten singend und in Formation das Schiff zur Besichtigung. Nach einer halbstündigen Führung dürfen wir das Schiff auf eigene Faust erkunden. Wir verirren uns beinahe in den Katakomben und entdecken allerlei Interessantes, beispielsweise die schiffseigene Donut-Bäckerei. Das Leben darauf ist um einiges angenehmer als auf dem zuvor besichtigten U-Boot.

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Auf dem Rückweg nach Waikiki fahren wir noch durch diverse Quartiere und den (ausgebuchten) Friedhof “National Memorial Cemetery of the Pacific”. Während der ganzen Fahrt unterhält uns unser Fahrer bestens mit Anekdoten und interessanten Hintergrundinformationen. Ein überaus gelungener Weg, Pearl Harbor zu besichtigen. Dazu kann man sagen, dass die Aufbereitung der Geschichte in den Museen sehr gelungen ist – natürlich amerikanisch gefärbt aber dennoch ziemlich ausgewogen.

Am letzten Tag vor der Weiterreise nach Big Island betätigen wir uns nochmals sportlich. Mit dem öffentlichen Bus geht es zum Diamond Head, einem kleinen Krater mit super Rundumsicht auf der Spitze. Der Weg hinauf ist völlig der Sonne ausgesetzt, die unbarmherzig herunterbrennt. In einer guten halben Stunde erklimmen wir den Hügel und geniessen die Aussicht.

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Den Nachmittag verbringen wir in einem Park direkt am Strand hinter dem Army Museum: Baden, Lesen, Sonne anbeten. Am Abend gönnen wir uns ein grosses Fleisch in einem edlen Steakhouse mit anschliessender spätabendlicher Shoppingtour. Wobei ich bezüglich Gaumenfreuden anmerken muss, dass mich Amerika respektive Hawaii bisher fleischmässig noch nicht überzeugt hat, wenn ich da an meine karnivoren Ausschweifungen in Belgrad zurück denke…

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Maui

Maui haben wir kurzfristig gebucht, als wir uns entschieden hatten, frühzeitig von Asien nach Hawaii zu wechseln. Und wir sollten es nicht bereuen… Kurz nach Ankunft werde ich ein erstes Mal positiv überrascht: Die Mietwagenübernahme ist in knapp 10 Minuten erledigt und niemand wollte uns irgendwelche Zusatzgebühren verrechnen.

Unbedingt auf dem Programm steht der Vulkan Haleakala. Das Wetter verspricht jedoch am ersten Tag eher regnerisch zu werden und so ziehen wir die Erkundungstour per Auto nach Hana vor. Die Strasse nach Hana ähnelt einer Passstrasse ohne Steigung und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf dem Weg. Einen ersten Halt machen wir bei den Twin Falls: Idyllischer Wasserfall mitten in einem dichten Wald. Um ihn zu erreichen, muss das letzte Stück sogar gewatet werden. Belohnt wird man mit einem erfrischenden Bad (bevor Vermutungen zu neuer Frisur oder anderen “Umbauten” aufkommen: Ich bin derjenige unter dem Wasserfall).

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Als nächstes besuchen wir den Wai`anapanapa State Park mit seinen schwarzen Stränden und den Lavaformationen, die ins Meer ragen und die unverwechselbare Küste bilden. Zudem befindet sich dort eine Süsswasser-Grotte, in der man ein kühlendes Bad im glasklaren Wasser nehmen kann.

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Den Abschluss macht der Red Sand Beach. Diesen kleinen Strand muss man sich zuerst “verdienen”. Vom Parkplatz geht es durch ein gelbes Tor über eine unscheinbare Wiese, bis der Weg zum Strand erkennbar ist. Nach einer kurzen Kletterpartie zeigt sich der Farbenzauber in voller Pracht.

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Auf der Rückfahrt sehen wir uns noch die “Iao Needle” an, eine ziemlich markante Felsformation. Einen Schweizer mag diese jedoch nicht besonders zu beeindrucken – erst recht nicht, wenn der mit 30 Minuten angegebene Fussweg in knapp fünf zurückgelegt werden kann. Eindrücklich ist jedoch die Tatsache, dass es sich um eine völlig andere Klimazone auf dieser kleinen Insel handelt. Zudem sind auch die fast senkrechten Felsen dicht bewachsen, so dass sich das ganze Gebirge in Grün präsentiert.

Am Samstag ist der Wetterbericht verheissungsvoller, so dass wir eine erste Erkundung zum Vulkan machen. In einer guten Stunde geht es dabei von 0 auf 3055 Meter über Meer. Wir haben eine kleine Wanderung am Nachmittag zur Einstimmung geplant. Vom Visitor’s Center laufen wir hinunter in den grossen Krater zu einem kleinen, der umrundet werden kann. Tückisch dabei ist, dass es zuerst sehr leichtfüssig bergab geht und der harte Aufstieg zum Schluss wartet.

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Die Farbenvielfalt und das Eintauchen in einen Vulkan fasziniert mich extrem. Schon von oben sieht die Landschaft eindrücklich aus. Doch so richtig erleben kann man sie erst, wenn man hinunter steigt. Tiere findet man nicht viele vor. Wenn, dann vor allem diverse Vogelarten – sowohl natürlich angesiedelte als auch eingeführte, die nicht gern gesehen werden und teilweise das Ökosystem bedrohen. Man sieht, auch andernorts gibt es Asylprobleme. 😉

Fürs Nachtessen haben wir Picknick mitgenommen, da wir vom Gipfel den Sonnenuntergang geniessen wollen. In eindrücklicher Natur mit einer sagenhaften Kulisse einem Naturschauspiel beiwohnen und gemütlich picknicken – viel perfekter lassen sich Ferien nicht mehr definieren.

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Da ein solches Szenario ja zu perfekt für diese Welt ist, gibt es natürlich noch einen Nebenschauplatz. Bei der Rückkehr von unserer Wanderung entdeckt Silja an unserem Mietwagen einen kleine Delle (1-2 cm) mit einem roten Kratzer. Jackpot: Parkschaden, natürlich ohne Notiz vom Verursacher. Auflösung im Schnelldurchlauf: Nach ein paar (hektischen) Abklärungen und Korrespondenz meinerseits fahren wir am nächsten Tag kurz beim Vermieter vorbei und fragen (als pflichtbewusste Schweizer), ob ein Polizeirapport notwendig ist. Mit einem Blick, der zwischen Frage und Lachkrampf pendelt, schaut sich der Mitarbeiter die Sache an und sagt nur, dass dies bei ihnen nicht einmal unter “Schaden” geht. Mir fällt ob des vermeidbaren Papierkriegs ein Stein vom Herzen und die Ferien können weiter genossen werden.

Das grosse Aktivprogramm wartet am Sonntag: Frühstart mit Morgenessen bei Sonnenaufgang auf dem Vulkan. Wenn auch schon der Untergang eindrücklich war, so schlägt der Aufgang alles. Fotos können diese einmalige Stimmung nur sehr bruchstückhaft transportieren (nicht zuletzt, weil das Frieren fehlt 🙂 ).

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Danach stellen wir das Auto beim Visitor’s Center ab (extra ein Parkplatz mit nur einem Nachbar) und machen uns per Autostopp auf den Weg. Richtig gelesen! Wir haben eine Einweg-Wanderung mit Ziel Gipfel geplant und müssen somit zuerst zum Ausgangsort kommen. Da sehr viele Leute nach dem Sonnenaufgang sich auf den Rückweg machen, hegen wir die Hoffnung, bald mitgenommen zu werden. Und nach nicht einmal fünf Minuten nimmt uns ein kolumbianisches Paar mit, das ihr 30-jähriges Hochzeitsjubiläum (ohne ihre fünf Kinder) auf der Insel feiert. Nach einer kurzen Fahrt mit netter Konversation starten wir zu Fuss ins Abenteuer.

Wiederum sind wir extrem fasziniert von der Landschaft. Es sind vor allem die ständig wechselnden Umgebungen, die man fast nirgends sonstwo findet. Wir starten in dichter Buschvegetation, ähnlich unserer Alpen. Danach geht es über schroffe Felskanten hinunter in die Ebene, die wiederum sehr grün wird. Anschliessend folgen die zahlreichen Lavafelder in ihren unterschiedlichen Farben. Abermals mutet die Szenerie fast surreal an, als wir uns durch Mondlandschaften bergauf kämpfen. In gut fünf Stunden bewältigen wir die knapp 20 Kilometer bei 1000 Höhenmetern und kommen glücklich beim (unversehrten) Auto an.

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Den Tag beschliessen wir mit weiteren (teilweise regnerischen) Strandaktivtäten und einem exzellenten Nachtessen im wohl besten Restaurant Mauis. Maui – definitiv ein Highlight unserer Reise!

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Oahu (1)

Eine lange Flugreise von Hanoi über Seoul und Guam nach Honolulu wartet auf uns. Den Wechsel von Asien nach Amerika vollziehen wir mit der USA-Immigration bei der Zwischenlandung in Guam. Eine sehr effiziente Möglichkeit, in die USA einzureisen, die ich jedem empfehlen kann. In Guam machen wir die Immigration ohne Gepäck, das direkt nach Honolulu geht. Dort müssen wir nur noch die ausgefüllte Zolldeklaration beim Verlassen des Flughafens abgeben. Bei jeder Tür nach der Entgegennahme des Gepäcks in Honolulu warte ich ständig auf die “richtige” Immigration, bis ich fast von den Taxis überfahren werde.

Zu den Flügen ist zu sagen, dass das erste Leg mit Asiana super ist: Service, Essen, Pünktlichkeit. Die weiteren beiden Legs mit UA – kein Kommentar. Bis auf die Bemerkung, dass ich noch nie eine so unfreundliche und fast bösartige Flight Attendant erlebt habe. Und für jegliche Snacks muss natürlich extra gezahlt werden…

Die Ankunft im Land der unendlichen Kalorien feiern wir standesgemäss mit einem richtigen Burger – herrlich! Anschliessend erkunden wir die Shoppingmeile entlang des Waikiki Beaches. Endlich in einem Land mit originalen Produkten. 😛 Somit kann ich auch mein iPhone im Apple-Shop (gratis) reparieren respektive reinigen lassen. So dass es mindestens bis zum Ende unserer Reise durchhält.

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Natürlich geniessen wir auch den Strand als solches. Mir gefallen vor allem die grossen Wellen und die Wellenbrecher, auf denen man das Treiben bestens verfolgen kann. Auch wenn dabei die Füsse durch die zahlreichen Muscheln schön verschnitten werden. Wir geniessen Strand und Meer mit einem herrlichen Relax-Tag. Dass er dann nicht ganz so relaxt endet, liegt an einer kleinen Unachtsamkeit meinerseits.

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Beim letzten Sprung vom Wellenbrecher vergesse ich, meine Sonnenbrille festzuhalten. Natürlich ist sie beim Auftauchen nicht mehr auf meinem Kopf. Trotz sofortigem Beizug einiger Japanischer Spezialtaucher gelingt es mir nicht, die Brille zu lokalisieren. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich nur Minuten vorher eine Sonnenbrille eines anderen Badegastes aus den Fluten gerettet hatte. Ich entschliesse mich zu einem Notfallkauf eines Billig-Schnorchelsets und nehme die Bergung in die eigenen Flossen. Nach stundenlanger Suche und einem veritablen Sonnenbrand (wie bei einem Scherenschnitt sieht man die Stellen, die ich vergessen hatte, einzucremen) muss ich bei Einbruch der Dunkelheit alle Rettungsbemühungen abbrechen. Rest in Peace, Oakley.

Als positiv denkender Mensch sehe ich in einem solchen Unfall immer die Chancen auf einen Neuanfang. Nach einer wohltätigen Spende fürs Hilfswerk Sunglass Hut darf ich nun das neuste Oakley-Modell mein Eigen nennen, das sich inzwischen bereits erfolgreich bewähren durfte.

Den ersten Teil Oahu beschliessen wir mit einem Nachtessen im Hard Rock Cafe, bevor wir vorerst nach Maui weiterziehen.

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Hanoi

Als asiatische Grossstadt ist Hanoi vergleichbar mit den anderen Stationen, die wir bereits bereist haben. Somit wollen wir die Stadt auch eher als Ausgangspunkt für Exkursionen nutzen sowie noch ein paar Sehenswürdigkeiten mitnehmen. Am ersten Abend besuchen wir den Markt, wo man von der gefälschten Rolex über Gewürze bis hin zu allerlei lebenden Tieren alles bekommt. Unter anderem werden wir Zeugen eines Forschmassakers, als eine Bestellung live geköpft und im Handumdrehen gehäutet wird – speziell.

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Am ersten Tag buchen wir eine Tour zur sogenannten Inland-Halong-Bucht: In etwa zwei Stunden Fahrt bringt uns ein Privatbus (wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag) ins Landesinnere zu einem einmaligen Höhlensystem im Wasser. Die touristische Nutzung wurde vor einiger Zeit von der Regierung an ein Privatunternehmer abgetreten. Dieser engagiert nun die gesamte Bevölkerung eines nahen Dorfes, um die Touristen mit Ruderbooten (da Naturschutz) durch das Höhlensystem zu kutschieren. So werden wir in zwei gemütlichen Stunden durch die etwa zehn Höhlen geführt und müssen uns teilweise stark verrenken, um nicht die wunderbaren Stalaktiten zu küssen.

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Sowohl vor als nach der (richtigen) Halong-Bucht wählen wir das Hilton Garden Inn. Ein grosser Pluspunkt ist die Waschmaschine, welche gratis benutzt werden darf. Dass anschliessend sämtliches Mobiliar im Zimmer als Wäscheständer fungiert, gibt ihm die richtige Backpacker-Note: Lampenschirme, Fernseher, Stühle – alles wird zugehängt.

Die abendlichen Joggingtouren zeigen mir weitere Facetten von Hanoi: Hahnenkampf in der Strasse, Schlägerei wegen eines angeblich gestohlenen Motorrades und traumhafte Sonnenuntergänge mitten in der Grossstadt. Lustig ist auch, “gegen” die kämpferischen Vietnamesen zu laufen: Typischerweise laufen sie mit einer langsameren Pace, so dass ich häufig im Slalom unterwegs bin. Einige können es jedoch nicht verkraften, überholt zu werden und zünden den Zwischenturbo, sobald ich auf gleicher Höhe bin. Ich mache mir jeweils ein Spiel daraus und laufe mit gleichmässiger Pace gemütlich weiter, bis sie final einbrechen. 😛 Ich erlebe auch schöne Begegnungen, beispielsweise mit einem Studenten, der täglich läuft und mangels lokaler Konkurrenz sich gerne joggenden Touristen anhängt. Wir liefen anschliessend ein Stück gemeinsam zurück Richtung Hotel und haben uns nett unterhalten. Ich finde es stets speziell, einem sympathischen Menschen auf Wiedersehen zu sagen, obwohl man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiss, dass man ihn nie mehr trifft im Leben.

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Am Abreisetag wollen wir uns nochmals die volle Dröhnung Vietnam geben und den angebeteten Ho Chi Minh persönlich besuchen. Dieser liegt nämlich seit dem Tod – entgegen seines Wunsches – einbalsamiert und aufgebahrt in der ehemaligen Hauptstadt im Norden des Landes. Das Mausoleum ist kostenlos und wird überwiegend von Einheimischen besucht – entsprechend dünn gesät sind die englischen Beschilderungen. So ist es für uns nicht ganz einfach, den richtigen Eingang zu finden, anschliessend an die Sicherheitskontrolle werden wir jedoch gefühlt alle zwei Meter von einem Sicherheitsangestellten oder Soldaten sicher ins Ziel geführt.

Die Kleidervorschriften sind strenger als anderswo und Fotografieren strikt untersagt. Auch sprechen darf man nicht beim alten Herrn, sonder brav in Zweierreihe vorbeigehen, ohne stehen zu bleiben. Da wir um 8:00 Uhr zu den ersten Besuchern zählen, müssen wir praktisch nicht anstehen, so dass unser Anstehen/Besichtigen-Verhältnis nicht allzu schlecht ausfällt – auch wenn die Besichtigungsdauer maximal 15 Sekunden dauert (einmal um den Glassarg herum). Irgendwie ein sehr eigenartiges Erlebnis aber trotzdem besuchenswert. Anschliessend besuchen wir auch noch das direkt daneben befindliche Museum, wo nochmals dem grossen Führer gehuldigt wird und sehr stark national gefärbt die Geschichte seiner Herrschaft erzählt wird. Architektonisch und ausstellungstechnisch sehr schön und sehenswert, wobei die Vietnamesen auch hier stark in der Überzahl sind.

Dass ich mich geistig voll im Ferienmodus befinde, habe ich eindrücklich bewiesen: Beim Flug von Halong über Seoul und Guam nach Honolulu habe ich die Daten inklusive Datumsgrenze nicht allzu klar studiert. Somit haben wir mit der Ankunft am 12. August geplant, in Wirklichkeit werden wir aber bereits am 11. in Hawaii sein. 🙂 Besser so als umgekehrt und ein weiterer “geschenkter” Tag. Ein Hotel für die Zusatznacht haben wir noch vor dem Abflug in Hanoi gebucht.

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Halong-Bucht

Einmal mehr haben wir uns nicht mit der Budget-Option begnügen wollen und buchen das Rundum-Luxus-Paket, um die weltbekannte Halong-Bucht zu erkunden. Ausgangs- und Endpunkt der Reise ist Hanoi, wo wir mit einem Luxus-Van abgeholt werden, um in knapp vier Stunden nach Halong zu fahren. Im Terminal werden die Touristen auf die Schiffe aufgeteilt und nach kurzer Wartezeit dürfen auch wir die “Dragon Legend” boarden.

Wir haben uns für die 3-Tage-2-Nächte-Tour entschieden, da uns bei kürzeren Varianten die Anfahrt nach Halong verhältnismässig als zu lange erschien. Und wir bereuen diesen Entscheid keine Minute: Die Landschaft ist atemraubend, die Verpflegung und der Komfort an Bord exzellent und das Programm äusserst vielseitig. Insgesamt sind 34 Touristen und ebensoviel Personal auf dem Schiff.

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Während den drei Tagen gibt es zahlreiche Stopps in malerischen Buchten – stets umgeben von den weltbekannten Felsformationen, welche die Halong-Bucht so bekannt und einmalig machen. Vielmals hat es auch kleine, flach abfallende Sandstrände, die herrlich zum Baden einladen. Und zweimal dürfen wir auch Zeugen eines extrem kitschigen Sonnenuntergangs werden und diesen mit Kamera und einem kühlen Bier in der Hand geniessen.

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Gefreut habe ich mich auch auf die diversen Kayak-Touren – teilweise geführt und teilweise frei. Silja findet auch schnell grossen Gefallen daran und so machen wir von jeder Kayak-Möglichkeit Gebrauch. Wir erkunden damit Höhlen, einsame Buchten, verlassene Strände und allerlei Fauna – allen voran Krabben, die hier mit violetten Scheren auftrumpfen.

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Zu Fuss erkunden wir auf einer Insel eine Höhle, die vor einigen Jahren noch von der lokalen Bevölkerung bewohnt wurde. Inzwischen hat die Regierung jedoch das ganze Gebiet unter Naturschutz gestellt, so dass es verboten ist, die Inseln zu bewohnen oder zu bewirtschaften. Seitdem wohnen die verbleibenden Bewohner in schwimmenden Fischerdörfern. Ein Grossteil zog jedoch aufs Land, wo ihnen im Rahmen eines Umsiedlungsprojekts gratis Wohnraum, Gesundheitsversicherung und Schulbildung für die Kinder offeriert wird.

Negativ überrascht hat mich die starke Wasserverschmutzung in der ganzen Halong-Bucht: Überall schwimmt Plastik und Styropor, zudem ist das Wasser sehr trüb und zusätzlich mit viel organischem Schwemmgut gesättigt. Der Plastik und das Styopor kommt von der lokalen Bevölkerung, die nicht über die Folgen der Verschmutzung aufgeklärt ist und bedenkenlos ihren Abfall ins Wasser schmeisst.

Am letzten Tag besuchen wir ein solches Fischerdorf und werden in Bambusbooten durch das Areal kutschiert. Neben der Infrastruktur lernen wir auch über die Bemühungen, die Bevölkerung auf das Thema Verschmutzung zu sensibilisieren. In den gesponsorten Dörfern wird aktiv das Wasser gesäubert und der Abfall – sowohl eigener als auch “gefischter” – nach Möglichkeit sachgerecht verbrannt oder mittels Sammeltransporten aufs Festland gebracht. Hoffen wir, dass das Problem eingedämmt und die bestehende Verschmutzung in Zukunft beseitigt werden kann. Es wäre zu schade um diese einmalig schöne Region!

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Viel zu schnell sind die Tage auf dem Wasser – übrigens ohne Internet und Telefonempfang – vorüber gegangen. Schon wieder müssen wir unseren Luxusdampfer verlassen und werden mit einem Zwischenstopp nach Hanoi gefahren. Beim Zwischenstopp in einem typisch vietnamesischen Bauerndorf, das für den Tourismus hergemacht wurde, sehen wir ein Wasser-Puppentheater sowie eine kurze Demonstration der traditionellen Reisernte und -verarbeitung.

Zurück im Grossstadtdschungel vermisse ich die Natur und unsere interessanten Kayaktouren bereits und lasse die super Tage nochmals Revue passieren.

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